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Review: Metadone |
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Album:
| | ANOTHER FAILURE, 2011, Eigenvertrieb |
Stil:
Wertung:
| |  2,5 von 7 Punkten | | V.R., 18.05.2011 |
Review:
| | Mit den Musikrichtungen ist das ja heutzutage gar nicht mehr so einfach. Was es in den letzten 20 Jahren nicht alles gab, von Grunge über Alternative Rock und Crossover bis hin zu Nu Metal, Emo und Metalcore. Diese ganzen Richtungen auseinanderzuhalten, ist für den alteingessenen Metal-Fan sicher nicht ganz einfach, zumal es auch genügend Bands gibt, die die verschiedenen Stile vermengen und in mehreren der moderneren Rockmusik-Richtungen beheimatet sind. Metadone, beheimatet in Delmenhorst bei Bremen, gehen dagegen noch einen Schritt weiter und vermengen ihre modernen Einflüsse aus Grunge, Alternative Rock und Nu Metal zusätzlich mit klassischen Hard Rock- und Heavy Metal-Elementen. Dabei entsteht eine Stilmixtur, die man der Einfachheit halber sozusagen als Modern Metal bezeichnen könnte. Metadone sind damit quasi eine Art Hansdampf in allen Kassen, doch geht dabei auch die Rechnung auf oder kommt als Endergebnis ein kruder Stilmix heraus?
Beim ersten Lied ist es natürlich noch zu früh, um dies beurteilen zu können, zumal das Album gar nicht mit einem richtigen Song beginnt. "Change of Ways" ist eher eine Art Intro, bestehend aus Gitarrenriffs, Akustikgitarrenklängen und Windgeräuschen, kommt aber weitgehend nichtssagend daher und ist damit nicht unbedingt der ideale Start in ein Album.
Dennoch ist das Intro immer noch deutlich angenehmer als der erste richtige Song namens "Sacrifice". Hier bekommt es der Hörer erstmals mit der bunten Stilvielfalt von Metadone zu tun. Der Band gelingt es, modernen Nu Metal mit klassischem Metal zu vermengen und das ganze noch mit ein paar Alternative-Zutaten zu vermengen, doch ein guter Song entsteht dadurch dennoch nicht. Was Metadone dabei nämlich vergessen haben, sind die zündenden Ideen und vor allem die Melodien. Trotz des hohen Tempos plätschert der Titel so dahin, und das ohne einen einzigen Höhepunkt. Auch der knödelige Gesang mit gelegentlichen Scream-Einlagen ist der musikalischen Qualität nicht gerade förderlich.
Und es wird nicht besser. Schon der möchtegernharte Schrei zu Beginn von "Not the Same" lädt zum Abschalten ein, und auch sonst hat der Titel wirklich nichts zu bieten, was die Hörerschaft von der Betätigung der Skiptaste abhalten könnte. Metadone versuchen hier irgendwie, eine moderne Version von Nirvana abzuliefern, doch es gelingt ihnen nicht. Der nölige Gesang ist dabei noch unangenehmer als beim letzten Titel und erinnert dabei erschreckend an drittklassige Grunge-Kapellen der 90er Jahre.
Weiter geht es mit "Play the Game". Auch dieser Titel ist wirklich alles andere als gut, aber dennoch ist er etwas hörbarer ausgefallen als die letzten beiden Titel. Vielleicht liegt dies auch daran, dass Metadone hier ein wenig mehr auf klassische Rockklänge setzen. In Sachen Melodien beweist die Band aber nach wie vor kein glückliches Händchen, was dazu führt, dass auch dieser Titel weitgehend ohne Höhepunkte zu Ende geht.
"Touch the Sky" ist dann eine Ballade im Stil von Bands wie Soundgarden oder Pearl Jam. Hier setzen Metadone ausschließlich auf Akustikgitarren und klaren, unverzerrten Gesang ohne jegliches Genöle. Das tut dem Song sehr gut und da hier auch klar und deutlich einige schöne Melodien zu erkennen sind, haben wir es hier mit dem bisher besten Song des Albums zu tun.
Weiter geht es mit einem sehr harten Song. "Walls of Seperation" weist sowohl Nu Metal- als auch dezente Metalcore-Elemente auf und könnte sogar ganz brauchbar sein, doch die unpassenden Scream-Einlagen und die weitgehende Unmelodiösität wissen dies erfolgreich zu verhinden.
