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Review: Medusa's Child |
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Album:
| | DAMNATIO MEMORIAE, 2010, T-Recs Music |
Stil:
Wertung:
| |  5 von 7 Punkten | | V.R., 31.07.2010 |
Review:
| | Wie kann man sich wohl das Kind der Medusa, der mythologischen Gorgonengestalt mit den Schlangenhaaren, vorstellen? Zuerst mal muss da geklärt werden, dass die Medusa zwei Kinder hatte, die während ihrer Enthauptung durch Perseus auf die Welt kamen. Bei den Kindern handelt es sich um Pegasos in Gestalt eines fliegenden Pferdes und Chrysaor, der ein menschliches Antlitz hatte. Nach welchem der beiden Kinder sich die ursprünglich aus Thüringen stammende Band Medusa's Child benannt hatte, ist nicht bekannt. Sicher ist nur, dass die Gruppe 1999 gegründet wurde und seitdem zwei Alben und eine EP erschienen sind. 2007 begab man sich ins Studio, um das dritte Album DAMNATIO MEMORIAE einzuspielen, das jetzt, im Jahr 2010, endlich erschienen ist. Zwischendurch wurden einige Bandmitglieder ausgetauscht und die Gruppe ist inzwischen auch nicht mehr in Thüringen, sondern in der Schweiz beheimatet. Auch stilistisch soll sich laut eigener Aussage einiges im Hause Medusa's Child getan haben. Nutzen wir also die Gelegenheit, die neue Platte DAMNATIO MEMORIAE, ein Konzeptalbum über den Niedergang der indianischen Kultur, genauer unter die Lupe zu nehmen.
Das Album beginnt überraschend mystisch mit dem an indianische Rituale erinnernden Intro "Sun is the Witness". Geben diese Klänge die Marschrichtung für die Platte vor?
Nein, dieser Eindruck täuscht, denn das erste richtige Lied geht in eine ganz andere Richtung. Typischen neoklassischen Power Metal mit intensivem Keyboardeinsatz bietet "Unchained Soul". Dabei wird ein ordentliches Tempo vorgelegt, so dass der Song sofort zum Mitbangen einlädt. Der Keyboards sind fast immer präsent, stören aber in keiner Weise. Der Refrain kann dann mit einem sehr hohen Ohrwurmfaktor aufwarten. Kritik muss aber auch angebracht werden, denn leider hapert es hier, wie auch bei einigen folgenden Liedern, etwas an der Produktion. Der Gesang wurde stellenweise zu sehr in den Hintergrund gemischt, so dass er im Instrumentengewirr gerne mal untergeht. Außerdem ist D.C. Crows Gesangsorgan zwar nicht schlecht, aber bestenfalls im Mittelmaß anzusiedeln. Bei manchen Liedern passt die Stimme sehr gut zur Musik, aber bei diesem hier leider nicht.
Dieses Manko bewirkt auch, dass der nächste Song namens "Run with the Wolf" zwar ein durchaus netter Schunkelrocker geworden ist, darüber hinaus aber nicht viel zu bieten hat. Zudem fehlt es dem Titel an eingängigen Melodien, so dass er sich einfach nicht im Ohr festsetzen kann.
Sehr überzeugend beginnt "Three Clowns". Nach einem aggressiven Schrei setzen harte Gitarrenriffs ein, die für mächtig Druck sorgen. Der Spannungsaufbau ist gelungen und auch eine schöne Refrainmelodie ist mit an Bord. Da hier sogar der Gesang sehr stimmig eingesetzt wurde, gehört der Titel klar zu den besten des Albums.
Auch "Children of the Sun" ist zumindest zu Beginn sehr gelungen, versinkt dann aber zunehmend im Einheitsbrei. Keine Spur von zündenden Melodien und auch die gesanglichen Probleme werden erneut deutlich.
"Destiny" ist dann wieder besser geraten. Der fetzige Midtemporythmus lädt sofort zum Mitwippen ein und die Keyboards werden hier sehr gezielt zwecks Stimmungsaufbau eingesetzt. Als Krönung bietet der Titel auch noch einen wunderschönen Refrain.
