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Review: Mama Kin
 
IN THE CITY

Album:
 IN THE CITY, 2009, Sound Polution

Stil:
 Hard Rock

Wertung:
 5,5 von 7
5,5 von 7 Punkten
 J.G., 19.12.2009

Review:
 Es hat etwas gedauert, bis es bei mir im Kopf Klick gemacht hatte und ich den Namen "Mama Kin" als eines Lieder von Aerosmith zuordnen konnte. Das war jedoch nicht die einzige Überraschung, die mir die Schweden beschert hatten. Manche können ihre musikalischen Wurzeln wirklich nicht verleugnen und wenn auch das Alter dagegen spricht, wirklich live in dieser Ära aufgewachsen zu sein, so kann man prenatale Prägung nie ausschließen. Vielleicht war Wards Mutter ein begeisterter Kiss-Fan und hat diese Leidenschaft bereits im Mutterleib an ihren Sprössling weiter gegeben. Denn nicht nur die stimmliche Ähnlichkeit zu Paul Stanley, sondern auch das Songwriting zeigen eindeutig in Richtung der US-amerikanischen Schminkteufel.

Dabei sind es jedoch mehr die 80er Jahre der US-Kulttruppe mit Alben wie ANIMALIZE, ASYLUM und CRAZY NIGHTS, die im musikalischen Fokus der Skandinavier standen und so verwundert es kaum, dass man Songs wie den Opener "Badge and a Gun" oder das spätere "You belong to me" auch auf solchen Alben erwarten könnte.
Immer genügend Schubkraft unter der Haube zu haben, ist sicherlich für jeden Autofahrer ein beruhigendes Gefühl. Aber nicht nur im Auto macht der Vortrieb jede Menge Laune. Songs wie "Mrs. Operator", "Higher & higher" oder "Fortune & Fame" leben vom Druck und der Flucht nach vorne, die sicherlich so manchen Rockfan voll mitreißen und zum Abtanzen animieren sollte.
Wer jetzt denkt, melodisch und eingängig war nur am Anfang angesagt, den belehren die Schweden eines besseren, denn "You" überzeugt als Vorletzter auf der Scheibe neben einer gesunden druckvollen Härte genau mit diesen Eigenschaften.
Für den Schluss haben sich Mama Kin noch ein ganz spezielles Bonbon aufgehoben und überraschen mit einem Highspeed-Rock'n'Roller "Champagne Chicks & Rock'n'Roll", der es nicht nur textlich auf den Punkt bringt. Hier wird die Leidenschaft für Rock der 80er geliebt und gelebt - und das ist es schließlich, was Rockmusik vermitteln soll "pure Lebensfreude".

Fazit: Mehr, mehr, mehr, das sind meine ersten Gedanken, als die letzten Töne des Schlusstitels verklungen sind. Schade nur, dass die Scheibe mit ihren knappen 36 Minuten nur ein recht kurzweiliges Vergnügen bereitet und Obermixer, Masterer und Produzent Rikard Löfgren die Jungs nicht dazu bewegt hat, noch 1-2 Songs drauf zu packen.
Ansonsten kann man aber wirklich nicht meckern, angesichts der gebotenen Kost und der druckvollen und blitzsauberen Produktion. Auch wenn man hinter dem Coverbild, das sich zur Abwechslung einmal eher an weibliche Fans richten sollte, eine Sleaze- oder Glam Rocker-Dutzendware vermuten würde, so kann der gebotene 80er Jahre Hard Rock auf der ganzen Linie überzeugen. Lediglich etwas weniger Lippenstift wäre mir lieber gewesen, aber den "hört" man schließlich nicht...

Tipp:
 Kiss-Fans aufgepasst, auch wenn vielleicht unbedingt auch die Schminke zur Performance eurer Lieblinge gehören mag, so zeigen die Jungs von Mama Kin, dass die Ära auch nach dem Abtreten der großen "Vier" nicht gänzlich in Vergessenheit geraten wird.

Titel-Liste:
 
  1. Badge and a Gun
  2. In the City
  3. You belong to me
  4. Mrs. Operator
  5. Higher & higher
  6. Too much
  7. Fortune & Fame
  8. Superman
  9. You
  10. Champagne Chicks & Rock'n'Roll

Laufzeit:
 35:56 Min.

Band-Infos:
 
  • www.mamakin.se 

  • Probehören und Kaufen:
    Mama Kin: In the City

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