"False Direction" bedient dann wieder das Alternative- und Grunge-Klientel, hat aber letzten Endes mit dem gleichen Problem zu kämpfen wie die meisten Songs. Metadone schaffen es einfach nicht, ansprechende Melodien oder interessante Ideen in ihre Songs einzubauen. Zudem nervt hier wieder der extrem nölige Gesang.
Wie man es besser macht, zeigt "Grief, Fate & Truth". Metadone erinnern hier zwar extrem an Linkin Park, wobei sich auch noch das eine oder andere klassische Metal-Zitat dazugesellt, doch das Entscheidende ist, dass der Song eingängig und melodiös ausgefallen ist und auch so etwas wie einen Spannungsbogen ausweisen kann.
Leider ist "You ain’t blind" dann schon wieder deutlich schwächer ausgefallen. Der krude Mix aus Alternative Rock und Nu Metal kann zu keiner Zeit überzeugen und kann nicht eine überzeugende Melodie aufweisen.
"Approfices" ist der letzte reguläre Song des Albums und ist ein reiner Instrumentaltitel. Viel mehr gibt es zu dem Lied nicht zu sagen, da es doch sehr unspektakulär ausgefallen ist und bis auf ein paar ganz nette Gitarrenriffs einfach nicht viel zu bieten hat.
Zum Abschluss haben Metadone dann noch Live-Versionen von "Grief, Fate & Truth" und "Walls of Seperation" auf das Album gepackt. Da beide Lieder aber auch als Studioversion auf der Platte enthalten sind, wären diese Beigaben wirklich nicht nötig gewesen und wirken eher als eine Art Spielzeitverlängerung ohne größeren Mehrwert.
Fazit: Da war dann wohl alleine der Wunsch der Vater des Gedankens. Metadone wollen viel erreichen doch das Ergebnis lässt wirklich zu wünschen übrig. Die Band vermischt auf ihrem Debutalbum diverse Musikstile der härteren Gangart, was ja grundsätzlich auch eine lobenswerte Idee ist. Wenn dabei dann aber nahezu ausschließlich schwache und unmelodische Songs entstehen, dann ist irgendetwas schief gelaufen. Von zwei guten Songs mal abgesehen bietet ANOTHER FAILURE leider ausschließlich Ausschussmaterial und weiß kaum zu überzeugen. Mal ist es der nölige Gesang, mal die muskalische Eintönigkeit, meistens ist es aber besonders die Melodienarmut, welche dazu führt, dass die Songs der Band sich einfach nicht im Ohr festsetzen können. Dadurch bedingt haben wir es hier mit einem erschreckend schwachen Album zu tun und es bleibt nur zu hoffen, dass Metadone in Zukunft stärker an ihren musikalischen Fähigkeiten arbeiten und vor Allem mehr auf Melodik setzen. Am stärksten sind Metadone nämlich letzten Endes nämlich immer dann, wenn sie den Schwerpunkt auf die Eingängigkeit der Songs setzen und dafür vielleicht eben mal nicht ganz so viele verschiedene Musikstile miteinander vermengen. Vielleicht würde es Metadone auch gut tun, den Schwerpunkt etwas stärker auf die klassischen Rock- und Metalelemente zu setzen, zumal die grungelastigen Songs des Albums auch die mit Abstand schwächsten Lieder darstellen. Es bleibt also noch ganz viel Luft nach oben und somit soll diese Rezension dann auch mit einem positiven Ausblick enden: Beim nächstes Mal kann es nämlich eigentlich nur besser werden. |
Anspieltipps:
| | "Touch the Sky", "Grief", "Fake & Truth". |
Tipp:
| | Metadone setzen sich zwischen alle Stühle, bedienen dabei das Alternative-Klientel, tendieren immer mal wieder in Richtung Nu Metal, wollen aber anscheinend auch alteingesessene Hard Rock- und Metal-Fans nicht leer ausgehen lassen, machen aber nichts davon richtig und enttäuschen somit (fast) auf ganzer Linie. Letzten Endes sollten hier noch am ehesten die Nu Metal-Freaks glücklich werden. |
Titel-Liste:
| | - Change of Ways
- Sacrifice
- Not the Same
- Play my Game
- Touch the Sky
- Walls of Seperation
- False Direction
- Grief, Fate & Truth
- You ain’t blind
- Approfices
- Grief, Fate & Truth (Live)
- Walls of Seperation (Live)
|
Laufzeit:
Band-Infos:
| | www.metadone.de  |
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