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Review: Minuetum |
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Album:
| | HAUNTED SPIRIT, 2010, 7Hard |
Stil:
Wertung:
| |  4 von 7 Punkten | | V.R., 29.07.2010 |
Review:
| | Griechenland steht nicht nur für Sommer, Sonne und Staatsbankrott, sondern auch für ordentlichen Power Metal. Bands wie InnerWish oder Phantom Lord haben es vorgemacht und Firewind konnten sogar unlängst zur Speerspitze des europäischen Metal aufschließen. Auch Minuetum, eine noch relativ neue Band, will da ihr Stückchen vom Power Metal-Kuchen abhaben und veröffentlicht in diesen Tagen ihre erste Langrille. Ob sie mit HAUNTED SPIRIT an die Musik ihrer Landsmänner von Firewind & Co. rankommen können, soll im Folgenden geklärt werden.
Bevor man sich von den Songs einen richtigen Eindruck verschaffen kann, gilt es erst mal, ein kurzes Keyboardintro namens "Sky Minuet" zu überstehen, das sicherlich Stimmung schaffen soll, aber eigentlich nur langweilig ist.
Danach starten Minuetum mit "The dark Half" aber voll durch. Power hat der Song, das muss man ihm lassen. So richtig zünden kann der Titel trotz dieser Energie und einer schönen Refrainmelodie trotzdem nicht. Zum einen liegt das sicherlich an Dimitris Zacharopoulos nur mittelmäßigem Gesangsorgan, zum anderen können sich die Keyboards leider nicht des Eindrucks einer gewissen Billigkeit verwehren. Schlecht ist der Titel keinesfalls, aber bei anderen Bands gab es so etwas schon professioneller zu hören.
Vielleicht ist der nächste Song ja besser. "The Tribe is calling" fängt vielversprechend an. Die Gitarren sorgen für ordentlich Druck und die Keyboards klingen auch nicht so flach wie im Opener. Da sich die Refrainmelodie schnell im Ohr festsetzt, gibt es an diesem Titel bis auf den Gesang nichts auszusetzen.
Bei "Follow us" sind sie wieder da, diese nervigen Keyboardsounds. Zwischendurch hatte ich das Gefühl, dass mein Telefon klingelt, so schräg wirken die Tastenklänge. Nichtsdestotrotz macht der Song ansonsten einen guten Eindruck. Von den Keyboards abgesehen sind die Melodien durchweg stimmig. Auch der Tempowechsel zwischen Strophe und Refrain sorgt dafür, dass man diesen Titel eigentlich sehr gerne haben möchte, wären da nicht zwischendurch die schiefen Töne.
Komischerweise gibt es an den ebenfalls sehr großzügig eingesetzten Keyboardtönen in "Key to Glory" nichts auszusetzen, denn sie fügen sich bei diesem Lied harmonisch in das Gesamtbild ein. Sogar der Gesang klingt besser als in auf den bisherigen Titeln, so dass wir es hier mit dem bisher besten Song des Albums zu tun haben.
Bis jetzt haben Minuetum ordentlich abgerockt. Zeit für eine Verschnaufpause. Nein, "Hero Divine" ist keine Ballade, sondern ein langsamer epischer Rocksong. Leider kommen stimmliche Schwächen bei dieser Art von Musik besonders zu tragen, was besonders deswegen schade ist, weil wir es mit einem durchaus gelungenen Titel zu tun haben, der sogar richtig Stimmung aufbaut.
"Time to fly" fällt dagegen wieder ins übliche Power Metal-Schema. Sowohl in den Strophen als auch im Refrain lassen Minuetum ordentlich Dampf ab, während ruhige Zwischenparts und ein stimmiges Gitarrensolo für Abwechslung sorgen. Insgesamt also ein weiterer guter Song mit den üblichen Schwächen im Bereich des Gesangs.
Dass die Band ihre epischen und ihre energiegeladen Momente geschickt miteinander kombinieren können, beweist "Ghost King". Strophen und Refrain sind im typischen Power Metal-Stil gehalten, während die Bridge für Stimmung sorgt. Auch ein Keyboardsolo wurde untergebracht, in dem die Melodie des Volkslieds "Greensleeves" zitiert wird.
Auch bei "Into the Night" wagt die Band das Wechselspiel zwischen Speed auf der einen und Epik auf der anderen Seite. Das Hauptproblem des Songs sind allerdings die Keyboardklänge, die hier wieder ähnlich anstrengend klingen wie in den ersten Liedern.
Zum Abschluss haben Minuetum mit "Eternal Twilight" noch eine weitere epische Rocknummer mit einigen Tempiwechsel im Angebot. Hier können sie ihre Stärken voll ausspielen, und sogar der Gesang ist dieses Mal absolut stimmig, von einer im Hintergrund johlenden Frauenstimme mal abgesehen. Vielleicht der beste Song des Albums.
Fazit: HAUNTED SPIRIT hinterlässt einen sehr zwiespältigen Eindruck. Auf der einen Seite kann das Album mit teils absolut schrillen Keyboardpassagen und nur durchschnittlichem Gesang ganz schön an den Nerven zehren. Andererseits sind viele der Lieder, von den erwähnten Schwächen abgesehen, sehr stimmig geraten und machen Lust auf mehr. Die Melodien gehen schnell ins Ohr und keiner der Songs ist langweilig oder eintönig. Kompositorisch ist also alles in Ordnung im Hause Minuetum. Wenn der Sänger an seiner Stimme arbeitet und man für die Produktion nächstes Mal etwas mehr Geld investiert, dann könnte der Nachfolger ein gutes bis sehr gutes Album werden. Für HAUNTED SPIRIT gilt aber: für ein Debüt in Ordnung, aber angesichts der nicht zu übersehenden Schwächen nur Mittelmaß. |
Anspieltipps:
| | "The Tribe is calling", "Key to Glory", "Hero Divine", "Ghost King" und "Eternal Twilight". |
Tipp:
| | Fans des sogenannten neoklassischen Power Metals der alten Yngwie Malmsteen-Schule können dem Album gerne mal ein Ohr schenken. |
Titel-Liste:
| | - Sky Minuet
- The dark Half
- The Tribe is calling
- Follow us
- Key to Glory
- Hero divine
- Time to fly
- Ghost King
- Into the Night
- Eternal Twilight
|
Laufzeit:
Band-Infos:
| | www.myspace.com/minuetum  |
Probehören und Kaufen:
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