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Review: Madina Lake |
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Album:
| | FROM THEM, THROUGH US, TO YOU, 2007, Roadrunner |
Stil:
Wertung:
| |  6,5 von 7 Punkten | | M.K., 02.10.2007 |
Review:
| | Nur durch den Sieg bei der amerikanischen Reality-Show "Fear Factor", in der man seine Ängste überwinden muss, konnten sich die Brüder Nathan und Matthew Leone den Traum einer eigenen Musikkarriere erfüllen. Die 50.000 Dollar Preisgeld wurden in Equipment investiert und kurze Zeit später landete eine Demo bei Roadrunner Records. Das Label griff zu und nach der EP THE DISAPPEREANCE OF ADALIA liegt nun das Debütalbum namens FROM THEM, THROUGH US, TO YOU in den Regalen der Musikläden.
Textlich dreht sich alles um eine fiktive Stadt in den Bergen der USA namens Madina Lake, die in den 50er Jahren stehen geblieben ist. Und wie vom Titel der EP zu schließen ist, wird ein Mädel namens Adalia vermisst. Ein Konzeptalbum also.
Los geht es mit dem genau zwei Minuten langen Intro namens "The Auspice". Es gibt hier Streicher und ein langsam spielendes Klavier zu hören, wonach Nine Inch Nails-artige Verzerrungen eine bedrohliche Atmosphäre entwickeln. Nach gut 80 Sekunden wird der Sound etwas freundlicher und heller, das Verzerren nimmt jedoch ebenso weiter zu. Dann ist das Intro schon vorbei.
Genau so langsam startet "Here I stand", doch schon nach wenigen Sekunden wird im Mid Tempo nach vorne gerockt. Frontmann Nathan Leone überzeugt mit sehr gutem Gesang, der Refrain bleibt ohne Zweifel im Ohr hängen. Mir gefällt im Chorus das Drumming von Schlagzeuger Daniel Torelli. Der nachfolgende Riff von Mateo Camargo bleibt ebenfalls im Gehörgang und geht gut nach vorne. Geschickte Tempowechsel dominieren den Song, welcher auch zwischendurch immer wieder mit Sampling zu überraschen weiß. Der Kopf wippt mit, das Quartett startet ordentlich ins Album.
Nun folgt mit "In another Life" ein schnellerer Song, der im ersten Moment an Panic! At The Disco und Fall Out Boy erinnert. Gerade das kraftvolle Verprügeln der Snare in den Strophen treibt den Song voran, doch im Refrain wird das Tempo gedrosselt. In den Strophen dominiert neben Nathan's Stimme eine Bassline seines Bruders Matthew. Wie auch in "Here I stand" gibt es auch hier ausgereiftes Songwriting mit Tempo- und Stimmungswechseln zu hören. Sogar ein Gitarrensolo findet sich in der Mitte des Stücks ein. Nach der nachfolgenden Bridge ist dann schon Feierabend. Kurzweiliges Highlight.
Als viertes Lied steht "Adalia" an, mit 02:31 Minuten eines der kürzesten Lieder auf FROM THEM, THROUGH US, TO YOU. Auch hier wird zu Beginn aufs Gaspedal gedrückt, doch ruhige, melodische Phasen haben ebenso ihre Daseinsberechtigung. Der Stilwechsel folgt relativ abrupt und wird von Nathans Gesang eingeleitet. Eine Bridge zwischen Strophe und Chorus findet also nicht statt. Wäre bei der Länge des Songs auch höchstwahrscheinlich unpassend. Dafür gibt es am End des Stücks einen Part, der tempomäßig in der Mitte liegt und den Song beendet. Ebenfalls gut.
