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Review: Maeder |
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Album:
Stil:
Wertung:
| |  5 von 7 Punkten | | J.G., 01.09.2007 |
Review:
| | Australien, das Land der Gegensätze. Hier wohnen nicht nur Regenwald und Wüste nebeneinander oder tummeln sich Millionen Menschen in Metropolen an den Küsten ebenso wie wenige Ureinwohner in nahezu menschenleeren Wüstenregionen. Auch musikalisch wird Australien von Gegensätzen geprägt. Einerseits hatten es Bands wie Men at Work, Midnight Oil und INXS in der Vergangenheit geschafft, den australischen Pop-Sektor in aller Welt bekannt zu machen, andererseits sind es auf dem härteren traditionellen Sektor AC/DC, Rose Tattoo und John Farnham, die nicht nur internationale Beachtung fanden, sondern bis heute viele Musik-Generationen nachhaltig beeinflussten.
Bands, die griffige moderne Songs mit der Tradition ihrer australischen Vorbilder unter einen Hut brachten, ohne als Klon dazustehen, gibt es jedoch eher selten. Hier hatten es die beiden Maeder-Brüder etwas leichter, als andere, da sie sowohl in Australien, als auch in der Schweiz aufwuchsen und so die europäische Szene ebenso, wie die heimatliche beobachten konnten. Nach dem Sammeln von Erfahrungen in einigen Bands und jeder Menge Live-Auftritten, wollten sie endlich ihr eigenes Ding durchziehen. Das Ergebnis ist ihre eigene Band Maeder, die die beiden Brüder Nicholas und Sebastian mit dem Bassisten Kit Riley und Drummer Travis Tragani komplettierten.
Ob es das Debüt nun wirklich geschafft hat, Tradition und Moderne erfolgreich zu verbinden, muss sich zeigen.
Der Opener "Never last" startet mit der brutalen Erkenntnis, dass man sich schamlos einige AC/DC-Riffs Marke "Back in Black" bedient hat. Damit ist zumindest schon nach wenigen Augenblicken der Ursprung der Truppe klar erkennbar. Glücklicherweise schafft man beim Refrain noch den Sprung in Richtung Men at Work. Musikalisch gibt es nichts zu meckern. Die Riffs laden sofort zum mitnicken ein und Nicholas versucht stimmlich auf Steve Tylers-Spuren zu wandeln, was ihm recht gut gelingt.
Aha, zumindest wollen Maeder nicht als waschechter AC/DC-Klon gelten, haben aber noch keine Versuche unternommen, sich mit einem eigenständigen Anstrich von schon bekannten Größen zu distanzieren.
Auch "Another Thing comin'" (nicht zu verwechseln mit "You've got another Thing comin'" von Judas Priest, auch wenn dies gesungen wird!), setzt voll auf Tradition und reitet entlang der Rock-Pfade von Aerosmith und Rose Tattoo. Sicherlich keine schlechte Sache, macht es doch einfach Laune, die Nackenmuskeln mit altbekannten Rhythmen vor dem Rheuma zu bewahren.
Etwas ruhiger geht es bei "Future Story" zur Sache. Mit seinen balladesken Hooklines schafft man es spielend, den Gehörgängen zu schmeicheln.
Auf Nummer sicher versucht man bei "No Grass is greener than your own" zu gehen, zumindest, was die Radiotauglichkeit betrifft. Hier regiert eindeutig der Pop und schickt alle Rock-Versuche in den dunklen Keller. Was sich bereits seit ein paar Titeln angedeutet hatte, kommt nun deutlich zu Tage. Maeder goes Aerosmith - sicherlich nicht schlecht, aber weder "hard" noch "heavy" noch "kreativ".
Um nicht zu sehr in eigenen Landesgefilden zu wildern, wagt man mit "Business in me" den Sprung in die Alpenrepublik, als der zweiten Heimat. Krokus und Gotthard würden sich bestimmt geschmeichelt fühlen angesichts des Fabels der Australier für ihre Musik. Jedoch hätten sie auch keine Probleme an vielen Stellen ihre eigene Handschrift wieder zu finden.
Die erste richtige Ballade wird mit "Night and Day" geboten. Duett-Gesang, Akustikgitarren, Piano-Klänge und dezente orchestrale Elemente verhelfen zur passenden Atmosphäre und laden für einen kurzen Augenblick zum Träumen ein.
Musikalisch und stilistisch wird sich ab nun bis zum Ende nicht mehr viel ändern.
"You're a Freak" mit leichter Punk-Attitüde, "You make me die" und "Piece of me" mit traditionsgebundener Mid-Tempo-Hausmanns-Riff-Kost, der schnelle Rose Tattoo-lastige "It's all good"-Rocker und mit "White Pillow" einer zweiten Ballade, wird für gute Stimmung gesorgt.
Aber...
...hätte man nicht selbst so sehr auf ein quasi "fehlendes Glied" in der australischen Musikszene bestanden, so hätte ich die Parallelen zu entsprechenden Ideengebern nicht hervorgehoben. Was ist schlecht daran, sich AC/DC, Aerosmith und Gotthard genauer zu Gemüte zu führen um daraus griffige und voll rockende Bastards zu zimmern.
Fazit: Maeder hinterlassen mit ihrem Debüt, handwerklich gesehen, einen guten und soliden Eindruck. Die Truppe versteht etwas vom Songwriting und bringt auch genügend Herzblut und Spielfreude für einen standesgemäßen Rocker mit. Man lädt den Zuhörer zum mitnicken oder Luftgitarrespielen ein und ist in jedem Fall partytauglich.
Das noch größte Manko ist jedoch die fehlende Eigenständigkeit und ein durchgängiges stilistisches Konzept. Bedingt durch die vielen Anleihen bei großen Bands, fällt es schwer die Maeder-Titel dauerhaft im Gedächtnis zu behalten. Man erinnert sich einfach viel leichter an bereits Bekanntes.
Wichtig ist jedoch, dass der erste Schritt bereits in eine viel versprechende Richtung weißt und man hoffentlich noch mehr von der Truppe aus Down Under zu hören bekommt. |
Tipp:
| | Für alle, die mit AC/DC, Rose Tattoo, Aerosmith und Gotthard etwas anfangen können, werden an Maeder sicherlich ihre Freude haben, denn mit Ausnahme der Schweizer, halten sich in den letzten Jahren die Output der anderen Bands stark in Grenzen. |
Titel-Liste:
| | - Never last
- Another Thing comin'
- Future Story
- No Grass is greener than your own
- Business in me
- Night and Day
- You're a Freak
- You make me die
- It's all good
- Piece of me
- White Pillow
- Give away
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Laufzeit:
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