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Review: Tony Mills |
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Album:
| | VITAL DESIGNS, 2008, Phoenix Music
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Stil:
Wertung:
| |  5,5 von 7 Punkten | | U.B., 10.02.2008 |
Review:
| | Der britische Rock Sänger Tony Mills dürfte vielen Leuten bekannt sein aus seiner Zeit mit der AOR Band Shy. Das bekannteste Album EXCESS ALL AREAS hat auch heute noch zahlreiche Fans. Später stieg er bei Siam ein und man nahm zwei Alben auf die deutlich düsterer und progressiver waren. Nach zwei Solo Scheiben, dem AOR lastigen CRUISER und dem stark vom Jazz inspirierten FREEWAY TO THE AFTERLIFE steht nun die dritte Scheibe ins Haus die unter Tony Mills erscheint. Der Mann scheint ein wahrer Workaholic zu sein. Hat er doch erst vor kurzem mit seiner norwegischen Stammband TNT ein Album aufgenommen und zwischendurch eine CD für China Blue eingesungen. Hinter China Blue steht Keyboarder Eric Ragno der hier im Gegenzug auf einigen Stücken das Tasteninstrument bediente und noch einen Song schrieb. Von Tonys Ex-Band Shy sind auch zwei ehemalige Weggefährten mit dabei, Bob Richards Drums und Joe Basketts Keyboards. Da Mills und auch die anderen Musiker sehr beschäftigt sind, was zu Terminschwierigkeiten bei den Aufnahmen führte, kamen jeweils drei Bassisten und Keyboarder zum Einsatz. Was kein Nachteil bedeutet, sorgte doch jeder für seine ganz persönliche Note. Auch wenn dieses Album den Namen Tony Mills trägt ist es vielmehr eine Kooperation von Mills und Neil Hibbs. Hibbs ein bisher völlig unbeschriebenes Blatt, schrieb alle Songs (bis auf den einen von Ragno) und spielte auf allen Stücken die Gitarren und zwar so gut, dass ich mich frage wo er sich vorher versteckt hat.
Es geht direkt mit dem Titelstück "A vital Design" los. Heftige Gitarrenriffs und für Mills ungewohnt aggressive Vocals fallen sofort auf. Der Refrain ist dann deutlich melodischer mit viel Hintergrund Chor. Als Zwischenspiel gibt es ein gelungenes Gitarrensolo.
"Give me a Reason" startet mit Piano und leisem Gesang. Die Gitarren sind düster und mit teils stampfendem Rhythmus. Die Vocals wechseln sich mit den Backing Vocals ab. Mills beeindruckt mit klarer, markanter Stimme besonders bei den hohen Tonlagen. Ein energischer Song der bei mir mehrmals ein Deja Vu hervor rief. Geht es nur mir so oder steckt hier tatsächlich eine Portion Queensryche drin?
"A Conspiracy" hat passend zum Titel eine bedrohliche Atmosphäre. Bewusst disharmonische Gitarrenakkorde erklingen im Wechsel zu Prog Keyboardläufen.
Auch "Say it one more Time" ist deutlich progressiv und kraftvoll. Mills sorgt für eine tolle Gesangseinlage die zusammen mit dem ausgeprägten Chor so richtig schön episch klingt.
"Exclusion Zone" enthält ebenfalls viele Prog Elemente wie die häufig unvermittelt wechselnden Rhythmen. Gitarren und Keyboards harmonieren ausgezeichnet mit Mills Gesang. Die anspruchsvolle Melodie, nicht sehr eingängig, erfordert mehrfaches Hören.
Mit "Miles from nowhere" bietet Mills seine Interpretation vom alten Cat Stevens Song vom Album TEA FOR THE TILLERMAN. Kann das gut gehen, ein so ausgesprochen weicher Song auf einem Hard Rock Album? Nun Mills Version hat nicht mehr viel mit dem Original gemeinsam. Zwar ist der Anfang mit Keyboard und leisen Vocals, dazu sparsamer Einsatz der Gitarre noch vergleichsweise nahe am Cat Stevens Klassiker. Aber spätestens mit den überraschend hart einsetzenden Drums und der steil nach oben schießenden Stimme von Mills haben sich die Ähnlichkeiten dann auch erschöpft. Tony Mills schmettert seinen Gesang mit viel Hingabe, die Keyboards spielen im Stile einer Hammond Orgel. Immer wieder erfolgt der Wechsel von leisen zu sehr intensiven Abschnitten. Eine interessante Version eines bekannten Stücks das prima zum Album passt.
