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Review: Mr. Irish Bastard |
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Album:
| | NEVER MIND THE BASTARDS - HERE IS MR. IRISH BOLLOCKS, 2011, Reedo |
Stil:
Wertung:
| |  3 von 7 Punkten | | J.G., 21.01.2012 |
Review:
| | Obwohl es schon einige Zeit her ist, kann ich mich noch gut an das letzte Album A FISTFUL OF DIRT erinnern, als die Irisch/Münsteranischen Folk Rocker so richtig los legten. Und egal ob E-Gitarre oder Mandoline nicht nur die Instrumentalisten gaben ihr bestes, den Songs Schwung, Leben und auch Gefühl einzuhauchen. Dementsprechend war ich gespannt, was sich hinter dem Neuling verbergen wird. Kann mich der Fünfer mit The Irish Bastard (Vocals, Gitarre), Lady Lily (Tin Whistle), Boeuf Strongenuff (Bass), Gran E. Smith (Banjo, Mandoline) und Ivo K'Nivo (Drums) auch diesmal vom Hocker hauen oder ist der lange Titel des Albums das einzig heraus ragende?
Wir schreiben das Jahr 1977. Die Sex Pistols gelten momentan als die radikalste Rock-Band und übertrumpfen damit sogar das Böse-Buben-Image der Rolling Stones. Gerade in diesem Jahr ist einiges geboten. Bassist Glen Matlock überwirft sich mit der Band und geht mit der Combo Rich Kids eigene Wege. Gerade bei EMI aus dem Vertrag geflogen wird auch eifrig nach einem neuen Partner gesucht. A&M Records sollen es werden - zumindest für einige Tage, bis die Plattenfirma den Vertrag wieder kündigt und sogar 75.000 Pfund zahlt um die Rocker loszuwerden, als diese Sekretärinnen anfielen und Büros verwüsteten. Im Mai riskiert es dann Virgin Records und die Band schafft es mit der Single "God save the Queen" auf Platz #1 der Charts. Ein Drittel der Läden weigern sich jedoch die Single zu verkaufen, da sie angebliche Majestätsbeleidigung nicht unterstützen. Auch die meisten Radio- und TV-Stationen belegen die Band mit einem Bann. Und genau zu dieser Zeit entsteht das Album NEVER MIND THE BOLLOCKS, HERE'S THE SEX PISTOLS, die Vorlage für NEVER MIND THE BASTARDS - HERE IS MR. IRISH BOLLOCKS, die hier versucht haben, dieses Werk komplett zu covern.
Nach dieser kleinen Recherche muss ich erstmal tief durchschnaufen, kräftig schlucken und mit einer gewissen Vorahnung starte ich den Testlauf...
... und schon der Opener zeigt mir, trotz aller propagierten Punk-Rock-Wurzeln, kann mich "Holidays in the Sun" nicht wirklich überzeugen. Trotz hoher Punk-Attitüde, wird durch die Folk-Instrumente genau das nieder gebügelt oder besser "weich gespült", was den Punk Rock eigentlich ausmacht, seine Aggressivität und Direktheit - mit jedem Takt auf die Zwölf, sonst taugt es nicht.
Etwas besser gelingt es beim Nachfolger "Bodies", die 'Hey hey Hey'-Stimmung mit forciertem Tempo an die Lauscher zu bringen, jedoch wirkt der Tiger ziemlich zahnlos, denn die Flöten blasen ihm nicht wirklich den Marsch.
Nicht besser wirkt mir die ehemalige #1-Single "God save the Queen". So packt mich schließlich doch der Rappel und ich fahre mit meinem Drehstuhl die Regale der Redaktion ab, bis ich fündig werde. Dank einer gut sortierten Sammlung halte ich nun die Sex Pistols-Vorlage in Händen und wage zur Albums-Halbzeit den Vergleich...
...noch eklatanter wird nun der Unterschied, hört man sich das Original an. Hier geht mit deutlich weniger instrumenteller Unterstützung die Post ab. Schon das rollende "R" des Frontmanns und die dreckigen Gitarren liefern genau das, was man erwartet, rotzfrechen Punk, der alte Zöpfe gnadenlos abschneidet und mit Konventionen bricht.
Und egal welche Songs ich mir vornehme, immer das gleiche Bild. Was gibt es herrlicheres, als das vom Frontmann langgezogene 'Anarchy' oder 'I wanna be' beim Song "Anarchy in the U.K.". Nein, das können Mr. Irish Bastard hier nicht bieten, auch wenn zugegebenermaßen die Soundqualität 300% besser ist, als damals.
Schließlich fehlt neben den wirklichen Punk-Werten oftmals auch der Sinn. "E.M.I." hatte für the Sex Pistols einen tieferen Sinn. Schließlich wurde ihnen damals gerade der Vertrag von eben jenen Herren gekündigt, und was liegt näher für Punks, sich mit einem Song den Frust von der Seele zu spielen. Wo liegt aber der Sinn für Mr. Irish Bastard?
Fazit: Nun, einen Versuch war es wert. Schließlich gehört es zur künstlerischen Freiheit, seine eigenen Grenzen auszuloten. Ich sehe als Experiment, das meiner Meinung nach nicht geglückt ist, denn damit wurden weniger die eigenen Punk Rock-Wurzeln herausgearbeitet, als vielmehr den wichtigsten Punk-Merkmalen der Zahn gezogen. Ich denke, mein Redaktionskollege, der selbst in einer Punk-Band gespielt hatte, wäre weniger hier vornehm in der Bewertung gewesen. Mir bleibt nur zu bemerken, dass Folk und Punk an dieser Stelle nicht zusammen passen, zumindest wenn man sich einen Klassiker als Vorlage nimmt, anstatt mit eigenem Material zu überzeugen, denn klappte bisher doch einwandfrei. Ich hoffe nur, auch zukünftig wieder, denn das nächste Mal sollte das Album wieder spannender sein, als die Geschichte der Vorlage! |
Tipp:
| | Wer die Vorlage kennt, Finger weg und wer ein echter Mr. Irish Bastard-Fan ist, kann ja mal ein Ohr wagen. Vielleicht ist es unvorbelastet gar nicht so schwer zu ertragen. |
Titel-Liste:
| | - Holidays in the Sun
- Bodies
- No Feelings
- Liar
- God save the Quuen
- Problems
- Seventeen
- Anarchy in the U.K.
- Submission
- Pretty Vacant
- New York
- E.M.I.
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Laufzeit:
Band-Infos:
| | www.mririshbastard.com  |
Probehören und Kaufen:
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