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Review: Nail |
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Album:
| | POWER AND GREED, 2010, MoleRecords |
Stil:
Wertung:
| |  2 von 7 Punkten | | V.R., 31.07.2010 |
Review:
| | Heavy Rock mit Doomeinflüssen und dezenter Alternative-Schlagseite - das bietet die kanadische Band Nail. Das allein wäre ja schon besonders, doch richtig speziell wird es dadurch, dass mit Cindy Wiechmann alias C-Lead eine Frau die Vocals übernommen hat. Nach dem selbstbetitelten Debüt-Album, das 2007 erschien, wird es nun Zeit für eine Nachfolgescheibe. POWER AND GREED heißt das neue Album der Band. Ob qualitativ alles im Lot im Hause Nail ist, sollen die folgenden Zeilen verdeutlichen.
Der erste Eindruck ist noch ganz in Ordnung. Erdige Gitarren sorgen bei "King of Fools" anfangs für Stimmung, bis eine Stimme einsetzt - Moment mal, das soll eine Frauenstimme sein? Natürlich ist es keine, denn dieser Song wurde im Duett eingesungen. Kurze Zeit später bekommen wir dann auch Cindy Wiechmanns Stimme zu hören, an die man sich allerdings gewöhnen muss, denn ein sonderlich angenehmes Organ hat sie nicht. Das ist aber nicht das eigentliche Problem des Liedes, denn das sind die fehlenden eingängigen Melodien. So plätschert der Song vor sich hin und geht schließlich fast ohne Höhepunkte zu Ende. Lediglich das aggressive Solo kann kleinere Akzente setzen.
Erschreckenderweise wird es nicht besser, sondern schlechter. Konnte man den Opener noch als durchaus annehmbaren Rocker bezeichnen, ist "Saving Face" nicht mehr als ein unmelodischer Langweiler, bei dem die Skiptaste schneller gedrückt wird, als man das Wort Lückenfüller zu Ende sprechen kann. Obwohl die Bandmitglieder ihre Instrumente einwandfrei beherrschen und man sich an die Stimme mit Mühe und Not gewöhnen kann, kommt einfach keine Stimmung auf. Kompositorisch fehlt es an allen Ecken und Enden.
Zumindest ein bisschen besser ist "SuperHuman". Der fetzige Rhythmus und die harten Gitarrenriffs im Hintergrund können nämlich durchaus für etwas Atmosphäre sorgen, doch die öden Melodien zerstören sämtliche musikalischen Hoffnungen im Ansatz.
Auch bei "History" denkt man anfangs, dass aus dem Song etwas werden könnte, doch spätestens die disharmonische Refrainmelodie entlarvt den Titel als unterdurchschnittlichen Fall für die Skip-Taste. So langsam geht mir die jaulende Stimme der Sängerin auch ein wenig auf die Nerven. Lediglich in der halbwegs interessanten Bridge kommt so etwas wie Stimmung auf, bevor sie vom drögen Gitarrenriff wieder demontiert wird.
Zeit für etwas ruhigere Klänge. "Bottom Feeder" ist nicht nur langsamer, sondern auch musikalisch etwas ansprechender geraten, da hier durchaus interessante Melodien zu entdecken sind. Leider wird das Ganze im Refrain mit alternativ angehauchtem Gitarrengeschrammel unterlegt, aber davon abgesehen haben wir es hier mit dem ersten guten Song des Albums zu tun.
An einer Ballade hat sich die Band auch versucht. "Last Days" fängt sehr vielversprechend an, doch Nail verzetteln sich wieder mal im Refrain, der extrem unmelodisch ausgefallen ist. Hätte man sich hier mehr Mühe gegeben, wäre das Endergebnis sicher gut geworden, so ist es aber nicht mal Mittelmaß.
In jedem Fall ist die Quotenballade aber wesentlich angenehmer zu hören als der nächste Song "The Devil U know". Hier versucht sich die Band an lärmenden Stoner Rock und schafft es, auf kompletter Songlänge ohne musikalischen Höhepunkt auszukommen. Was ein Spannungsbogen ist, scheint der Band unbekannt zu sein und eingängige Melodien waren wohl auch gerade ausverkauft.
Bei "Skin" kommen die doomigen Facetten der Band dezent zum Vorschein. Musikalisch ist leider wieder so einiges im Argen. Melodien sind zwar im Ansatz vorhanden, doch sind diese derart uninspiriert ausgefallen, dass sie den Song nicht übers Mittelmaß hinaushieven können.
Der Titelsong "Power and Greed" kann dann immerhin mit fetzigen Gitarrenriffs und flottem Tempo aufwarten, womit das Problem der Melodienarmut zumindest teilweise überdeckt werden kann. Darüber hinaus hat aber auch dieser Titel nicht viel zu bieten, so dass er ohne richtige Höhepunkte zu Ende geht.
Doomig angehaucht präsentiert sich schließlich das letzte Lied "Less than Zero", das mit seinen disharmonischen Strukturen, nur rudimentär erkennbaren Melodien und einer gesanglich sichtlich überforderten Cindy Wiechmann auf negative Weise auf sich aufmerksam macht. Nach zehn Titeln geht damit ein Album zu Ende, das man nur schwerlich am Stück durchhören kann.
Fazit: POWER AND GREED ist ja sicherlich ein gut gemeintes Album. Anhören möchte ich es mir trotzdem nicht noch mal, obwohl die Band von der Stilrichtung her eigentlich genau in einem Bereich fallen müsste. Hier und da schimmern zwar interessante Ansätze durch, doch insgesamt ist die Platte erschreckend schwach ausgefallen. Dabei ist die anstrengende Stimme der Sängerin nicht mal das größte Problem. Viel schwerer wiegt die sich durchs ganze Album ziehende Melodienarmut und Ideenlosigkeit. Das klingt so, als hätte sich die Band dazu entschlossen, mal ein einfach so eine CD aufzunehmen, ohne sich vorher Gedanken über Spannungsaufbau, Abwechslung und Eingängigkeit zu machen. Gerade mal ein einziger Song fällt in den Bereich "gut anhörbar", der Rest ist teilweise derart anstrengend geraten, dass man den CD-Spieler am Liebsten sofort wieder ausschaltet. Die Platte ist auch kein Grower, sondern wird mit jedem Hören zunehmend belangloser. Normalerweise würde ich zehn Songs und 45 Minuten als etwas kurz empfinden, doch in diesem Fall war ich froh, dass das Album nicht noch länger geworden ist. |
Anspieltipps:
Tipp:
| | So richtig kann ich dieses Album eigentlich Niemandem empfehlen. |
Titel-Liste:
| | - King of Fools
- Saving Face
- Superhuman
- History
- Bottom Feeder
- Last Days
- The Devil U know
- Skin
- Power and Greed
- Less than Zero
|
Laufzeit:
Band-Infos:
| | www.nailband.com  |
Probehören und Kaufen:
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