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Review: Nashville Pussy
 
FROM HELL TO TEXAS

Album:
 FROM HELL TO TEXAS, 2009, Steamhammer

Stil:
 Hard Rock, Southern Rock

Wertung:
 5,5 von 7
5,5 von 7 Punkten
 J.G., 29.01.2009

Review:
 Drei Jahre mussten vergehen, bis das gemischte Quartett nach ihrem Album GET SOME zum nächsten Schlag aus holt. Auch wenn Bandchef, Sänger und Gitarrist Blaine Cartwright gemeinsam mit seiner Frau, der Gitarristin Ruyter Suys die Hauptarbeit beim Songwriting übernommen hatten, so leisteten die Bassistin Karen Cuda und Schlagzeuger Jeremey Thompson ebenfalls ihren Anteil zum Gelingen vom Album FROM HELL TO TEXAS bei. Auch diesmal ist es den Texanern gelungen, eine geniale Symbiose aus Hard Rock, Boggie und Southern Rock abzuliefern, der sich gewaschen hat. Dass dabei auch mal Größen wie Alice Cooper oder Motörhead beliehen werden ist angesichts der Spielfreude des Quartetts vollkommen in Ordnung.

Mit einem Peitschenknall eröffnen die texanischen Cowboys ihren Opener "Speed Machine", der sogleich in bester Hardrock-Manier mit einem Schuss Southern Whiskey - ähm, ich meinte Rock - davon galoppiert.
"Lazy Jesus" wird so gar nicht seinem Namen gerecht, den "Faulenzen" ist hier das letzte, was man auf die lauscher bekommt. Vielmehr geht es mit einem astreinen Southern-Boogie voll zur Sache.
Kernig und bodenständig können ebenso die beiden Songs "Drunk Driving Man" und "Dead Man can't get drunk" voll punkten, auch wenn man mit einem Zuviel des braunen Feuerwassers womöglich kaum noch etwas von Ruyters Gitarrenarbeit mitbekommen würde, was wirklich schade wäre.
Lemmy hätte sicherlich seinen Gefallen an dem Track "Ain't yo Business" und dem Titelsong "From Hell to Texas". Es wäre genau seine Kragenweite mit bassbetontem bärenstarken Groove, die Zuhörer von den Stühlen herunter pusten. Und wenn man schon zwei Damen an Bord hat, was liegt näher, als Untermalung mit weiblichem Chor.
AC/DC-Touch kann niemals schaden und so legen Nashville Pussy mit "I'm so high" gleich das nächste Sahnestückchen nach. Textlich geht es ebenfalls recht hoch hinaus ...und auf dem Mond ist noch lange nicht Schluss...
Mit hohem Tempo und Mitsing-Passagen sorgt "Why why why" von der ersten Strophe ab für Partystimmung. Wer es bisher nur mit Maßkrug-Stemmen probiert hat, der sollte vielleicht doch mal so langsam das Tanzbein schwingen.
"Pray for the Devil", nicht nur ein Gebet, damit die Englein noch öfter für Jesus tanzen, sondern auch ein flotter Rocker mit knackigen Gitarren-Riffs und wunderbar zähmen Ausklang, der das Gefühl vermittelt in Honig zu waten.
Hard Rock, Boogie und Southern Rock, darf's denn auch etwas Punk sein? Klar doch, mit "Late great USA" zelebieren die Südstaatler astreine Ramones-Kultur, schnörkellos und mitreißend. Ich sage nur "wah, wah, wah, la, la lah"!
Da hätten wir doch fast noch den berüchtigten Southern-Blues übersehen, das dachte sich vermutlich auch unser Quartett und holt mit "Stone cold down" das versäumte nach.
Kaum zu glauben, der erdige Hard Rocker "Give me a Hit before I go" läutet bereits die Schlussrunde ein. Er verpasst dem neuen Album besonders durch Ruyters Gitarrenarbeit einen würdigen Ausstieg hinterlässt jedoch auch das Gefühl, eines etwas zu kurz geratenen Albums. Als wäre man gerade mit der Vor- und Hauptspeise zu Ende und warte nun sehnsüchtig auf das Dessert, welches einfach nicht kommen mag.

Fazit: Da gibt es zunächst nichts zu meckern. Der knackige Bastard aus Hard- und Southern Rock kommt Dank der Toningenieure und der alten 2-Inch-Bandmaschine von Willie Nelson absolut authentisch und staubtrocken aus den Boxen. Dass man dabei nicht nur musikalische Leckerbissen geboten bekommt, sondern besonders der ex-Präsidenten-Cowboy Bush - ebenfalls ein Texaner - sein Fett ab bekommt, ist fast schon Ehrensache.
Angesichts der Spieldauer von nur knapp 39 Minuten treibt es mir dann doch die Tränen in die Augen, denn nach drei Jahren hätte ich mir schon etwas mehr Substanz erwartet. Da wollte ich doch schon fast nach der Karte mit der Höchstnote greifen, aber so...

Anspieltipps:
 "Lazy Jesus", "From Hell to Texas", "Why why why" und "Give me a Hit before I go".

Tipp:
 Rock'n'Roll und Southern Rock Fans aufgepasst, aber was sage ich, als Insider wartet ihr sicherlich sowieso schon seit drei Jahren auf Nachschub - hier ist er, also zugreifen.

Titel-Liste:
 
  1. Speed Machine
  2. Lazy Jesus
  3. Drunk Driving Man
  4. Ain't yo Business
  5. I'm so high
  6. From Hell to Texas
  7. Dead Man can't get drunk
  8. Why why why
  9. Pray for the Devil
  10. Late great USA
  11. Stone cold down
  12. Give me a Hit before I go

Laufzeit:
 38:54 Min.

Band-Infos:
 
  • www.nashvillepussy.com 


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