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Review: Magnus
 
ACCEPTANCE OF DEATH

Album:
 ACCEPTANCE OF DEATH, 2010, Witching Hour

Stil:
 Death Metal, Thrash Metal, Black Metal

Wertung:
 5 von 7
5 von 7 Punkten
 M.U., 20.08.2010

Review:
 Aller guten Dinge sind Drei. Mit Magnus liegt uns in kurzer Folge nach Moon und Non Opus Dei die dritte Band aus Polen vor. Allerdings kommen sie nicht wie Non Opus Dei und Moon aus Olsztyn sondern aus Wroclaw. Gegründet wird die fünfköpfige Band schon 1987 und beschäftigt sich thematisch mit Tod, Zerstörung, Wahnsinn und Antifaschismus. Bereits im darauffolgenden Jahr erscheint das erste Demo THRASH-SPEED-BLOOD. In den nächsten drei Jahren folgen noch drei weitere Demos. Und im Jahre 1992 die beiden Alben THE GODS OF CRIME und I WAS WATCHING MY DEATH (passt perfekt zur thematischen Ausrichtung). Zwei Jahre später dann das vorerst letzte Album ALCOHOLIC SPRIT. Danach trennt sich die Band. 13 Jahre später findet man dann wieder zusammen (hatten wir das nicht schon einmal vor kurzem?). Die Produktion des neuen Albums beginnt auch sogleich und so erscheint 2010 das Album ACCEPTANCE OF DEATH unter der Regie des Labels Witching Hour Productions. Ein weiteres Album ist geplant. Na dann wollen wir mal...

Der erste Song ist auf jeden Fall kein Intro. Aber dafür bietet "False God" gleich ein Inferno an Klangerlebnissen. Wer jetzt die Lautstärke zu hoch eingestellt hat, kann seinen Lautsprechern 'Ade' sagen. So was von einem gnadenlosen und brachialen Anfang. Da erschrickt man schon beim Einlegen der CD. Vollkommen durchgeknallte Instrumente plärren einem entgegen.
Mit "Appear" geht es im gleichen Rhythmus weiter. Doch der Schockeffekt ist nicht vorhanden. Den hatten wir ja schon zuvor. Allerdings ist es auch nicht mehr ganz so brachial, eher schon "gemütlich". Gut, bei den Stilelementen von "gemütlich" zu sprechen ist eher verfroren. Erwähnenswert ist die Kombination aus Passagen härtester Gangart und dann wieder sehr ruhigen Passagen.
Auch "Spirits" und "Essence" sind kein Kind von Traurigkeit. Wer es knallhart mag, kommt hier aus seine Kosten. Definitiv! Die Songs klingen, man muss es wiederholen, recht aggressiv und auch depressiv. Gut, bei den angegebenen Stilrichtungen auch ein Wunder. "Essence" hat allerdings einen leicht psychedelischen Einschlag.
Titelmässig hält man sich sehr im Zaum. "Worm" ist nun nicht gerade aussagekräftig. Aber seine Vorgänger sind auch nicht besser. Hatten wir bisher mehr die Richtung Death oder Thrash Metal, so machen wir hier nun einen Ausflug ins Gefilde des Speed Metals, gepaart mit Elementen des Death und Thrash Metal.
"To understand Death" klingt irgendwie anders. Man hat fast den Eindruck, dass man auf stilistische Elemente der guten alten Zeit zurückgereift. Denn Riffs á la Black Sabbath sind erkennbar. Die gehen doch dann unter im einen Gewitter aus brüllendem Gesang, einem an das "Tier" erinnernden Schlagzeuger und einem Gitarristen, der wohl sein Instrument schnellstmöglich ins Nirwana befördern möchte.
Und mit "Nothing more" hauen wir gleich in die selber Kerbe. Da tut sich musikalisch nicht viel Neues auf. Und als Reaktion darauf wenden wir uns gleich dem nächsten Song "Private Religion" zu. Der ist völlig anders als alles was man bisher gehört hat. Schon alleine der Gesang hat eine komplette andere Art. Der klingt richtig gut und begeisterungsfähig. Der erinnert mich sehr stark an den Sänger von Dry Kill Logic. Der Song hat echtes Groove-Potential. Der Beste bisher.
Weiter geht es mit "When you rest 6 Feet under". Hat aber nichts mit der Band Six Feet Under zu tun. Auch wenn sie im Titel vorkommen. Der Song ist so richtig eine Ruheoase. Da kann man endlich entspanne. Entspannen? Ne, doch nicht. Das herrscht Chaos pur. An manchen Stellen stoppt der Song und man denkt, jetzt ist Ende, doch dann geht es weiter. Und das ein paar Mal. Nicht gerade prickelnd, zumal es den Hörer irgendwie in Panik versetzt. Ist der CD-Player nun tot? Ist der PC ein Fall für den Mülleimer?
Zu diesen Gedanken passt der nächste Song "They’ll Bury" wie die Faust aufs Auge. Wir begraben einfach alles. Aber der Tote wird damit nicht viel Spaß haben, denn dieser Song weckt Tote auf. Knallhart, brutal und von unglaublicher Geschwindigkeit. Gesanglich weiß man zwar nicht wohin es geht, aber weiß das ein Toter auch? Auf jeden Fall klingt das Ganze ziemlich schrill und eher in Richtung experimentell. Nicht für jeden Geschmack geeignet.
Da ist doch der "Mournful Song" wieder etwas für den "gewöhnlichen" Hörer. Zwar nicht so schnell, eher getragen, aber dennoch in einer Art, die den Song hörenswert machen.
Und wer weder begraben noch betrauert werden soll, sollte sich mit dem Song "Just like Life" bestens identifizieren. Wenn man dem Song auch keine gewisse Fröhlichkeit außerhalb von Tod und Begräbnis bescheinigen kann, so ist er doch von grundsolider Machart nach bewährtem Muster.
Mit einem musikalischen Feuerwerk endet das Album. Das Feuerwerk nennt sich "There’s no Use lamenting". Um potentielle Hörer/Käufer nicht abzuschrecken, begibt man sich zurück auf den "Pfad der Tugend" und bietet Standardkost so wie man es überwiegend bisher gehört hat.

Fazit: Man, das war echt harter Stoff. Dagegen sind Non Opus Dei und Moon echte Weicheier. Und die waren schon richtig gnadenlos. Aber was Magnus da abliefert, ist der Gipfel des Eisbergs. Da sollten sich nur wirklich hartgesottene Black Metaller ran wagen. Hier eine weitere Bewertung abzugeben fällt schwer. Denn das ist eine Musik, die man bewertungsmässig nicht richtig einordnen kann. Sicherlich zeigt das Album einen meist durchgängigen Stil. Aber wie auch bei den beide anderen Bands gleicher Stilrichtung wird es im Verlauf etwas eintönig, da man immer wieder auf der gleichen Welle reitet. Das dürfte wohl auch das generelle Problem solcher Bands sein, deren Stilrichtungen wenig Variationen zulassen.

Anspieltipps:
 Als Schocker ist "False God" bestens geeignet. Weitere Tipps sind: "Appear", "To understand Death", "Private Religion" und "Mournful Song".

Titel-Liste:
 
  1. False God
  2. Appear
  3. Spirits
  4. Essence
  5. Worm
  6. To understand Death
  7. Nothing more
  8. Private Religion
  9. When you rest 6 Feet under
  10. They’ll Bury
  11. Mournful Song
  12. Just like Life
  13. There’s no Use lamenting

Laufzeit:
 38:11 Min.

Band-Infos:
 
  • www.magnusmetal.com 


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