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Review: Metalium
 
INCUBUS - CHAPTER 7

Album:
 INCUBUS - CHAPTER 7, 2008, Massacre

Stil:
 Power Metal

Wertung:
 5 von 7
5 von 7 Punkten
 S.M., 06.04.2008

Review:
 Die Hamburger Metalium existieren seit 1999 und bringen in aller regelmäßigkeit Alben heraus, die vor allen Dingen durch eins überzeugen: Bodenständigkeit! Ich habe von Metalium noch keine CD gehört, die man als Ausfall bezeichnen könnte. In den Anfangszeiten war der Stil ein Mix aus True und Power Metal. Mit der Zeit hat aber die Power-Schiene die Oberhand gewonnen. INCUBUS - CHAPTER 7 ist - der Name verrät es - der siebte Streich der Nordlichter.
Auch im Line-Up gibt es eine gewisse Beständigkeit, denn der Dreier aus Henning Basse (Gesang), Matthias Lange (Gitarre) und Lars Ratz (Bass) ist von Anfang an dabei. 2008 gehören außerdem Tolo Grimalt (Gitarre) und Michael Ehre zur Besetzung.
Beim Cover-Artwork hat sich dagegen etwas geändert. Der metallene Hero der früheren Alben, der auch für die Fantasy-Lyrics herhalten musste, scheint endgültig in Rente geschickt. Auf dem Cover von INCUBUS - CHAPTER 7 erwartet uns eine beflügelte weibliche Verführung - vermutlich dämonischen Ursprungs- , die sich vor dem Symbol der Christenheit rekelt. Wohl auch schon ein kleiner Hinweis auf die Lyrics? Wir werden sehen.

Das epische Intro "Trust" mit militärischem Trommelspiel, melodischer Lead-Untermalung und emotionalem Gesang macht schonmal Appetit auf das, was folgen wird.
Bei "Resurrection" wird man vom kraftvollen Beginn erstmal aus den Tagträumen gerissen, bevor sich der Aufbau auch hier verhaltener entwickelt. Zum Höhepunkt hin entwickelt sich der Song zu einem starken Power Metaler mit aggressiv geshouteten Refrain. Danach beginnt der Aufbau erneut. Richtig punkten können Henning Basses variabler Gesang und das geniale Solo.
"Gates" macht dort weiter, wo der Vorgänger aufhört: mit erstklassigem Power Metal. Der Aufbau ist sehr druckvoll und der Refrain ebenso eingängig wie ausdrucksstark. Erneut muss ich die Stimmbreite von Henning Basse bewundern, der hier teilweise sehr hoch singt, ohne aber in Gejaule abzudriften.
Der Titeltrack "Incubus" präsentiert sich als das genaue Gegenteil des bisher Gehörten. Dumpfer Rhythmus, verhaltenes Tempo, tiefe Gitarre, Töne, die mich fast an Doom Metal erinnern. Ganz bewusst wollen Metalium hier eine düstere Stimmung schaffen, die zum Thema des Songs passt, dem kirchlichen Kampf gegen finstere Mächte. Ganz interessant werden immer wieder gesprochene Passagen aus christlichen Exorzismen und Glockenschläge in den Aufbau integriert. Der Track kann besonders durch die völlig gegensätzliche Atmosphäre zum sonst praktizierten Power Metal begeistern. Außerdem haben wir hier wohl auch den textlichen Bezug zum Cover-Artwork.
Nach etwas spacigem Beginn und bedächtigem Aufbau kann man "Take me higher" fast als Power-Ballade bezeichnen. Zum Höhepunkt hin wird der Song dann aber doch deutlich druckvoller und der Refrain ist sehr energetisch. Ein bisschen stört mich der rauh geschrieene Refrain-Ausklang.
Übergangslos startet "Never die" und entwickelt sich zu einem flotten Power-Track, dem aber so ein bisschen neue Impulse fehlen. Lediglich Henning Basse kann nochmal seine unterschiedlichen Tonlagen spielen lassen.
Mit "At Armageddon" folgt der zweite Track, der aus dem Rahmen fällt. Auch hier wird nochmal eine düsterere Atmosphäre heraufbeschworen, ohne aber so sehr in doomige Rhythmen zu verfallen. Das Tempo ist meist straight, Bass und Drums poltern teilweise ganz ordentlich im Vordergrund und das Lead-Solo bringt ein paar arg schräge Töne mit sich. Der Höhepunkt ist aber ganz gelungen.
"Sanity" würde ich dem traditionellen Metal zuordnen und das Gitarrenspiel scheint mir etwas zu sehr Maiden-beeinflusst. Darüberhinaus ist der Song bis auf eine paar nette Licks eher ziemlich unterdurchschnittlich.
"Meet your Maker" dürfte der druckvollste Track auf INCUBUS - CHAPTER 7 sein. Leider scheint Basse beim Refrain tatsächlich an seine stimmlichen Grenzen zu stoßen. Zumindest klingt mir das Schreien ein bisschen zu gekünstelt auf Rob Halford gemacht. Eigentlich schade, denn ansonsten ein wirklich gutes Stück mit einem klasse Solo.
Zuguterletzt fährt man mit "Hellfire" nochmal die traditionelle Metal-Schiene. Obgleich der Song deutlich besser ist als "Sanity" und einen gelungenen Höhepunkt hat, kann er trotzdem keine frischen Akzente mehr setzen.

Fazit: Metalium verpassen es durch ein paar blöde Mäkel, ein richtig starkes Album abzuliefern. Natürlich ist INCUBUS - CHAPTER 7 in seiner Gesamtheit auch ein bodenständiges Stück Metal und reiht sich dadurch tadelos in Metaliums Alben-Liste ein, doch sind einzelne Songs nicht optimal ausgereizt oder zeigen leichte Schwächen beim Songwriting. Insbesondere im zweiten Abschnitt mehren sich die Kritikpunkte, während sich die Songs, die sich im Kopf festsetzen, bzw. meine Anspieltipps, im vorderen Album-Teil befinden. Auch fiel mir auf, dass Henning Basse seine durchaus starke und variable Stimme zum Ende hin nicht mehr optimal einsetzt, sondern sich einige Male zu sehr an Tönen versucht, die außerhalb seines Stimmbereichs liegen.
Fünf Punkte hat sich INCUBUS - CHAPTER 7 aber trotz der Kritik redlich verdient.

Anspieltipps:
 "Resurrection", "Gates" und "Incubus"

Tipp:
 Wer auf Metaliums frühere Alben steht, wird auch an INCUBUS - CHAPTER 7 gefallen finden.

Titel-Liste:
 
  1. Trust (Intro)
  2. Resurrection
  3. Gates
  4. Incubus
  5. Take Me Higher
  6. Never Die
  7. At Armageddon
  8. Sanity
  9. Meet Your Maker
  10. Hellfire

Laufzeit:
 46:23 Min.


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