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Review: Mad Max
 
HERE WE ARE

Album:
 HERE WE ARE, 2008, A-Minor

Stil:
 Melodic Rock

Wertung:
 5 von 7
5 von 7 Punkten
 U.B., 03.11.2008

Review:
 Zugegeben, bei Mad Max denke ich zuerst an die drei Filme mit Mel Gibson und erst dann an die gleichnamige Rock Gruppe aus deutschen Landen. Dabei spielte Gibson (der mich immer an die Gitarren Firma erinnert) die Rolle von Max Rockatansky. Da ist doch wenigstens das Wort Rock im Namen enthalten. Der erste Mad Max Film erschien 1979 und fast so alt ist auch die Gruppe Mad Max. Sie feiert ihr 25 jähriges Jubiläum und zu diesem Anlass erblickte das Album HERE WE ARE das Licht der Musikwelt. Um genau zu sein war das Viertel Jahrhundert bereits 2007 rum, erschien doch das Debüt MAD MAX 1982. Neben wir es mal nicht so genau. Und wie es sich für ein Jubiläum gehört, nahm man sich etwas Besonderes vor. Während andere Bands so einen Anlass dazu benutzen ein Best Of Album unters Volk zu bringen, so durfte es in diesem Fall wesentlich mehr sein. Michael Voss Vocals, Gitarre, Mandoline und Piano, Jürgen Breforth Gitarre und Roland Bergmann am Bass ersetzten nicht nur den ausgeschiedenen Drummer Axel Kruse (der sich auf seine Stammband Jaded Heart konzentrieren will) durch Studiomusiker Mark Schulman. Der spielte immerhin schon für Foreigner und Billy Idol. Nein, man bat langjährige Freunde einige Songs mit zu komponieren bzw. zu texten. Die ließen sich nicht lange bitten und so brachten so illustre Gäste wie Axel Rudi Pell, Michael Schenker, Joe Lynn Turner, Jeff Scott Soto, Sascha Gerstner, Don Airey und Mark Storace ihre Songwriter Qualitäten mit ein.

Mit "Caravan" legt man gleich flott los. Ein echter Rocker mit sägenden Gitarren, dabei kraftvoll und melodisch.
"Where the Winds blow" ist dagegen ruhiger mit viel Keyboard. Es gibt einige dynamische Einschübe und ein schönes Gitarrensolo. Der Song erinnert mich an alte Rainbow. Kein Wunder ist der Mann an den Keys doch kein anderer als Don Airey der auch schon bei Blackmores Combo an den Tasten stand.
Mit "Here we are" folgt das Titelstück. Verhalten mit akustischer Gitarre beginnend steigert sich die Intensität bald. Der Refrain ist etwas softer. Von den Lyrics strotzt man nur so vor Selbstvertrauen heißt es da doch: "Here we are closer to the Top than ever".
"Higher and higher" wartet mit starkem Rhythmus und riffenden Gitarren auf. Gute Party Mucke für Leute die auch beim Feiern auf Rock stehen. Die Melodie zündet sofort und klingt nach Michael Schenker.
Auf "Down to Babylon" fetzt man härter über den Rock Highway. Die Gitarren dominieren klar. Die Vocals sind ziemlich aggressiv.
Mit stampfender Gitarre und etwas dunklem Anstrich gibt sich "Love walks lonely" passend zum Titel recht traurig.
Mit "Stop one Minute" wird eine AOR Ballade mit guter Hookline präsentiert. Die Vocals werden durch eine weibliche, hohe Stimme unterstützt, mal abwechselnd aber auch im Duett. Der Track regt an zum Mitsingen an.
Nach diesem Ausflug in verträumte Gefilde wartet mit "How deep" ein härteres Stück, kommt aber doch melodisch rüber. Flotte Rock Nummer mit prima Gitarrensolo im zweiten Teil.
Und gleich noch ein rotzig frecher Rocker hinterher. Bei "Donīt talk it over" passen Text und Musik sehr gut zusammen. Da hat jemand aber auch gar keine Lust mehr zu diskutieren und bringt es auch klar zum Ausdruck.
Mit "All of my Heart" gibt es wirklich was fürs Herz, eine ganz weiche Ballade mit viel Herz-Schmerz. Hier wildert man kräftig im Country Bereich mit Slide Gitarre im Hintergrund. Stellenweise erklingt ein Chor im Wechsel zu den Vocals. Die Eagles standen hier wohl Pate.
Beschaulich rockig geht es auf "Mad gone blind" zu. Der Track startet mit einer Radiomeldung über ein Schulmassaker mit 8 Toten in Helsinki. Nicht ganz zum Thema passend geht es auf dieser Midtempo Nummer nicht sehr hart zur Sache. Die Gitarren beherrschen die Szene. Hatte ich bisher schon mehrfach das Gefühl einem Bonfire Album zu lauschen, so ist das Deja Vu hier besonders stark. Das klingt schon fett nach POINT BLANK und DON`T TOUCH THE LIGHT Zeiten.
Ziemlich aus dem Rahmen fällt "Keep you alive". Zu Anfang und Ende mit Syntieklängen wechselt der Song mehrfach zwischen härteren und ruhigen Momenten. Klingt sehr modern.
"High on Wheels" man ahnt es, ist eine Bikerhymne. Stilecht zum Motorradsound hole ich sofort meine Lederjacke aus dem Schrank. Gitarren und Drums rocken mächtig und klingen rebellisch wie der junge Marlon Brando. Lang lebe Harley Davidson.
Den Abschluss bildet "Say Goodbye to Hollywood". Was für ein Schmachtfetzen, da bleibt kein Auge trocken. Mit Piano und einer tollen Gitarre die sphärisch entrückt scheinbar nur im Hintergrund und doch ständig präsent ist, schwelgt die Melodie in traurigem Blues. Die leisen Vocals werden oft nur durch Keyboard begleitet. Die tolle Stimmung und eben die Gitarre wecken bei mir spontan Erinnerungen an Gary Moore mit seinen Klassikern "Empty Rooms" und "Parisienne Walkways". Vielleicht hat der Song nicht ganz die Klasse der Moore Stücke aber es ist immer noch ein herausragender Titel.

