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Review: The Mystery
 
SOULCATCHER

Album:
 SOULCATCHER, 2008, Limited Access

Stil:
 Heavy Metal, Hard Rock

Wertung:
 4 von 7
4 von 7 Punkten
 V.R., 17.07.2010

Review:
 Melodischer Metal mit Frauengesang - viele denken dabei sicher an die sogenannten Symphonic Metal-Bands wie Nightwish, Lunatica oder Epica. Der Gesang geht dabei oft in Richtung opernhaftes Geträller und klingt dabei nur selten so perfekt wie der von Tarja Turunen. Auch The Mystery haben eine Sängerin in ihren Reihen. Die Musik geht trotzdem in eine andere Richtung. Tief im Hard Rock verwurzelter Heavy Metal, mit einer Sängerin, die mehr an Rockröhren wie Doro Pesch oder Jutta Weinhold erinnert, das hat der geneigte Hörer bei The Mystery zu erwarten. Die Frage ist nur, ob man daraus von vornherein ein positives Qualitätsurteil ableiten kann. Darauf soll in der folgenden Rezension eingegangen werden.

Los geht es mit einem Gitarrenintro namens "Ascending Souls". Nett, aber relativ belanglos.
Der erste richtige Song trägt den Namen "Take me to the Light". Hier wird ordentlich losgerockt, auch die Melodie stimmt und geht schnell ins Ohr. Leider fällt aber auch gleich einer der Hauptkritikpunkte auf: Die Produktion könnte gerne eine Ecke druckvoller sein.
Noch etwas eingängiger und nach meinem Empfinden auch besser ist das nächste Lied "Judas betrayed". Dass dies der beste Song des Albums ist, sah wohl auch die Band so und hat daher ein Video dazu aufgenommen, das die Grenze zur Peinlichkeit gerne auch mal überschreitet. Aber das sagt ja nichts über die Qualität des Songs aus. Wir haben es hier wirklich mit einem richtig guten Song mit Ohrwurmrefrain zu tun.
Wäre doch nur die ganze Platte auf dem Niveau des letzten Titels. Leider geht es aber erst mal weiter mit einem völlig unnötigen Zwischenspiel namens "The Catchers Prelude". Man hat das Gefühl, dass das kurze Lied nur auf dem Album ist, um auf 15 Titel zu kommen.
"Soulcatcher" ist zum Glück wieder ein richtiger Song und ein ganz ordentlicher dazu. Gemäßigtes Hard Rock-Tempo, das sich im weiteren Verlauf steigert, erdige Strophen, ein griffiger Refrain, mehr braucht es nicht für einen guten Rocksong.
Umso schwacher ist der nächste Titel. "Turn into Stone" ist einfach viel zu belanglos und durchschnittlich, als dass er sich länger im Ohr festklammern könnte.
Auch "My heart lies bleeding" ist nicht wirklich besser. Hier liegt das Problem in erster Linie am langweiligen Refrain, denn die Strophen zünden.
Lied Nummer 8 heißt "Suicidal Thoughts". Selbstmordgedanken müssen bei diesem Song wirklich nicht aufkommen, ist er doch eine ganze Ecke besser als die letzten schwachen Titel. Etwas ruhiger gehalten, mit einer schönen Melodie ausgestattet, kann diese Komposition endlich wieder überzeugen.
Leider kann das Level nicht lange gehalten werden, denn "Heaven at War" ist viel zu nervig ausgefallen, um ein guter Song zu sein. Spätestens nach 2 Minuten wird auf die Skip-Taste gedrückt. Der mit Abstand schlechteste Titel des Albums.
Ein paar Asse hat The Mystery aber noch im Ärmel. "World Downfall" gehört zu den besseren Musikstücken der Platte. Zu Beginn kompromisslos hart, im Refrain angenehm melodisch, so sollte die Band viel öfter klingen, anstelle sich in Belanglosigkeiten zu verzetteln.
Das ebenfalls recht harte "Coming Home" ist auch kein schlechter Song und durchaus hörbar. Ganz will der Funke bei mir aber nicht überspringen.
Bei "Fire keeps on burning" klappt das schon wesentlich besser. Hier haben The Mystery wieder alle Zutaten für einen Toptitel zusammengemischt und ein sehr gutes Ergebnis erzielt.
Leider folgt mit "Faithless" schon wieder eine langweilige Nummer im dumpfen Standard-Metal-Tempo. Hätte man dieses und einige andere Lieder einfach weggelassen, hätte das so ein schönes Album werden können.
"Angel" ist dann noch mal ein etwas schnellerer Song, der in den Bereich ‚gut hörbar' fällt.
Bisher hat das Album fast alle zu erwartenden Standards geboten. Wir hatten die langsamere Hard Rock-Nummer, wir hatten den Standard-Heavy Metal-Titel und wir hatten den Speed-Song. Was fehlt noch? Klar, eine ruhige Ballade. Die gibt es ganz am Ende der Platte. Mit Metal-Balladen ist das ja immer so eine Sache. Manche sind zutiefst ergreifend, die meisten aber eher langweilig. Leider gehört "Unready to die" weder zur ersten noch zur zweiten Sorte, sondern ist so ein Mittelding. Es ist alles andere als schlecht, aber insgesamt plätschert das Lied zu sehr dahin, als es noch mal zum Aufhorchen auffordern würde.

Fazit: SOULCATCHER ist eine zwiespältige Angelegenheit. Auf der einen Seite ist es schön, mal wieder richtig schönen erdig-rauhen Frauengesang der Marke Doro Pesch auf einem Metal-Album zu hören. Außerdem befindet sich durchaus der eine oder andere gute bis sehr gute Song auf dem Album. Leider hat die Platte zwei Probleme. Das erste ist die mäßige Produktion, das zweite die vielen schwächeren Lieder, die sich immer mal wieder eingeschlichen haben. Gerade in der zweiten Hälfte folgt auf fast jeden guten Song eine belanglose bis schlechte Nummer. Hätten The Mystery ein paar Titel weniger aufgenommen und sich auf 10 Lieder beschränkt, hätten wir hier eine viel bessere Platte vorliegen. So ist es aber eben nur Durchschnitt geworden, obwohl das Potential zu mehr durchaus vorhanden ist. Wenn die angesprochenen Fehler beim nächsten Album umgangen werden, könnte daraus ein gutes bis sehr gutes Nachfolgewerk werden.

Anspieltipps:
 "Take me to the Light", "Judas betrayed", "Suicidal Thoughts" und "World Downfall"

Tipp:
 Fans von Zed Yago oder Warlock/Doro Pesch sollten mal reinhören.

Titel-Liste:
 
  1. Ascending Souls
  2. Take me to the Light
  3. Judas betrayed
  4. The Catchers Prelude
  5. Soulcatcher
  6. Turn into Stone
  7. My Heart lies bleeding
  8. Suicidal Thoughts
  9. Heaven at War
  10. World Downfall
  11. Coming home
  12. Fire keeps on burning
  13. Faithless
  14. Angel
  15. Unready to die

Laufzeit:
 56:20 Min.

Band-Infos:
 
  • www.the-mystery.de 

  • Probehören und Kaufen:
    The Mystery: SOULCATCHER

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