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Review: Marshall Law
 
POWER GAME

Album:
 POWER GAME, 2008, Majestic

Stil:
 Heavy Metal

Wertung:
 4 von 7
4 von 7 Punkten
 U.B., 07.07.2008

Review:
 Die Band Marshall Law existiert schon seit fast zwanzig Jahren und das Album POWER GAME erschien bereits 1993 und war damals der zweite Longplayer der Briten. Für Ende des Jahres ist eine neue Scheibe mit dem Titel RAZORHEAD angekündigt und da wollte das Label wohl mit diesem remastered Re-release vorab noch mal Kasse machen. Musikalisch verwurzelt ist die Band in den Achtzigern und erinnert mich stark an Saxon und Judas Priest ohne aber deren Klasse zu erreichen.

Die beiden ersten Nummern "Chain of Youth" und "Another Generation" kommen mit druckvollen Drums und knackigen Gitarrenriffs daher. Die Vocals sind zum Teil Sprechgesang und werden im Chorus mehrstimmig unterstützt. Ansonsten reichlich unspektakulär die Sache.
Da kann "Searching for Paradise" deutlich besser bei mir punkten. Mit starkem Bass und melodischem Gitarrenspiel startet man wesentlich sanfter bevor die Drums erneut wüten und die Riffs düster einheizen. Die Vocals wechseln, mal aggressivem Sprechgesang mal normale Gesangseinlage. Der Song ist erheblich eingängiger als die vorangegangenen.
"Naked Aggression" wird von Gitarren und Drums dominiert und stampft ziemlich chaotisch dahin. Stellenweise sehr disharmonisch und mit einer 08/15 Melodie versehen, ist der Song einer der schwächsten auf der Scheibe.
Bei "No Justice" schlägt das Pendel wieder in die andere Richtung aus. Balladesk gewinnt die Nummer langsam an Fahrt. Die Gitarren sind zur Abwechslung viel sanfter und die ausgedehnten Soli spürbar melodisch wie der ganze Song. Auch die Vocals mit einem breiteren Spektrum als bisher, unterstützt durch einen guten Chor im Hintergrund, wissen zu gefallen.
Der Titelsong "Power Game" beginnt mit starkem Bass bevor erst eine, dann die zweite Gitarre mit stampfendem Rhythmus sich dazu gesellt. Die Vocals sind speziell in den höheren Tönen reichlich dünn. Da fehlt der Stimme einiges an Kraft. Hervorheben möchte ich die Gitarren, die abwechselnd zu kurzen Solos starten. Vom Songwriting eine nicht wirklich überzeugende Nummer.
Was für "Power Game" zutrifft lässt sich auch bei "Edge of the World" bekritteln. Limitierte Vocals, belangloser Song an dem dass Zusammenspiel der Gitarren noch das Beste ist.
Leider ist "Psychodrama" ebenfalls kein Knaller. Weder der rotzig freche Gesang noch die monotone Melodie geben dem Track ausreichend Profil.
Mit "Dead Zone" wird endlich besseres Material aufgefahren. Mit Schmackes rockt man los, die Gitarren schmettern und die Drums knallen gehörig. Dazu flirrende Gitarrensolos und die dynamischen Backing Shouts sind Garant für eine ordentliche Power Nummer.
Mit einem Glockenspiel beginnt "Leviathan" bevor die Riffkaskaden einem um die Ohren fegen. Schon nach wenigen Momenten ist klar, wer bei diesem Song Pate stand. Das klingt dermaßen nach Priest, dass die Nummer schon als Tribut Song durchgeht. Dennoch eine der besten Lieder auf der Scheibe.
Die Radio Edit Version von "Naked Aggression" unterscheidet sich kaum von der anderen. Warum man ausgerechnet von einem der schwächeren Songs noch eine andere Aufnahme gewählt hat, ist mir ein Rätsel.

Fazit: Zwar kann das Album bei der Produktion voll überzeugen, selten habe ich eine so räumliche Aufnahme gehört bei der die einzelnen Instrumente so gut ortbar sind, auch an dem nötigen Druck herrscht kein Mangel, aber das Songwriting lässt doch zu wünschen übrig. Die Musiker beherrschen ihre Instrumente aber die einzelnen Songs sind zu austauschbar, da fehlen einfach markante Tracks die sich im Gedächtnis festsetzen. Vieles plätschert so dahin und eignet sich nur zum "nebenbei hören". Mir fehlt es an Substanz. Auch die Vocals sind bestenfalls Mittelmaß. Man eifert den bekannten Vorbildern stilistisch nach, doch erreicht sie nie. Ein altes Album soundtechnisch aufzupolieren und eine Radio Edit Version eines Songs der ohnehin schon auf der Scheibe ist, genügen mir nicht als Grund für ein Re-release.

Anspieltipps:
 "Searching for Paradise", "No Justice", "Dead Zone" und "Leviathan"

Tipp:
 Wer vom Stil der NWOBHM nicht genug bekommt und alle Werke von Priest und Saxon schon im Schrank hat, findet hier weiteres musikalisches Futter. Doch warum sollte man hier zugreifen wenn die Originale klar besser sind?

Titel-Liste:
 
  1. Chain of Youth
  2. Another Generation
  3. Searching for Paradise
  4. Naked Aggression
  5. No Justice
  6. Power Game
  7. Edge of the World
  8. Psychodrama
  9. Dead Zone
  10. Leviathan
  11. Naked Aggression (Radio Edit Version)

Laufzeit:
 46:32 Min.

Band-Infos:
 
  • www.marshalllaw.co.uk 


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