Fazit: Nach 25 Jahren zeigen Mad Max mit HERE WE ARE überaus selbstbewusst, dass sie dem melodischen Rock treu geblieben sind und noch lange nicht zum alten Eisen gehören. Auch durch kräftige Unterstützung vieler Musikerkollegen entstand ein abwechslungsreiches Album was eine große Bandbreite des Genres abdeckt. Für meinen Geschmack hätten es zwar ein oder zwei flotte und härtere Nummern mehr sein können, das Album neigt sich doch deutlich in Richtung softeren Rock, aber das tut der Sache kaum Abbruch sind doch gerade die Balladen ausgesprochen gut gelungen. Während der Ford Falcon V8 von Max Rockatansky schon lange Rost am Turbolader angesetzt hat, klingt die Band die sich seines Namens bedient immer noch frisch und knackig.
Um auf die Mad Max Filme zurück zu kommen, die Musik zu den ersten beiden Filmen schrieb Brian May. Nein, nicht der Queen Gitarrist wie immer wieder behauptet wird, sondern ein gleichnamiger Musiker aus Australien. Na so was, schon wieder eine Namensgleichheit.

Anspieltipps:
 "Where theWinds blow", Higher and higher", "All of my Heart", "Say Goodbye to Hollywood"

Tipp:
 Freunde des Melodic Rock sollten hier die Ohren spitzen. Ständig wurde ich bei HERE WE ARE an Bonfire erinnert. Das liegt zum einen an der Stimme von Sänger Michael Voss die seinem Kollegen Claus Lessmann bei Bonfire ähnelt und zum anderen ganz einfach daran, dass beide Bands vom Stil recht ähnlich sind. Nicht nur Bonfire verstehen es auf ihre alten Tage nach wie vor zu rocken dass die Schwarte kracht, auch Mad Max scheinen im Rock einen musikalischen Jungbrunnen gefunden zu haben. Anfang nächsten Jahres ist übrigens eine Tour mit Axel Rudi Pell geplant.

Titel-Liste:
 
  1. Caravan
  2. Where the Winds blow
  3. Here we are
  4. Higher and higher
  5. Down to Babylon
  6. Love walks lonely
  7. Stop one Minute
  8. How deep
  9. Don't talk it over
  10. All of my Heart
  11. Mad gone blind
  12. Keep you alive
  13. High on Wheels
  14. Say Goodbye to Hollywood

Laufzeit:
 56:11 Min.

Band-Infos:
 
  • www.myspace.com/madmaxmusic 


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