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Review: Molly Hatchet |
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Album:
Stil:
Wertung:
| |  5,5 von 7 Punkten | | J.G., 22.05.2010 |
Review:
| | Wer Southern Rock mag wird zwangsläufig irgendwann auch auf Molly Hatchet stoßen. Die Southern Rock-Institution schlechthin nutzt dabei das gleiche Rezept, wie viele (erfolgreiche) andere Bands auch und schafft es sich mit jedem Album neu zu erfinden. Dabei gelingt es den US-Amerikanern niemals die gleichen abgedroschenen Phrasen zu dreschen, sondern immer wieder ein paar neue Varianten einzustreuen. Die Trademarks bleiben jedoch unberührt und so findet man auf den meisten Alben auch einen durchgängigen, gleich gestrickten Song, der eigentlich nur den Titel ändert, diesmal auf den Namen "Justice" hört und auf früheren Alben eben "Devil's Canyon" oder bei Lynyrd Synyrd "Freebird" hieß. Und wie nicht anders zu erwarten, wird auch wieder ein richtig knackiges Endlos-Solo geboten.
Bemerkenswert ist sicherlich auch, dass die Bandmitglieder schon den einen oder anderen Schicksalsschlag verdauen mussten, beispielsweise den Tod von Bobby Ingrams Frau Stephanie, die nur 33 Jahre alt wurde und trotzdem in der Not auch anderen helfen. Da wäre der Fall der entführten 9-jährigen Somer Thompson zu nennen, die auf bestialische Weise ermordet wurde und Molly Hatchet nicht zögerten, den Eltern mit einem Benefizkonzert sowohl finanziell zu helfen, als auch die Öffentlichkeit entsprechend zu informieren. Das gefühlvolle "Fly on Wings of Angels (Somers Song)" mit der Kinderstimme im Intro ist der Kleinen gewidmet.
Neben Besinnlichem gibt es aber auch jede Menge solider Hard Rocker mit mehr oder weniger Ohrwurm-Qualitäten, beginnend mit "Safe in my Skin", die nahezu fließende Fortführung des Openers, "Deep Water" mit ungewohnt modernem Synthie-Intro und treibendem Riffing, das etwas verhalten startende "I´m gonna live `til I die", dass sich zu einem richtig groovigem Song entwickelt oder das mit Gewitterstimmung beginnende "Vengeance".
Klar, die richtige Musik für den Saloon darf nicht fehlen und so überzeugt "American Pride" mit dem richtigen Boogie-Rhythmus.
Mit "As Heaven is Forever" gibt es neben dem bereits erwähnten "Fly on Wings of Angels" diesmal sogar eine zweite Ballade.
Höre ich da sogar ein Saxophon? Richtig, für "Tomorrows and Forevers" hat man sich neben dem angenehm warm klingenden Gitarrensound noch ein kleines Schmankerl einfallen lassen.
Fazit: Wie ein Fels in der Brandung liefern Molly Hatchet ungeachtet aller Schicksalsschläge konstant solide Leistung und das über Jahrzehnte. Auch wenn mir diesmal nach dem ersten Durchhören ein paar Songs zu schnell durch die Gehörgänge gerutscht sind, ohne große Spuren zu hinterlassen, so kann doch jeder Song für sich an der ein oder anderen Stelle glänzen, sei es nun ein Honky Tonk- oder Saxophon-Solo, ein griffiger Refrain, eine Ohrwurm-Hookline oder nur ein interessantes Lick. Die Produktion ist wie gewohnt astrein und liefert den nötigen Druck und klare Gitarren für Langzeithörgenuss.
Die Könige des Southern Rock bleiben sich zu 100% treu und das nicht nur, was das Cover-Artwork betrifft. |
Tipp:
| | Southern Rock kann man einfach nicht wirklich kennen, wenn man Lynyrd Skynyrd oder Molly Hatchet bisher ignoriert hat. JUSTICE sollte deshalb in keiner Sammlung fehlen. |
Titel-Liste:
| | - Been to Heaven been to Hell
- Safe in my Skin
- Deep Water
- American Pride
- I´m gonna live `til I die
- Fly on Wings of Angels (Somers Song)
- As Heaven is Forever
- Tomorrows and Forevers
- Vengeance
- In the Darkness of the Night
- Justice
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