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Review: Meat Loaf |
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Album:
| | HANG COOL TEDDY BEAR, 2010, Universal |
Stil:
Wertung:
| |  6,5 von 7 Punkten | | J.G., 27.04.2010 |
Review:
| | Was wäre die Rock- und Metal-Szene ohne ihre Vielzahl an Urgesteine, die inzwischen zu fossilen Brennstoffen gealtert sind, aber es noch immer verstehen, so manches Großfeuer in den Herzen der Musik-Fans zu entfachen. Einer davon, der bereits seit 1967 sein Unwesen in der Szene treibt und wirklich kaum eine Höhe und besonders Tiefe ausgelassen hat, ist kein geringerer als Marvin Lee Aday, besser bekannt unter dem Spitznamen Meat Loaf, den er von seinem Vater verpasst bekam, und neben seiner musikalischen Outputs wohl vor allem in seiner Rolle als Rocky im Kultfilm "The Rocky Horror Picture Show" weltweite Bekanntheit erlangte.
Obwohl das Debüt-Album BAT OUT OF HELL bereits vor 33 Jahren erschienen ist und Meat Loaf seine größten Erfolge mit Hilfe von Songwriter Jim Steinman feiern konnte, so hat sich seit damals viel getan, aber eigentlich auch wieder nicht. Auch wenn diesmal andere das Songwriting übernommen haben, passt das Gesamtpaket wie angegossen für Meat Loaf und versteht es alle seine Stärken auszuspielen. Basierend auf einer gleichnamigen Kurzgeschichte HANG COOL TEDDY BEAR von Kilian Kerwin hat man nicht nur den richtigen roten Faden für das Album gefunden, sondern konnte gleich eine Heerschar an Gastmusiker und Mitstreiter gewinnen, die auch genau dort auftreten, wo sie am besten zur Geltung kommen. Wie nahe dabei seine Ambitionen für Film und Musik beieinander liegen wird bei der Durchsicht der kleinen Who is who-Liste schnell klar. Hier tummeln sich neben Gitarrengott Steve Vai der Schauspieler Jack Black, übernimmt das Songwriting ein wieder aus der Versenkung aufgetauchte Justin Hawkins, der auch gleich Background Vocals und Gitarre beisteuert. Was wäre Meat Loaf ohne Frauen und deshalb ist Kara Dioguardi ebenso wie Patti Russo auf der Vocals-Liste. Ach erwähnte ich Queen-Mastermind Brian May als Gastgitarrist und Jon Bon Jovi, Desmond Child und Billy Falcon als Songwriter? Das weitere Dutzend an Musikern, und Songwritern erspare ich mir, aber ich denke schon diese kleine Aufzählung spricht für sich. Hier wurde mächtig geklotzt und nicht an der falschen Stelle gespart. Klar kann sich nicht jeder leisten, mit einem Produzenten wie Rob Cavallo mehrere Monate im Studio abzusitzen. Solche Leute haben schließlich noch andere Kunden wie Kid Rock, Green Day, Arvil Lavigne und My Chemical Romance zu behüten.
Rentiert hat es sich jedoch auf der ganzen Linie, denn das Ergebnis ist vom Cover-Artwork bis zur letzten Note ein unverkennbarer Meat Loaf geworden.
Ein orchestral-bombastisches Intro ebnet den Weg für das melodische Up-Tempo-Opener-Goldstückchen "Peace on Earth", das sofort an die gute alte Meat Loaf-Zeit vor dreißig Jahren (oder auch mehr) erinnert ohne dabei angestaubt zu wirken. Fette eingängige Hooklines wechseln sich ab mit dominanten Gitarren-Soli und orchestral unterstütztem Bombast. Genau so dosiert, wie es Meat Loaf Fans lieben sollten.
Überraschend flott sorgt "Living on the Outside" ebenfalls für Retrogefühle, bevor das Akustik-Gitarren-begleitete "Los Angeloser" mit seinem tierischen Groove wieder etwas den Fuß vom Gas nimmt.
Wer jetzt denkt, das wars mit dem flotten Rock, der hat die Rechnung ohne die Frauen gemacht. Kara Dioguardi veredelt "If I can't have you" nicht nur mit ihrer Stimme im Duett mit Meat Loaf, sondern beteiligte sich auch aktiv am Songwriting des druckvollen Rockers Marke Doppelrahmstufe.
"Love is not real", ein unverkennbarer Justin Hawkins würde man bei einem Gemälde sagen. Unschwer zu erkennen auch die beiden Gäste Steve Vai und Brian May an den Sechssaitern.
Der Film 'School of Rock' mit dem Looser und Zufallslehrer Jack Black lebt weiter in "Like a Rose", wo beide Sänger hörbar Spaß an der Sache haben und einmal mehr den Rocker raus hängen lassen.
Wer bisher die besinnlichen Töne vermisst hat, braucht nicht länger zu warten. Das düster walzende "Song of Madness" holt Versäumtes nach.
Und Balladen-Freunde sollten mit "Did you ever love Somebody" die richtige Dosis Schmalz Made by Meat Loaf abbekommen.
Damit ist dann auch die Bandbreite gänzlich abgesteckt. Aber es bleibt trotzdem abwechslungsreich und spannend bei den restlichen der insgesamt 13 Songs bis zum krönenden Schluss.
Den bildet das sechsminütige Epos "Elvis in Vegas" aus der Feder von Bon Jovi/Child/Falcon, das nicht nur textlichen Tiefgang besitzt sondern mit gesundem Tempo druckvoll an alte Tugenden anknüpft und bei den meisten Zuhörern wohl einen weiteren Durchlauf provozieren sollte.
Fazit: Spätestens nach dem ersten Durchlauf von HANG COOL TEDDY BEAR sollte klar sein, wer den wahren Meister in Sachen melodischer, tief schürfender Bombast-Rockmusik verkörpert: Meat Loaf. Damit verweist der 1951-Jahrgangssekt die meisten Möchtegern Jungspunt-Proseccos in ihre Schranken. Es genügt eben nicht nur sich eine Mähne wachsen zu lassen und möglichst nie die Lederhose zu wechseln, aber dafür häufig die Bräute. Äußerlichkeiten hinterlassen einfach auch nur einen flüchtigen Eindruck. Erst wer voll mit Herz und Seele bei der Sache ist, darf sich auch Rockmusiker nennen. Meat Loaf ist einer der Wenigen, die sich einen solchen Titel hart erarbeitet haben und uns hoffentlich noch ein paar Jahre länger mit ihrer Leidenschaft begeistern werden. |
Titel-Liste:
| | - Peace on Earth
- Living on the Outside
- Los Angeloser
- If I can't have you
- Love is not real
- Like a Rose
- Song of Madness
- Did you ever love Somebody
- California isn't big enough
- Running away from me
- Let's be in Love
- If it rains
- Elvis in Vegas
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Laufzeit:
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