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Review: Moon
 
LUCIFER'S HORN

Album:
 LUCIFER'S HORN, 2010, Witching Hour

Stil:
 Symphonic Black Metal

Wertung:
 5,5 von 7
5,5 von 7 Punkten
 M.U., 19.08.2010

Review:
 Also auf zur zweiten Runde. Also auf wieder nach Polen. Die Band Moon kommt, lustigerweise wie Non Opus Dei, auch aus Olsztyn (Polen). Sozusagen Konkurrenzkampf in der eigenen Stadt. Moon wird 1996 als Nebenprojekt von Cezar und Doc gegründet und besteht aus vier Bandmitgliedern. Wie Non Opus Dei eben auch. Welch Zufall! Thematisch verschreibt man sich dem Satanismus. Bereits ein Jahr später erscheint das erste Album DAEMON'S HEART, gefolgt von SATAN'S WEPT zwei Jahre später. Danach herrscht für elf Jahre Funkstille. Denn die Band löst sich auf und findet dann 2009 wieder zueinander. Das darauffolgende Jahr, 2010, wird ein sehr produktives Jahr. Denn es erscheine zwei Alben namens DEVIL'S RETURN und LUCIFER'S HORNS, wobei uns das letztere Album zum Review vorliegt.

Beginnen wir mit dem Song "Summoning of Natan". Bei einer Spiellänge von knapp über eine Minute eine Art verkapptes Intro. Musikalisch allerdings alles andere als ein Intro. Schon mit den ersten Klängen wird einem deutlich gemacht, welchen Silberling man da in den CD-Player eingelegt hat. Eine sehr düstere und unheimliche Stimmung.
Der erste "richtige" Song ist zugleich der Titelsong "Lucifer's Horns". Da geht es gleich so richtig zur Sache. Extrem schnell, extrem aggressiv, extrem brachialer Gesang. Wenn man genau hinhört, werden gewisse Parallelen zu Non Opus Dei erkennbar. Gut, man kommt ja auch aus der gleichen Stadt. Aber er ist doch nicht ganz so brutal und eher gemässigter, eher melodischer, wobei die Spielweise auch leichte Züge von Eisregen erkennen lässt.
Und weil dessen noch nicht genug ist, gibt es mit "Torches begin to burn" und "Confined in Heaven" gleich zwei weitere geballte Ladungen an Wahnsinn drauf. Auch diese Songs sind wieder so was von schnell. Da fragt man sich wirklich, wie der Schlagzeuger da noch überhaupt mitkommt und die Drums richtig trifft. Gleiches gilt für den Gitarristen mit seinen Saiten. Bei "Confined in Heaven" wird man sogar mit ein paar recht hübsche Gitarrensoli verwöhnt.
Titelmässig lässt sich mit dem Song "Zwiastowanie Ognia" nicht viel anfangen. Spekulieren wir halt einfach einmal auf irgendwas. Auch dieser Song klingt recht brachial und brutal. Aber er hat doch eine gewisse sanfte Note und er erscheint nicht ganz so schnell gespielt. Melodiöse Elemente sind erkennbar und einige geniale Gitarrensoli ebenso.
Galopp artig beginnt "The Book of Fire". Aber das ist nur Schein. Denn im Anschluss frönt man wieder der harten und aggressiven Spielweise, ganz so, wie man es bisher gewohnt ist. Also nichts aufregendes Neues. Da ich selber mal Schlagzeug gespielt habe, kann ich die Leistung des Musikern nur bewundern. Das ist Spielkunst vom Feinsten!
Schlangen in der Nacht. Wie schaurig. Aber der Song "Night of the Serpent" will wohl einem diesen Eindruck vermitteln. Seit ein paar Songs lässt das "Symphonic"-Element mehr und mehr nach. Auch wenn der Gitarrist ab und zu ein paar Einblicke in die Hardrock-Welt erkennen lässt. Doch diese werden gnadenlos von der knallharten Gangart übertüncht.
Mit "The Semen of Ye old One" beschreiten wir wieder den gleichen Weg. Nur mit der Ausnahme, dass es doch noch schneller geht als man es gedacht hat. Hier dürfte wohl der Gipfel des Olymp erreicht sein. Schneller geht’s nimmer!
Recht düster und depressiv beginnt "Czarny Horyzont" Auch ist der Sound im Vergleich zu den Vorgänger viel getragener und schwerfälliger. So richtig zum Durchatmen, denn man schaltet etliche Gänge herunter. Aber gerade diese schwerfällige, düstere und depressive Stimmung machen den Song zum Knaller.
Nach "Summoning of Natan" haben wir hier "Summoning of Demons". Ähnliche Titel, doch ein vollkommen anderer Song. Auch hier wieder diese düstere, unheimliche Stimmung, wie man sie schon sooft erkannt hat. Bezüglich der Spielweise geht man keinerlei Experimente ein.
Mit dem letzten Song "Daemon's Heart" greifen Moon titelmässig das erste Album gleichen Titels aus dem Jahre 1997 auf. Nach über 42 Minuten ist man auf der einen Seite froh das es zu Ende ist und auf der anderen Seite traurig, das es nicht noch weiter geht. Allerdings bleibt man musikalisch streng dem eingeschlagenen Weg treu. Vielleicht manchmal zu treu.

Fazit: Wie die zuvor getesteten Non Opus die sind auch Moon nur etwas für hart gesottene Black Metal Fans, die absolut auf das Extreme stehen. Allen anderen wird das eine Spur zu heftig erscheinen. Musikalisch sind Moon relativ melodiös, wenn man das für diese Stilrichtung überhaupt sagen darf. Aber an manchen Stellen blickt eben das Adjektiv "Symphonic" hervor; das lässt sich dann einfach nicht vermeiden. Vergleicht man nun beide Bands, was durchaus vorkommen darf und kann, so gefallen mir persönlich Moon eine Spur besser, da die Musik doch nicht ganz so brutal hart erscheint. Ein abschliessendes Urteil sollte dennoch jeder Hörer für sich selber fällen. Auf jeden Fall ein gut gelungenes Album. Das CD-Cover erinnert einen von der Aufmachung ein bisschen an das von Album ZOS KIA CULTUS von Behemoth (ebenfalls aus Polen); ist hier allerdings kompromissloser dargestellt.

Anspieltipps:
 Definitiv "Lucifer's Horns" sowie "Torches begin to burn", "Confined in Heaven", "Zwiastowanie Ognia" und "Czarny Horyzont".

Titel-Liste:
 
  1. Summoning of Natan
  2. Lucifer's Horns
  3. Torches begin to burn
  4. Confined in Heaven
  5. Zwiastowanie Ognia
  6. The Book of Fire
  7. Night of the Serpent
  8. The Semen of Ye old One
  9. Czarny Horyzont
  10. Summoning of Demons
  11. Daemon's Heart

Laufzeit:
 42:24 Min.

Band-Infos:
 
  • www.myspace.com/moonsatanic 


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