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Review: Metalium
 
NOTHING TO UNDO

Album:
 NOTHING TO UNDO, 2007, Armageddon

Stil:
 Power Metal

Wertung:
 5,5 von 7
5,5 von 7 Punkten
 U.B., 26.01.2008

Review:
 Zu den Bands die pünktlich jedes Jahr ein Album auf die Fans loslassen gehören auch die vier Jungs von Metalium aus dem hohen Norden der Republik. Und bevor voraussichtlich im Februar 2008 das brandneue Album INCUBUS erscheint, bleibt mir gerade noch Zeit das Werk von 2007, NOTHING TO UNDO zu besprechen.
War bisher meist der Metalium Krieger in Siegerpose auf dem Cover oder, wie beim Vorgänger DEMONS OF INSANITY, im Kampf mit einer Magierin zu sehen, so ist es diesmal ein mit Ketten gefesselter Mann dem man das Rückrat entfernt hat. So überrascht es nicht, dass auf NOTHING TO UNDO auch nicht mehr die Geschichte vom Kampf des Metalium Heroen gegen allerlei böse Mächte Gegenstand der Texte ist. Vielmehr verlässt man den Bereich der True Metal Lyrics und behandelt nun das ganze Spektrum menschlicher Eigenschaften im negativen wie im positiven Sinne als da wären: Verschlagenheit und Habgier, Vertrauen, Ehre und Freundschaft. Das sechste Album ist aggressiver und düsterer geworden. Man hat anscheinend aus der Kritik in der Vergangenheit gelernt, als man Metalium häufig vorwarf, ähnlich wie Axel Rudi Pell zwar ständig gute Qualität abzuliefern, aber was die Anzahl der Neuerungen betrifft, sich gegen Null zu bewegen.

"Spineless Scum" ist ein gesprochenes Intro und spielt wohl auf das Cover an. Da hatte man einen Menschen ohne Rückrat im Sinn, was im übertragenen Sinn ein Mensch ohne Gewissen bedeutet.
Recht flott zur Sache geht es direkt mit "Spirits". Kräftige Riffs und der Druck der Drums mit viel Double Bass treiben das Ding an. Lars Ratz der die meisten Songs schreibt, lässt seinen zum Teil selbstgebauten Monsterbass gehörig dröhnen. Henning Basse, das Aushängeschild von Metalium, ist ein Metal Shouter der vor allem in den hohen und höchsten Tonlagen zu Hause ist und hier zu den Besten zählt. In diesem Song wird er unterstützt durch Backing Vocals die jeweils das letzte Word des Chorus wiederholen. Die Melodie überzeugt wenn sie auch nicht so eingängig ist wie bei vielen anderen Power Metal Bands.
Schnelles Drumming und teils etwas dissonante Riffs starten "Mindless". Basses Vocals schwingen sich in höchste Höhen mit deutlich Vibrato in der Stimme. Sehr gut die schnelle Gitarre von Matthias Lange der hier die Saiten in einem ausgedehnten Solo ordentlich schreddert.
"Straight into Hell" erinnern am Anfang auffallend an das für Running Wild typische schnelle Riffing. Doch nach einigen Momenten nimmt man den Fuß etwas vom Gas. Wie schon bei "Spirits" gibt es wieder die Backing Shouts einzelner Worte des Refrains.
Nach einem gesprochenen Intro gerbt Michael Ehre auf "Mental Blindness" kräftig die Felle seiner Drums. Für Basse ungewöhnlich hört man mehrfach tiefe Growls bevor die Stimme erneut steil nach oben geht. Kraftvoll und bedrohlich stampft die Nummer dahin, eine Metal Dampfwalze mit gebremstem Tempo aber viel Power. Nach einem weiteren gesprochenen Part lässt Lange die Finger über das Griffbrett wirbeln.
Dagegen ist "Heroes failed" erheblich schneller. Der Song lebt von den Rhythmusinstrumenten. Zur Halbzeit gibt es erneut einige Kabinettstückchen der Gitarre, auch wenn es Lange manchmal mit dem Aufjaulen seines Instruments nach den Riffs etwas übertreibt.
Leise Keyboards läuten die Ballade "Way Home" ein. Etwas traurig klingt ein Piano, dazu gibt es den Sound einer Akustikgitarre. Langsam, fast unmerklich steigert sich der Song zu einer Power Ballade. Untadelig und einfühlsam die Vocals von Basse der hier beweist, dass er auch die leiseren Töne mit seinen Stimmbändern beherrscht. Besonders ist die tolle Gitarre von Matthias Lange hervorzuheben, bevor der Song mit einem langen Fade Out leise in der Ferne verhallt.
"Dare" ist ein typischer Uptempo Dampframmen Brecher. Größer könnte der Kontrast zur vorangegangenen Ballade nicht sein. Die Drums ballern und wummern, die Double Bass hat Hochkonjunktur. Da lacht das Headbanger Herz. Warum das Power Metal heißt wird sofort klar, hier werden keine Gefangenen gemacht. Eine ungemein druckvolle Nummer die vor Kraft nur so strotzt.
Mit gebremster Kraft präsentiert sich "Follow the Sign". Die verzerrten Töne der Gitarre erklingen mir zu oft. Zwar gibt es ein wirklich tolles Solo des Sechssaiters und der Chorus geht gut ins Ohr, aber auch das bewahrt den Song in meinen Ohren nicht davor bei mir als schwächste Nummer des Albums durchzugehen.
Als Abschluss gibt es ein Cover von Queens "Show must go on". Das werden einige Leute als gewagt oder sogar als musikalische Gotteslästerung empfinden. Wenn man aber weiß, dass Freddie Mercury zu Basses Lieblingssängern gehört, ist dies als Hommage an den charismatischen Sänger zu verstehen. Darauf wird im Booklet auch explizit hingewiesen. So präsentiert sich der Queen Song nicht als Versuch einer schnöden Kopie die dem Original wahrscheinlich sowieso nicht das Wasser reichen könnte, sondern transformiert zu einer Metal Fassung des berühmten Stücks.

Fazit: Die Musik von Metalium ist etwas härter geworden mit mehr Biss. Alle Musiker beherrschen ihr Handwerk in hohem Maße, wobei besonders Henning Basse mit seinem Gesang hervorsticht, aber wer das Wort Metal im Bandnamen führt, muss sich einen hohen Anspruch auch gefallen lassen. Das Album ist zwar gut, aber so langsam laufen die Hanseaten Gefahr, ständig gleich zu klingen und den selben Fehler wie Hammerfall zu begehen. Ob da INCUBUS demnächst Neues bietet?

Anspieltipps:
 "Spirits", "Way Home" und "Dare"

Titel-Liste:
 
  1. Spineless Scum
  2. Spirits
  3. Mindless
  4. Straight into Hell
  5. Metal Blindness
  6. Heroes failed
  7. Way Home
  8. Dare
  9. Follow the Sign
  10. Show must go on

Laufzeit:
 43:56 Min.


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