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Review: Mena Brinno |
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Album:
| | WICKED POLLY, 2009, Dark Balance |
Stil:
Wertung:
| |  5,5 von 7 Punkten | | J.G., 20.12.2008 |
Review:
| | Welch ein Kontrast. Gerade noch lief die Scheibe von Walls of Jericho mit Frontfrau Candace Kucsulain, die immer artig mir Reißnägeln, Whiskey und Sand gurgelt, bevor sie ins Mikro beißt und nun Mena Brinno mit Frontfrau Katy Decker und ihrer elfengleichen femininen klaren Stimme.
Ok, spätestens seit Nightwish wissen wir, wie Metal und arienhafter Gesang perfekt harmonieren können. Als Folge sprossen an jeder Ecke mehr oder weniger erfolgreiche Klone aus dem Boden, wie die Pickel in jugendlichen Gesichtern nach Fastfood-Orgien. Viele der Klone haben bereits wieder ihren Dienst quittiert. Nightwish ist gebleiben. Nun ganz richtig ist das wohl nicht, denn Anette Olzon ist keine Tarja Turunen und mit deren Weggang mussten auch Nightwish ihren bisherigen Weg korrigieren.
Was unterscheidet nun die US-Amerikaner Mena Brinno aus dem Sonnen- und Pensionäre-Staat Florida von ihren finnischen Vorbildern? Zuerst ist es die Stimme der Frontfrau Katy, die besonders in arienartigen Höhen durchaus mit Tarja vergleichbar ist, jedoch im Grundton einen Tick höher liegt und eindeutig glatter und jugendlicher wirkt. Mögen dies nur Nuancen sein, so sind es vorallem die Instrumente und das deutlich höhere Tempo, die sie deutlich von den Finnen abgrenzen. Selbst die etwas anders orientierten Evanescence oder Within Temptation treffen nicht 100%ig den Nagel auf den Kopf.
Schließlich geht es aber auch nicht um Vergleiche, sondern um WICKED POLLY, dem neuen Werk der Musiker aus Tampa.
Der Einstieg "Banks of the Ohio" erinnert im ersten Momnet kaum an Gothic und wirkt besonders mit Folk-Elementen wie Flöten mehr wie skandinavischer Pagan. Dies ändert sich auch kaum nach den Gesangseinsatz von Katy. Wie gewohnt legt Rhythmusfraktion und Gitarrenfront das bereits bekannte mörderische Tempo an den Tag über dem unerschütterlich Katys Stimme zu schweben scheint.
Nach einem mehr als besinnlichen Folk-Start überrascht bei "Secrets of War" der nach kurzer Zeit folgende extrem überzogene Drumpart. Zumindest sollte jetzt auch die letzte Schnarchnase wieder aufgewacht sein, um Katy und ihrer Truppe volles Gehör zu schenken.
Die ersten Riffs von "Katie Cruel" erinnern stark an Running Wild aus alten Zeiten, bevor dann Folk-Instrumente und Katy Deckers Stimme für gewohnte Stimmung sorgen. Mit jeder Menge Schwung, wird auch dieser Song uhrwerkgleich und präzise abgearbeitet. Diesmal schöpft die Frontfrau auch aus stimmlich tieferen Gefilden ihre Strophen.
Für "Nightsounds" wurde deutlich der Fuß vom Gaspedal genommen und atmosphärische Dichte reduziert. Dadurch kommt Katys Stimme richtig gut zur Geltung und selbst die Instrumente schöpfen daraus Vorteile. Was ansonsten als dicht gewebter Klangteppich präsentiert wurde, klingt nun akzentuierter und klarer. Genau so macht Gothic Metal Spaß.
Als Abschluss gibt es mit "Wildwood Flower" Highspeed-Folk geboten. Also Volksmusik-Fans aufgepasst. Was als harmloses Liedchen gedacht war, um dem ländlichen Balzverhalten der Dorfjugend beim Tanz in der Scheune auf die Sprünge zu verhelfen, der hat die Rechnung ohne Mena Brinno gemacht. Astreiner Speedmetal verteibt hier nicht nur die Parasiten aus dem Gedärm sondern sorgt für auch für großflächige Schweißflecken auf den Shirts. Als Abschluss diese Albums wäre Highspeed aber doch etwas übertrieben gewesen. Und das waren offensichtlich nicht nur meine Gedanken, denn nach einer massiven Dosis Tempo gehört der wahre Schluss des Albums Katy ganz alleine. Bravo.
Fazit: Mena Brinno setzten mit WICKED POLLY konsequent fort, den sie bereits ein Jahr zuvor mit ICY MUSE eingeschlagen hatten. Stellenweise wurde mit mehr Folk gearbeitet, was für Abwechslung sorgt, jedoch herrscht für meinen Geschmack immer noch etwas zu viel Hektik. Obwohl sich Katy Decker mit ihrer Stimme in jeder Situation durchsetzen kann, was auch an der freigehaltenen Stimmlage liegen mag, zeigen mir ihre Mitstreiter an vielen Stellen eindeutig zu viel Engagement. Anstatt die elfenhafte feminine Stimme zu "tragen", wie bei "Nightsounds", wird sie allzu oft mit dominantem Rhythmus sprichwörtlich niedergeknüppelt. Etwas mehr (zeitliche) Distanz zwischen Gesangs- und Instrumental-Parts hätte vermutlich schon geholfen. Abgesehen davon gibt es eine interessante druckvolle Gothic-Kost mit jeder Menge Folkeinflüsse, bis die Verstärker qualmen. Erstaunlicherweise ist es vorallem die zweite Hälfte des Albums, die mich mehr überzeugen konnte, als die erste Hälfte. |
Tipp:
| | Wer schon Kontakt mit Evanescence oder Within Temptation hatte und Gefallen an femininen ausdrucksstarken Stimmen in arienhaften Höhen gefunden hat, der bekommt hier ein monstermäßiges Brett geboten, bei dem auch die Instrumente immer wieder in der ersten Reihe stehen dürfen. Und wer bis dato dachte, Gothic und Folk wären ein Widerspruch, der sollte hier genauer hinhören. |
Titel-Liste:
| | - Banks of the Ohio
- Entrapment
- Wicked Polly
- Secrets of War
- Labyrinth
- Katie Cruel
- Nightsounds
- Court Me
- Wildwood Flower
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Laufzeit:
Band-Infos:
| | www.menabrinno.com  |
Empfehlen:
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