Kriegsgetümmel, Kanonenlärm und dezente Pianoklänge gibt es im Zwischenspiel "Prelude of Tragedy" zu hören.
Direkt im Anschluss donnern die harten Gitarrenriffs von "Wounded Knee" los. Der Song, der auf einen tragischen Kampf zwischen Weißen und Indianern anspielt, kann dank einer saftigen Portion Härte und verspielten Melodien sofort überzeugen. Hier präsentieren sich Medusa's Child von ihrer stärksten Seite.
Nach knapp sechs Minuten geht der Song in das ruhige Outro "Frozen Ground" über, das auf sehr atmosphärische Weise die trügerische Stille nach der Schlacht vertont.
Nach diesem Highlight muss sich die Band natürlich anstrengen, das Niveau zu halten. Dieses hehre Ziel ist tatsächlich erreicht worden, denn "The old Men say" ist eine wunderschöne, ganz und gar nicht kitschige Ballade geworden. Einzig die etwas kurze Spieldauer des Songs ist zu bemängeln.
Nach dieser emotionalen Perle erwartet uns ein weiteres Zwischenspiel mit dem Namen "Resurrection of a Dream".
Ohne Pause geht es mit dem straighten Uptemporocker "Brave" weiter, der nicht nur wegen seiner coolen Rhythmen, sondern auch dank sehr stimmiger Keyboarduntermalung begeistern kann. Auch der in diesem Fall wieder sehr passende Gesang trägt zum positiven Gesamteindruck des Titels bei.
"The Earth only endures" lässt den Song dann wunderschön mit keyboarderzeugten Panflötentönen ausklingen.
"Birth of Betrayal" dient dann mit seinen kriegerischen Trommelwirbeln und später einsetzenden Klaviermelodien als Intro für "Damnatio Memoriae", der Titelsong des Albums. Dabei handelt es sich um eine wahrhaft majestätische Hymne, die sich langsam aufbaut und sich nach und nach zum mit Abstand besten Song des Albums entwickelt. Spätestens beim wunderschönen Ohrwurmrefrain bleibt kein Auge mehr trocken.
Da nach diesem Übersong einfach nichts besseres mehr kommen kann, klingt das Album anschließend ganz sanft mit dem keyboardlastigen Outro "Funeral of Hatred" aus.
Fazit: Nach den ersten Songs hatte ich das Gefühl, dass es sich bei DAMNATIO MEMORIAE um mittelmäßige Standardware handelt. Doch spätestens nach der Hälfte des Albums wird die CD von Song zu Song immer besser, bis sie mit dem genialen Titelsong in einem emotionalen Höhepunkt gipfelt. Die Platte ist ein echter Grower und wird mit jedem Hören immer besser. Sechzehn Songs sieht dabei anfangs nach sehr viel aus, doch darunter sind sieben Intros und Outros, die das Album angenehm auflockern. Dennoch dürfen manche Schwächen nicht außer Acht gelassen werden. Da sich in der ersten Hälfte des Albums einige Langweiler eingeschlichen haben, sind Medusa's Child hier von einem Meisterwerk doch noch eine ganze Ecke entfernt. Zudem harmoniert der an sich nicht schlechte Gesang leider nicht bei jedem Lied mit der Musik. Aber sei es drum, trotz dieser Mankos kann ich für das Album eine Empfehlung aussprechen. |
Anspieltipps:
| | "Unchained Soul", "Three Clowns", "Wounded Knee", "The old Men say", "Brave", "Damnatio Memoriae". |
Tipp:
| | Alle Power Metal-Fans, die sich an gezieltem Keyboardeinsatz nicht stören, dürfen gerne mal reinhören. |
Titel-Liste:
| | - Sun is the Witness
- Unchained Soul
- Run with the Wolf
- Three Clowns
- Children of the Sun
- Destiny
- Prelude of Tragedy
- Wounded Knee
- Frozen Ground
- The old Men say
- Resurrection of a Dream
- Brave
- The Earth only endures
- Birth of Betrayal
- Damnatio Memoria
- Funeral of Hatred
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Laufzeit:
Band-Infos:
| | www.medusaschild.com  |
Probehören und Kaufen:
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