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Review: Naughty Boys |
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Album:
| | R U NAUGHTY ENOUGH?, 2007, Music Buy Mail |
Stil:
Wertung:
| |  4,5 von 7 Punkten | | J.G., 12.01.2008 |
Review:
| | Die Schweden Naughty Boys können auf eine Geschichte zurück blicken, wie auch so viel andere Bands. Obwohl man schon seit 1989 im Geschäft ist konnte man bis auf einen US-Radio Chart Erfolg im Jahr 2005 kaum groß auf sich aufmerksam machen. Klar, dass dabei die unzählichen Line-Up-Wechsel, ein Split 1994 und eine Reunion 2005 nicht gerade förderlich für eine konstante musikalischen Leistung waren.
Mit dem nötigen Selbstvertrauen hat man sich jedoch selbst aus dem Tal gezogen und endlich das zweite Album über die volle Länge auf den Markt gebracht.
Ein Auftakt nach Maß. Mit "Only God" zockt man einen melodischen hard Rocker, der die Party-Laune sofort anheizt und dank dezenter Keyboards noch genügent Ecken und Kanten mitbringt. Der Refrain schafft es spielend die Gehörgänge zu erobern und spätestens bei zweiten refrain darf mitgegröhlt werden.
"After the Rain", eine recht nette Ballade, jedoch mit einem etwas zu satten Schmalzfaktor versehen, ist in jedem Fall radiotauglich und muss sich vor anderen Songs aus dem Radiobereich nicht verstecken.
Für "Trail of Tears" geht man kaum neue Wege, geschweige denn Risiken ein. Man setzt auf auf erfolgsversprechende Hooklines Marke Bon Jovi, einer Basslinie, die mir ebenfalls sofort "I love you, I love you, aha Baby I love you..." entlockt und melodischem Refrain. Fast ein bisschen zu glatt rutscht der Song durch die Gehörgänge ohne dauerhafte Spuren zu hinterlassen. Da kann auch ein etwas fetzigeres Gitarren-Soli wenig ändern. Was bleibt ist ein durchaus überzeugendes Song mit Wohlfühl-Carakter, jedoch ohne langem Nachgeschmack und innovativen Defiziten.
Der harte Einstieg von "Stay" kann nicht hinweg täuschen, dass man sich auch hier geschickt Riffs anderes Bands (Dream Evil, Messiah's Kiss) einverleibt hat. Es bleibt nicht beim druckvollen Auftakt, sondern wird mit etwas zu dominantem Synthesizer glattgebügelt. Glücklicherweise versucht man immer wieder mit härteren Gitarren den Rock herauszukehren was auch recht gut gelingt.
Für meinen Geschmack etwas zu gut gemeint, hat man es mit dem Balladen-Anteil. Dazu zählen "Close my Eyes", das mit Piano-Klängen noch ruhigere "Learn to fly" und auch das Outro "Something to believe in". Nochmals eine Kuschelballade als Schlusspunkt, wird die härteren Rocker kaum zu einer sofortiger Wiederholung motivieren.
Passend zum Titel "Bitter Tears" versucht man sich hier an einer hymnischen Ballade und macht dabei eine recht gute Figur. Jedoch ist es erneut eine Ballade.
Und sie können es doch, den recht gut gelungen ist auch das melodische "Is this Love". Hier schaffen die Schweden endlich einmal mir ihren Riffs nach vorne zu marschieren. Locker, flockig, rockend, einfach abfeiern, genau so funktioniert Rock-Musik.
"Nothing can bring me down", ein groovender Rocker, wie er im Buche steht. Mit 0% Innovation aber 100% Spielfreude kann man auch aus alten Hüten wieder schicke neue Mode kreieren.
Nun wird die Käuferschar entscheiden, ob die Rechnung der Schweden aufgeht und die Zielsetzung erreicht werden kann.
Fazit: Auch wenn Naughty Boys wahrlich nicht zu den Erfindern neuer Genres gehören mögen, haben sie recht gut aufgepasst, was ihre Kollegen so alles treiben. Es ist ihnen gelungen, die Perlen für ihre eigenen Songs zu verwenden ohne als blasse Kopie zu gelten. Lobenswert ist die Spieldauer von fast einer Stunde und auch das musikalische Handwerk, denn spielerisch ist man voll auf der Höhe. Hervorzuheben ist sicherlich Sänger Mikael Sandvik, der es am ehesten schafft jedem Song einen eigenen Stempel aufzudrücken.
Aber (das musste schließlich kommen) ob es heutzutage ausreicht, mit kommerzieller Ausrichtung und Radiotauglichkeit neue Fan-Schichten zu erobern, wage ich zu bezweifeln. Hier braucht es schon eine gehörige Portion an Glück oder Beziehungen um aus dem unüberschaubaren Mainstream-Topf (oder Sumpf?!?) überhaupt den Rand mit der schmalen Leiter als Auftauchhilfe zu erreichen. Ich denke, dafür ist "ungezogen sein (wollen)" etwas zu schwach, auch wenn sich den Bandnamen und Albumtitel damit (naughty) verziert. Auch technisch gesehen hätte ich mir eine deutlich druckvollere Produktion für diese Art Musik gewünscht. Da ist mir der Rock-Tiger auch schon anders aus den Boxen gesprungen. |
Anspieltipps:
| | Von Rock "Only God", über Pop "Trail of Tears" und Groove "Nothing can bring me down" bis zur Ballade "Bitter Tears". |
Tipp:
| | Wer mit kantenfreiem, leicht verdaulichem Melodic Rock/Pop Rock seine Zeit verbringt, der ist hier gut aufgehoben. Denn ähnlich wie The Rasmus & Co. schielt man mit diesem Album eindeutig in Richtig Kommerz. Wer etwas mehr Wert auf markante, eigenständige Melodien legt und harte druckvolle Gitarren liebt, sollte schon genauer hinhören. |
Titel-Liste:
| | - Only God
- I will
- After the Rain
- Trail of Tears
- Last Man standing
- Stay
- Close my Eyes
- Bitter Tears
- Is this Love
- Learn to fly
- Nothing can bring me down
- 2 Worlds collide
- Something to believe in
|
Laufzeit:
Band-Infos:
| | www.naughtyboys.se  |
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