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Review: Midnattsol |
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Album:
Stil:
Wertung:
| |  6 von 7 Punkten | | J.G., 30.05.2008 |
Review:
| | Nicht zuletzt die rege Fanbeteiligung bei Konzerten oder Festivals und auch der profitable Absatz genretypischer Kleidung zeigt, dass man mit Gothic momentan noch gut punkten kann. Klar, dass es inzwischen deutlich schwerer geworden ist, die Musikliebhaber hinter dem Ofen hervor zu locken. Dafür ist der Markt schon recht gut bestückt und nur weil Gothic drauf steht oder das Cover einen solchen Eindruck erwecken mag, wird längst nicht mehr alles gekauft. Unser Deutsch-Norwegisches Sextett ist nach ihrem Einstand vor drei Jahren nun erneut aktiv geworden und hat ihren Nachfolger NORDLYS veröffentlicht. Drei Jahre ist eine lange Zeit, wird der eine oder andere bemerken, was durchaus stimmig scheint. Bedenkt man jedoch, dass Midnattsol so manchen Gig absolviert haben und die beiden Gitarristen Christian Hector und Daniel Drostes nebenbei auch noch ihr Doom-Projekt Ahab am Laufen hielten, so ist die Pause schnell plausibel. Die Band um Frontfrau Carmen Elise, der Schwester von Liv Kirstine, hat jedoch mehr zu bieten, als sortenreinen Gothic Metal. Geschickt versteht man es, dem Gothic mit mehr oder weniger Folk etwas auf die Sprünge zu helfen um dabei auch eine gewisse Eigenständigkeit zu erreichen.
Wer allerdings den Opener "Open your Eyes", übrigens ein Lehrbeispiel für Erfolg versprechenden Gothic, der wird kaum ein Folk-Element antreffen und sich fragen, ob denn hier ein Kurswechsel stattgefunden hat? Auch die beiden nächsten Songs, "Skogens Lengsel" mit Double-Bass-Druck oder der sanft und gefühlvoll beginnende balladeske Titel "Northern Light" verzichten gänzlich auf Folk. Im Gegenteil, allen drei ist ein enormer Druck mitgegeben worden, dass sie für Gothic-Verhältnisse recht angenehm forsch nach vorne marschieren.
"Konkylie" mit seiner üppigen Spieldauer von über acht Minuten wird das Weltbild der Folk-Liebhaber allmählich wieder ins rechte Licht rücken. Auch wenn der Midnattsol-Express immer noch düster und schleppend auf Gothic-Schienen durch die nordischen Nächte rauscht, so blitzen stellenweise die ersten Folk-Elemente hinter den zugezogenen Gardinen der Abteils hervor. Erfreulicherweise wird die Zeit auch sinnvoll ausgenutzt bietet neben Themenwechseln und Soli jede Menge Abwechslung.
Damit ist auch der Startschuss für die zweite Hälfte des Albums gefallen, der nun locker auch jeden Folk-Fan zufrieden stellen sollte. Songs wie das mit Akustik-Gitarren vorgetragene "New Horizon", welches sich durch sanften und vielschichtigen Gesang auszeichnet kann Folk-Einflüsse kaum noch verleugnen. Ebenso das ruhig startende "River of Virgin Soil", welches mit der Zeit zu einem richtigen temporeichen Epos anwächst, kombiniert Gothic und Folk in Perfektion.
Der letzte Song des Albums "En natt i nord" zeigt, dass man sich mit den stilistischen Ausrichtungen nicht zufrieden gibt, denn was hier geboten wird ist astreiner Pagan. Midnattsol goes Pagan? Nun, die Zukunft wird es zeigen, wie stiloffen das Sextett ihr nächstes Album gestalten werden.
Fazit: Wer dieses Werk genossen hat, dem ist sofort klar, dass sich die Konkurrenz zukünftig warm anziehen muss, wenn sie verhindern möchte, dass der Midnattsol-Express im ICE-Tempo ganz alleine auf dem Weg an die Spitze der Gothic-Charts in der Ferne entschwindet. Ich denke da nur an Amorphis und Co., denen es inzwischen immer schwerer fällt, flüssige Melodielinien abzuliefern, die auch im Gedächtnis bleiben. |
Tipp:
| | Für Midnattsol brechen mit diesem Album neue, glückliche Zeiten an und auch alle übrigen Gothic-Liebhaber, die bisher noch keinen Kontakt hatten, sollten hier unbedingt probehören. |
Titel-Liste:
| | - Open your Eyes
- Skogens Lengsel
- Northern Light
- Konkylie
- Wintertime
- Race of Time
- New Horizon
- River of Virgin Soil
- En natt i nord
- - - Bonus Track - - - - Octobre
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Laufzeit:
Band-Infos:
| | www.midnattsol.com  |
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