"House of Cards" beginnt mit Keyboards, Nathans Stimme sowie treibenden Drums. Das Stück ist insgesamt langsamer als die Songs zuvor, Nathan zeigt hier mehr Bandbreite beim Gesang. Weiß zu gefallen, es wird zwischen teils höhen Tönen und aggressivem Shouts gewechselt. Gerade im Refrain gut zu hören. Mit der Textzeile "I'm afraid to be alone" wird der Bezug zum Konzept hergestellt, kurz danach bricht der Chorus los. Die Bridge in der Mitte des Songs bringt einiges an Drive in das Lied und passt wie Arsch auf Eimer. Kurz danach wird man mit sphärischen Keyboardsounds wieder auf den Boden der Tatsachen gebracht, bevor es mit tribalartigen Drumming und geflüsterten Vocals weiter geht. Daraufhin ist schon wieder Zeit für den Refrain. Dann ist Feierabend. Gutes Lied.
Als sechstes Stück folgt "Now or never", welches mit einem schnell gespielten Riff und seicht gesungenen Vocals beginnt. Klingt etwas wie Blink-182 und Konsorten, hier regiert der (Pop-)Punk. Wenn im Hintergrund American Pie läuft, kann man sich den Original Soundtrack sparen. Von der Stimmung her positiver als "House of Cards", fast schon fröhlich. Macht definitiv gute Laune, ist im Endeffekt ein Standard-Pop-Punk-Song, wie man ihn von American Pie und Konsorten kennt. Erfüllt seinen Zweck. Nach 03:11 Minuten ist eigentlich alles gesagt, doch der Song geht mir Verzerrungen sowie Klavier weiter, erinnert also ans Intro.
Düster und im ersten Moment an so manche Marilyn Manson-Ballade erinnernd beginnt "Pandora". Kurz danach geht es jedoch wieder mit stampfenden Beats weiter, man erinnert sich wieder an Panic! At The Disco. Im Refrain wird ein Klavier eingebaut, klingt gut. Überhaupt bauen sich die Strophen immer weiter auf, Instrumente werden hinzugefügt, es wird ausprobiert. Im Chorus geht es dann gesittet weiter, danach folgt eine ruhigere Bridge, die in einen weiteren interessanten Part mündet. Der Refrain folgt, die Jungs wissen, wie man Songs schreibt.
Mit einer ruhigen Gitarre und abermaligen Einsatz des Klaviers sowie verzerrten Vocals starten Madina Lake in "Stars". Nach gut dreißig Sekunden finden jedoch auch Bass und Drums den Weg ins Stück, es geht dennoch ruhig weiter. Sehr balladesk gehalten, doch nach einer guten Minute bricht der Song überraschend laut los. Der Refrain zeigt sich hymnenhaft und weckt Erinnerungen an My Chemical Romance, die nachfolgende Strophe erinnert mich an Muse. Mit einer weiteren, bedrohlich geflüsterten Strophe geht es weiter, danach darf Nathan auch mal etwas aggressiver singen. Nach einem weiteren Chorus folgen ein paar härter gespielte Riffs, danach Synthesizing und dann ist vorbei.
Die "River People" kommen im gemächlichen Mid Tempo aus den Boxen gekrochen und erzeugen eine passende Atmosphäre. Nathan Leone überzeugt einmal mehr mit passenden Vocals, der pumpende Bass von Matthew Leone tut sein übriges. Ruhiges Stück mit genialem Songwriting. Auch die Synthie-Keyboard-Sachen werden äußerst passend eingesetzt. Einfach, aber effektiv.
Weiter geht es mit dem kitschig betitelten "One last Kiss". Dieses entpuppt sich jedoch zu Beginn mit einem harten Nu Metal-Riff zu einem Hybrid aus Breaking Benjamin und Atreyu. Die Strophen bieten fast schon gesprochene Lyrics, während im Refrain das Gespür für Ohrwürmer zum Vorschein kommt. Diese Reihenfolge wiederholt sich nun noch einmal, danach geht es mit einer druckvollen Bridge weiter, die ebenfalls leicht an My Chemical Romance erinnert. Der Chorus folgt ein weiteres Mal in einer extra langen Version, dann wird der Riff vom Beginn gespielt. Schluß. Wie? Mehr ist nicht? Nein, "One last Kiss" ist Füllmaterial.