Ganz anders gibt sich "Neurotic", rockig mit sägenden Gitarren. Ein Glanzpunkt sind abermals die Vocals die vor allem in den Höhen herausragend sind. In den Zwischensequenzen wird Spannung aufgebaut die im Kontrast zum harmonischen Chorus steht.
"Action" ist wenig melodisch, eher schwer verdaulich und finster.
"Tears in Lisbon" lässt sich bei den härteren, progigen Stücken einordnen. Der düstere Faden der sich laut Mills durch das ganze Album zieht ist hier unschwer zu vernehmen.
Flott mit viel Druck zeigt sich "In for the Kill". Das Stück ist sehr rhythmisch aufgebaut mit einem gewissen Maß an Aggression, passend zu den Lyrics. Hibbs sorgt für ein wildes Schredder Solo.
Leises Keyboard eröffnet "God called my Name". Die Gitarren fetzen los und Mills klingt in einer Passage stark nach Frank Zappa nur um kurze Zeit später mit seiner Stimme wieder in den für ihn typisch großen Höhen zu schweben. Er scheint ein Chamäleon zu sein was seine Stimme betrifft.
Mit "Sunniva" wird dann fast so etwas wie eine Ballade geboten. Keyboards, Gitarren und Vocals klingen betont weich und mit einer Spur positiven Stimmung, ganz anders als die vorangegangenen Stücke. Hibbs steuert nochmals ein tolles Solo bei.
Den Schluss bildet "Glory Days". Das Stück setzt auf viel Gitarren mit einem dezenten Piano im Hintergrund. Der Track ist von der ruhigeren Sorte und hat einen leicht orientalischen Einschlag der an Kamelot erinnert. Dazu trägt auch die Stimme von Mills bei die hier in Richtung Khan geht, dem Fontmann von Kamelot.
Fazit: Der melodische Anteil wurde gegenüber den anderen Veröffentlichungen an denen Mills beteiligt war sei es Shy, China Blue oder TNT deutlich zurückgefahren. Mills sagte über das Album es enthalte durchgehend etwas dunkles Bedrohliches. Die Stücke hier sind stark progressiv und weniger eingängig als gewohnt. Mills kann mit seiner Stimme voll überzeugen. Das betrifft seine Leistung bei den Vocals wie auch bei den Backing Vocals da er alle Gesangsparts komplett selbst übernommen hat, die Lyrics übrigens auch. Neil Hibbs ist eine Endeckung, nicht nur als Songschreiber sondern auch sein Gitarrenspiel mit einigen Solo Kapriolen ist ausgesprochen gut. Das Resultat erfordert Geduld, die meisten Songs zünden nicht sofort sind dann aber auch für längere Zeit von Interesse da man sich nicht so schnell satt hört. In dem Werk steckt viel Arbeit was man auch raushört. Die Fertigstellung zog sich über zwei Jahre hinweg. Und wie gesagt, Zeit sollte man sich auch beim Hören nehmen. |
Anspieltipps:
| | "Give me a Reason", "Say it one more Time", "Miles from nowhere" und "In for the Kill" |
Tipp:
| | Wer Tony Mills von Shy oder China Blue kennt sollte vor dem Kauf unbedingt in das Album reinhören. Hier präsentiert Mills eine gänzliche andere Musik. VITAL DESIGN ist am ehesten mit den Siam Scheiben vergleichbar. Es gibt Progressive Rock der stellenweise etwas an Queensryche erinnert und mehrere Durchläufe benötigt. |
Titel-Liste:
| | - A vital Design
- Give me a Reason
- A Conspiracy
- Say it one more Time
- Exclusion Zone
- Miles from nowhere
- Neurotic
- Action
- Tears in Lisbon
- In for the Kill
- God called my Name
- Sunniva
- Glory Days
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Laufzeit:
Band-Infos:
| | www.myspace.com/tonymillsrocks  |
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