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Review: Mehida
 
THE EMINENT STORM

Album:
 THE EMINENT STORM, 2009, Bullroser

Stil:
 Progressive Melodic Metal

Wertung:
 5,5 von 7
5,5 von 7 Punkten
 U.B., 08.08.2010

Review:
 Die Band Mehida ist ein Zusammenschluss finnischer und schwedischer Musiker. Mit THE EMINENT STORM veröffentlicht das Sextett bestehend aus Thomas Vikström (Therion, Candlemass)Vocals, Mikko Härkin (Sonata Arctica, Kotipelto) Keyboards, Olli Tanttu Gitarre, Jani Stefanovic Gitarre, Toni Mäki-Leppilampi Bass und Markus Niemispelto Drums, das zweite Album. Der Erstling BLOOD AND WATER erschien bereits 2007. Wie schon auf dem Debüt lässt sich der Stil von Mehida nur schwer einordnen da Elemente aus Melodic Rock, Hard Rock und Metal, mehr oder weniger progressiv ausgerichtet, sich mit einer Prise Klassik und etwas Jazz mischt. Und das, soviel sei bereits verraten, ist nicht etwa ein konfuser Mix sondern interessant und oft eingängig. Das düstere, grafisch ansprechende Cover gibt einen Vorgeschmack auf die nicht gerade heitere Musik.

Mit "Wrath of Flesh Fellowship" gelingt ein guter Einstieg. Zu den Keyboards gibt es stellenweise extrem hohe Vocals, fast schon Schreie, wie zu guten alten Uriah Heep Zeiten. Kurze symphonische Abschnitte werden durch heftige Drum Attacken unterbrochen. Ein plötzliches Keyboard Solo sorgt für einen Ruhepol bei vielen harschen Tempowechseln. Die Vocals sind sehr vielseitig auf diesem sehr progigen Stück.
Sanftes Piano leitet "Masquerade" ein, unterstützt von Keyboard Untermalung. Die Vocals passen sich an und fallen dementsprechend weich aus, schnellen aber bisweilen in große Höhen und überzeugen dann mit viel Leidenschaft. Die melodische Nummer erhält durch den Hintergrundchor noch einen kleinen epischen Anstrich.
Auch das balladeske "Untill the Day breaks" überzeugt mit toller Melodie und den richtig guten Vocals die hier noch mehr als sonst im Vordergrund stehen. Alle Instrumente spielen auf dem leicht progressiven, emotionalen Stück sehr songdienlich.
Nach dieser kleinen Entspannung prescht "Land of Oblivion" mit flotten Drums nach vorn. Hier ist Tempo angesagt. Die Vocals erfahren dezente Chorunterstützung im Hintergrund. Das Stück gipfelt im gelungenen Chorus. An einigen Stellen wird mit Synthie Streichern eine Art Symphonic Prog Metal geboten bei dem mich nur die doch sehr monotonen Drums etwas stören. Auch das Ende mit einer Radiostimme passt nicht zu der Atmosphäre dieses ansonsten guten Songs.
Auf "Dream Giver" fällt sofort der stampfende Rhythmus auf der durch viel Bass noch mächtiger wirkt. Die düster riffenden Gitarren fehlen im Chorus der dadurch erheblich freundlicher rüber kommt. Sonst gibt es gute Gitarren- Keyboardwechsel wobei das jeweils andere Instrument die Melodie nahtlos aufnimmt und fortsetzt. Ein sphärisch entrücktes Gitarrensolo trägt zum Gelingen bei, nur fehlt mir ein bisschen der Höhepunkt bei diesem Stück. Damit ist der bessere Teil des Albums vorüber.
Lethargisch mit dem Klang einer Bratsche und dem Ticken einer Uhr ist der Beginn von "Draw near to my Soul" leicht depressiv. Die Nummer ist weniger melodisch und holpriger als die vorangegangenen. Der Proganteil ist gestiegen, teils klingen Stellen nach Jazzimprovisationen.
Das Gleiche trifft auch für "Abandoned" zu, nur gesellt sich hier noch viel Piano dazu. Mit sehr unruhigem Rhythmus wartet "A Block of Wood" auf. Die Atmosphäre ist verhalten bedrohlich.
Recht düster, mit heftigen Gitarrenriffs versehen, besitzt "Where could I flee" einen eingängigen Refrain und teils mehrstimmigen Gesang aber auch hier fehlen die Highlights.
"Urban Scream" ist schwermütig mit dumpfen Gitarren, sehr positiv sind die wandelbaren Vocals. Den Abschluss bildet "Celestrial Tears" das von der Stimmung an das Stück "Abandoned" erinnert. Neben dem Piano haben wir hier auch wieder die weiblichen Backing Vocals. Das Stück ist vom Jazz inspiriert und weniger eingängig.

Fazit: Mehida besitzt einen eigenen Stil. Mit Mikko Härkin ist ein guter Songwriter am Werk und der Gesang von Thomas Vikström ist überaus vielseitig und variabel und nimmt zu recht breiten Raum auf allen Songs ein. Auch die anderen Musiker liefern mit ihren Instrumenten eine gute Leistung ab. Leider kann das Album das hohe Niveau der ersten Songs nicht durchgängig halten und fällt zum Ende hin etwas ab. Ist die erste Hälfte noch sehr eingängig werden die Stücke dann komplizierter bei gleichzeitig leicht nachlassendem Songwriting. Hier fehlt offensichtlich die Feinarbeit. Die unterschwellig düstere Atmosphäre der meisten Tracks ist etwas schwermütig, dabei jedoch sehr stimmungsvoll. Ein Album das gut zu einem nebligen Herbsttag passt.

Anspieltipps:
 "Masquerade", "Untill the Day breaks", "Land of Oblivion", "Dream Giver"

Tipp:
 THE EMINENT STORM ist für Liebhaber einen breiten Repertoires das von Melodic Progressive Rock bis Metal reicht. Für Abwechslung ist gesorgt. Die Stilmischung ist teils gewöhnungsbedürftig.

Titel-Liste:
 
  1. Wrath of Flesh Fellowship
  2. Masquerade
  3. Until the Day breaks
  4. Land of Oblivion
  5. Dream Giver
  6. Draw near to my Soul
  7. Abandoned
  8. A Block of Wood
  9. Where could I flee
  10. Urban Scream
  11. Celestrial Tears

Laufzeit:
 48:57 Min.

Band-Infos:
 
  • www.myspace.com/mehida 

  • Probehören und Kaufen:
    Mehida: THE EMINENT STORM

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