 |
News |
 |
 |
Redaktion |
 |
 |
Kontakt |
 |
 |
Glossar |
 |
 |
Über uns |
 |
 |
Links |
 |
|
 |
Review: Machine Men |
 |
| |
Album:
| | CIRCUS OF FOOLS, 2007, Century Media |
Stil:
Wertung:
| |  5,5 von 7 Punkten | | U.B., 07.06.2008 |
Review:
| | Nerven Euch die ständig steigenden Energiepreise auch so? Ein Blick auf die Stromrechnung, von den Preisen an den Tankstellen wollen wir mal gar nicht reden und schon ist die Laune im Keller. Von einer Energiekrise kann auf dem vorliegenden Album keine Rede sein. Im Gegenteil, die noch junge Truppe aus Finnland wirft mit ihrer Power Metal Energie nur so um sich. Hervorgegangen aus einer Iron Maiden Tribute Band, war in der Vergangenheit der Einfluss der Jungfrauen nicht von der Hand zu weisen. Nach SCARS AND WOUNDS (2003) und ELEGIES (2005) liegt mit CIRCUS OF FOOLS der dritte Longplayer vor. Das Quintett legt mächtig vor. Sollte der Heizölpreis weiter klettern so werde ich im kommenden Winter die Heizung öfter auslassen und mir mit dieser finnischen Sauna Scheibe einheizen.
Das der Titel des Albums gewählt wurde nachdem die Finnen eine Debatte im deutschen Bundestag besucht hatten ist nur ein Gerücht, obwohl…
Mit dem Titeltrack "Circus of Fools" geht es sofort in die Vollen. Die treibenden Drums und ein starker Bass bilden das Fundament. Die energischen Vocals bewegen sich im mittleren bis hohen Spektrum. Hier hat der Sänger Gelegenheit mit seiner Stimme zu glänzen. Der Chorus ist melodisch und dennoch kraftvoll, dazwischen gibt es einzelne Backing Shouts. Die Twin Lead Gitarren starten zu einzelnen und gemeinsamen Läufen mit hohem Tempo. Feiner Melodic Power Metal der hier geboten wird.
"No Talk without the Giant" macht genau da weiter, wo der Vorgänger aufhörte. Heftig mit betontem Bass und Thrash Anleihen rollt der Soundorkan aus den Lautsprechern. Daraus erheben sich die Gitarren zu pfeilschnellen Einlagen. Die Rhythmusinstrumente sind aber fast schon übermächtig im Vordergrund.
"Ghost of the Season" startet ruhig und beschaulich, für einen kurzen Moment, bevor wieder das volle Brett auf den Hörer einstürmt. Hier liegt der Fokus auf den Mörderriffs. Midtempo aber mit Urgewalt rollt die Nummer unaufhaltsam voran. Dazwischen werden Tempoverzögerungen mit fast schon balladesken Momenten serviert, dann donnern erneut die Riffs. Pure Kraft gepaart mit eingängiger Melodie lässt nichts zu wünschen übrig. Am Ende gönnen uns die Jungs eine kurze Atempause wenn der Song mit Synthesizer leise ausklingt.
Die Zeit der Ruhe ist nur kurz denn "Tyrannize" legt sofort vehement los. Die Vocals sind noch eine Spur aggressiver als bisher. Eine Dampfwalze aus flirrenden Gitarren und den (zu) monotonen Drums walzt alles nieder.
"The Shadow Gallery" beginnt mit verzerrten Vocals. Alle Instrumente spielen sehr songdienlich wobei auch hier die starke Basspräsenz auffällt. In der Mitte ist eine ruhige Phase mit Piano und dunklen, geheimnisvollen Keyboards zu vernehmen bevor die Drums und Gitarren zu einem weiteren Sturmlauf ansetzen.
Eine akustische Gitarre, die deutlich an eine Sitar erinnert, sorgt für ein wenig orientalischen Flair auf "Where I stand" dem ruhigsten Song des Albums. Ruhig ist allerdings relativ, nur geht es hier eben im Vergleich zu den restlichen Tracks nicht ganz so aggressiv zur Sache. Nach dem leisen Auftakt sorgt die Rhythmustruppe schon für gehörigen Druck aber die eingeschobenen ruhigeren Abschnitte gestalten die Nummer freundlich. Was besonders an den betont melodisch aufspielenden Doppel- Leadgitarren liegt.
Nach diesem Auge im Orkan befindet man sich auf "Border of the real World" sofort wieder im Heavy Metal Sturm. Der Metal Hurrikane jagt mit brachialer Gewalt eine Attacke nach der anderen auf die Lauschlöffel. Die Drums hämmern und der Bass rumpelt gnadenlos. Das Tempo wird geschickt variiert was auch auf den Härtegrad zutrifft. Thrash Einflüsse sind auch hier unverkennbar.