Vielversprechender beginnt da schon das nachfolgende "Me vs. the World". Eine sauber gespielte Gitarrenmelodie wird von der recht schnell spielenden Band unterstützt, während in den Strophen Platz für Drums, Synthies und Gesang ist. Im Refrain geht es dann ohrwurmlastig weiter, hier wippt man gerne mit. Hiernach nimmt der Song etwas mehr an Fahrt auf und kommt gut in Tritt. Nach einer im selben Tempo wie der Refrain gespielten Bridge folgt ein kleiner Tempowechsel, bevor es mit einer abgeschwächten Chorusversion weitergeht. Dann wird das Gaspedal wieder behutsam gedrückt, der Song erreicht wieder Betriebstemperatur und geht mit Synthies zufriedenstellend zu Ende.
Mit "Morning Sadness" folgt der vorletzte Song auf FROM THEM, THROUGH US, TO YOU. Eine Ballade entwickelt sich, eine ruhige Gitarrenmelodie, langsame Drums und schwermütige Gesangslinien zeigen sich hierfür verantwortlich. Am besten an diesem Stück gefallen mir die Gitarrenmelodien in den Strophen, die einen Kontrast zum langsamen Gesang darstellen. Übernommen wird diese Melodie im Refrain von etwas zu hektisch klingenden Keyboards, denn dort ist die Gitarre um einiges härter und langsamer präsent. Nach dreieinhalb Minuten ist Schluß, kurz danach startet ein Interlude mit weiblichen Gesprächsfetzen, Sampling und Keyboardteppichen. Dieses Spielchen gibt es nun knappe zwei Minuten auf die Ohren, dann ist "Morning Sadness" offiziell vorbei.
Mit einem verzerrten, groovy Boogie-Riff beginnt "True Love". Dazu gesellen sich flüsternde Vocals und langsame, zögerliche Keyboardmelodien. Dann bricht der Song los und entwickelt sich zum schnellsten Stück, jedoch nur kurzzeitig. Ruhe kehrt wieder ein, bis der Chorus wieder Gas gibt und mit geshouteten Vocals aufwarten kann. Doch auch klarer Gesang steht im Vordergrund und wird gut in Szene gesetzt. Mit 06:02 Minuten ist "True Love" das längste Stück auf dem Debütalbum des amerikanischen Quartets und bietet viel Abwechslung, unter anderem einen komplett allein gesungenen Part mit daraufhin einsetzenden Refrain. Hiernach wird es schon fast progressiv, es wird experimentiert, bis der Song nach vier Minuten ausfadet und durch einen weiteren Keyboardteppich ersetzt wird. Dazwischen gibt es verzerrte Drums und vereinzelt Stimmen. Erinnert etwas an Linkin Parks Spielereien für Zwischendurch. Hiermit endet sowohl Song als auch Album.
Fazit: Ich muss ehrlich sagen: Ich habe weniger erwartet. Madina Lake überraschen mit einem in sich schlüssigem Konzeptalbum, welches mit überraschenden Momenten und genialen Stimmungswechseln im Songwriting glänzen kann. Man erlebt verschiedene Atmosphären, die Geschichte um die vermisste Adalia wird allein durch die Musik sehr gut erzählt.
Das junge Ami-Quartett bietet auch an den Instrumenten astreine Kost, die zwischen Post-Hardcore, Emo, Punk und einer Prise Pop (was für die meisten Refrains gilt) pendelt und dennoch fast immer den richtigen Mittelweg findet.
Ab und zu schauen zwar Bands wie My Chemical Romance oder auch Panic! At The Disco in einer kleinen Stadt namens Madina Lake vorbei, doch für ein Debüt kann FROM THEM, THROUGH US, TO YOU auf ganzer Linie und mit guter Produktion überzeugen. |
Tipp:
| | Sollte man als Ganzes hören. Wenn ich jedoch einen einzelnen Song herausheben müsste, dann würde es wohl "House of Cards" sein. |
Titel-Liste:
| | - The Auspice
- Here I stand
- In another Life
- Adalia
- House of Cards
- Now or never
- Pandora
- Stars
- River People
- One last Kiss
- Me vs. the World
- Morning Sadness
- True Love
|
Laufzeit:
Band-Infos:
| | www.madinalake.com  |
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