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Review: Mind of Doll
 
LOW LIFE HEROES

Album:
 LOW LIFE HEROES, 2008, SonyBMG

Stil:
 Rotz Rock

Wertung:
 5,5 von 7
5,5 von 7 Punkten
 J.G., 02.03.2009

Review:
 Finnen und rotziger Rock'n'Roll, das ist schon lange kein Widerspruch mehr. Das beweisen auch die vier Jungs von Mind of Doll, die nun endlich ihr Debüt-Album veröffentlicht haben. Vorausgegangen sind zwei Singles und eine EP, die bereits ihre Abnehmer auf mehr als 100 Konzerten gefunden haben. Dass dabei auch der Label große Taten erwartet, zeigt das Engagement des Major SonyBMG für Deutschland.
Das Rezept für den Erfolg der Finnen ist recht einfach. Auf den Pfaden der großen Klassiker, wie Kiss in den 70ern würzt man das Gericht mit einer guten Portion Glam- und Sleaze Rock aus den 80ern. Das Ergebnis ist eine überwiegend ungezügelte rohe Hochgeschwindigkeits-Kost, die vor Spielfreude nur so strotzt.

Mit verzerrten Gitarren und einem diabolisch dreckigen Lachen startet der Opener "Single Malt" die Highspeed-Reise quer durch die Gefilde des Rotz Rock. Visa Heinonens Gesang passt dabei so perfekt, wie der berühmte Arsch auf den Eimer und die Wildheit der Gitarrenfront wird durch punkige Anleihen noch wilder in Szene gesetzt.
"You really got me...", nein, aber "Marks on my Face" heißt eindeutig eines der Highlights des Albums. Griffige Riffs und ein markanter temporeduzierter Refrain mit choraler Unterstützung sorgen dabei für die Big Points.
Noch mehr Tempo und Druck gefällig? Dann kann ich nur das nachfolgende "Miss Pretty" mit seinen wilden ICE-Riffs empfehlen, welches auch die letzte Schnarchnase vom Barhocker beamen sollte.
Nachdem nun auch die Letzten wach sein sollten, starten Mind of Doll mit "Never rising" die Groove Maschine. Abrocken ist hier Pflichtprogramm, bis die Nackenwirbel knirschen.
Keine Gnade für die Wade. Auch bei "No Alibi" und "Pickin' up Scum" wird voll Zunder gegeben, so dass kaum Zeit bleibt, den aufkommenden Durst mit einem Bierchen ausgiebig zu stillen.
Erst für "Sick Girl sad Case" und das nachfolgende "Trouble Maker" wird geringfügig der Fuß vom Gas genommen, hat aber noch genügend Dampf unter der Haube um für satte Schweißflecken unter den Achseln zu sorgen.
Bisher hat mich nahezu jeder Song überzeugen können, wäre da nicht der abschließende Balladen-Versuch "Lovers", der mir so gar nicht munden will. Ein bisschen wie gewollt, aber nicht wirklich gekonnt, sollten die Finnen besonders im langsamen Tempobereich nachbessern - aber ist "langsam" eigentlich nötig?

Fazit: Bravo, genau so soll die rotziger Antwort auf allzu glatt gebügelten Rock aussehen. Rau, wild, druckvoll und mitreißend schmeckt das Erfolgsrezept der Finnen. Dass man sich dabei auch bei der Produktion nicht lumpen hat lassen, unterstreicht den Qualitätsanspruch ohne Originalität und Frische einzubüßen. Schade nur, dass die Sache etwas kurz ausgefallen ist, aber es spricht schließlich nichts gegen ein paar weitere Runden.

Anspieltipps:
 "Single Malt", "Marks on my Face" "Miss Pretty" und "Never rising".

Tipp:
 Freunde des ungezügelten wilden Rotz Rocks. Hier gibt es Nachschub voll auf die Zwölf.

Titel-Liste:
 
  1. Single Malt
  2. Lack of Chance
  3. Marks on my Face
  4. Miss Pretty
  5. Never rising
  6. No Alibi
  7. Pickin' up Scum
  8. Sick Girl sad Case
  9. Trouble Maker
  10. Lovers

Laufzeit:
 38:06 Min.

Band-Infos:
 
  • www.mindofdoll.com 


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