Die kratzenden Geräusche einer alten, abgenutzten Schallplatte bilden den Auftakt zu "Dying without a Name". Der Titel lässt es bereits vermuten, auch hier geht es nicht zimperlich zu. Flott marschiert der Song in typischer Power Metal Art voran. Auffällige Merkmale sind der mehrstimmige Backing Chor und die erneut doch sehr variationsarme Drumarbeit. Dagegen ist der Aufbau des Lieds abwechslungsreicher. Nach einem Break ertönen nur die Vocals bevor die Skandinavier wieder aufs Tempo drücken.
Den Abschluss bildet "The cardinal Point". Sanft schälen sich Keyboard und Gitarre aus den Hintergrundgeräuschen von brechenden Wellen und Meeresrauschen. Danach übernehmen die Drums das Kommando und sorgen für ordentliches Tempo. Die Lead- und Backing Vocals sind abwechselnd zu hören. Der Song legt eine stärkere Betonung auf die melodische Komponente, speziell im Chorus, als die meisten anderen Nummern. Im Verlauf entwickelt sich die Sache zunehmend episch mit bombastischen Einlagen. Zum Ende spielen sich die Gitarren mehr nach vorn bis alles leise verhalt im Meeresrauschen, wie zu Beginn.
Fazit: Power im Überfluss wird hier dem Hörer auf akustischem Weg um die Ohren gehauen. Die Betonung liegt nicht auf dem Tempo, ein richtig schneller Song ist gar nicht dabei, sondern auf der mächtigen Soundkulisse. Im Gegensatz zu früher gibt sich die Truppe aggressiver mit komplexerem Material. Sollte sich in Zukunft der Preis einer CD am Energiegehalt der Songs bemessen, ich hoffe ich bringe die Labels jetzt nicht auf dumme Gedanken die Preise sind ohnehin schon an der Schmerzgrenze, so würde diese Scheibe sicher 40 Euro kosten. Es donnert, ballert und scheppert an allen Ecken, dass es eine wahre Freude ist. Mit großer Spielfreude und ungezügeltem Elan preschen die Maschinen Menschen hier aus den Boxen. Dynamisch und mit viel spielerischer Klasse geht man zu Werke. Im Vergleich zum Vorgänger ist die Eingängigkeit ein wenig in den Hintergrund getreten und man legt bei den Melodien mehr Wert auf schiere Kraft, auch ganz dezente Anleihen beim Thrash sind vorhanden. Der Bass hat bedeutend mehr Freiraum als üblich und verleit vielen Songs eine düstere Note. Die Drums können für meinen Geschmack variabler sein, das klingt stellenweise zu monoton.
Die ständigen Vergleiche mit Iron Maiden, die man beim Thema Machine Men ständig zu hören bekommt, finde ich nicht mehr angebracht. Inzwischen hat die Band sich weiterentwickelt und einen durchaus eignen Stil. Auch will mir nicht ins Ohr, dass Anthony Parviainen der Sänger von Machine Men so häufig als eine Art jüngerer Bruce Dickinson bezeichnet wird. Der MM Vokalist ist bestimmt nicht schlecht und gehört ohne Zweifel zu den Besseren in seinem Job, aber zu einem Dickinson fehlt doch noch ein Stück.
Nun, ob das eingangs angeführte Gerücht auf Tatsachen beruht weiß ich nicht, im Gegensatz zum Titel weckt die Musik jedenfalls keine Assoziationen zum politischen Geschäft. Schließlich handelt es sich hier um echten Power Metal und nicht um Schlafliedchen. |
Anspieltipps:
| | "Circus of Fools", "Ghost of the Season", "The cardinal Point" |
Tipp:
| | Man muss nicht unbedingt Iron Maiden Fan sein oder ausgewiesener Anhänger der Solo Alben von Bruce Dickinson um an dieser Scheibe Gefallen zu finden. Jeden, der dem Power Metal etwas abgewinnen kann, reißt dieses Album aus seiner privaten Energiekrise. Auch Hörer der härteren Melodic Knackwurst Mucke dürfen getrost ein Ohr riskieren. Mir gefallen besonders die Wechsel zwischen den brutalen Riffs und flinken Läufen der Sechssaiter. Zwar ist der melodische Anteil eher zurückhaltend aber immer noch so ausgeprägt, dass auch dieser Kreis hier gut bedient wird. Die Laufzeit ist mit unter 42 Minuten reichlich knapp ausgefallen. Da darf es beim nächsten Mal ruhig einen Song mehr geben. |
Titel-Liste:
| | - Circus of Fools
- No Talk without the Giant
- Ghost of the Seasons
- Tyrannize
- The Shadow Gallery
- Where I stand
- Border of the real World
- Dying without a Name
- The cardinal Point
|
Laufzeit:
Empfehlen:
|
|
 |
|
 |
|
 |
Bandinfos |
 |
 |
Neue Reviews |
 |
|