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Review: Necronomicon |
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Album:
Stil:
Wertung:
| |  5,5 von 7 Punkten | | V.R., 11.01.2012 |
Review:
| | Als der Thrash Metal sich in Deutschland Mitte der 80er langsam aber sicher etablieren konnte, waren Necronomicon schon aktiv – immerhin gründete sich die bayerische Truppe um Shouter Freddy schon 1984 und veröffentlichte 1985 ihr durchaus ordentliches Debutalbum NECRONOMICON. Damit begannen sie ihre Karriere also in etwa zur gleichen Zeit wie heute als Vorreiterbands geltende Interpreten, beispielsweise Sodom, Destruction oder Kreator. Während genannten Bands damals aber noch eine furiose Karriere bevorstand, lief es für Necronomicon nicht so gut, da sie durch verschiedene unglückliche Umstände mächtig ausgebremst wurden. Zwar erschienen bis 1988 noch zwei weitere Platten, auf denen sich Necronomicon deutlich steigern konnten, doch danach war erst mal Schluss, da Necronomicon von ihrem damaligen Label übers Ohr gehauen wurden und daraufhin den Vertrag kündigten. Bis 1993 lagen die Rechte an der Band noch beim Label, so dass Bandchef Freddy – mit komplett ausgetauschter Begleitmannschaft – erst dann wieder neue Songs unter dem Namen Necronomicon veröffentlichen konnte. Doch auch das Album SCREAMS stand unter keinem guten Stern und die Band musste erneut einige Jahr pausieren. Doch 2004 sollte sich Necronomicons Schicksal endlich zum Positiven wenden. Das 5. Album CONSTRUCTION OF EVIL kam in die Läden, verkaufte sich ganz ordentlich und auch die Pressekritiken waren vielversprechend. Gleiches gilt auch für den 2008 erschienenen Nachfolger REVENGE OF THE BEAST, auf dem sich Necronomicon nochmals steigern konnten. Ob sich der Aufwärtstrend in Necronomicons Karriere mit der neuen Scheibe INVICTUS weiter fortsetzen kann, wird sich Ende Januar zeigen. Wie es um Necronomicon im Jahr 2012 qualitativ beschienen ist, kann dagegen schon jetzt geklärt werden.
Aller Anfang ist meistens schwer, im Falle von INVICTUS aber eher hart – mit dem Opener "Invictus" legt die süddeutsche Band nämlich ein ordentliches Brett vor, das Thrashfans Freudentränen in die Augen treiben wird. In extrem hohen Tempo geht die Band hier zu Werke und vergisst dabei bei aller Härte auch die Melodien nicht. Die Gitarren krachen, Shouter Freddy schreit sich die Seele aus dem Leib, kleinere instrumentale Zwischenspiele sorgen für Abwechslung – so und nicht anders muss gelungener Thrash Metal klingen. Alles in allem handelt es sich somit um den perfekten Einstieg ins Album.
Auf ähnlich hohem Level wird das Album mit einem weiteren knüppelharten Nackenbrecher namens "Unleashed" fortgesetzt. Necronomicon bieten hier Thrash Metal typisch deutscher Prägung, der aber doch mit einer dezenten eigenen, leicht düsteren Note versehen wurde.
Auch "Bloody Bastards" ist ähnlich hart ausgefallen wie die ersten beiden Songs, erreicht deren Niveau aber nicht, da er etwas zu eintönig ausgefallen ist und zu wenig Abwechslung bietet.
Im Intro zu "Thoughts running free" schalten Necronomicon dann mal einige Gänge runter bis in den Midtempo-Bereich – nur um nach kurzer Zeit wieder Vollgas geben. Im Laufe des Songs ändert sich das Tempo noch das eine oder andere Mal, was dem Titel einen Zacken mehr Abwechslungsreichtum verleiht als dem letzten Titel. Dennoch – das Niveau der beiden ersten Kracher bleibt auch hier unerreicht.
Dass die Band ihr Pulver aber noch nicht verschossen hat, beweist dann der melodische Power-Thrasher "Unconquered", der alle wichtigen Zutaten für einen hochklassigen Titel – inklusive der einen oder anderen interessanten Melodie – bereithält. Necronomicon können hier qualitativ endlich wieder an die ersten Songs anschließen.
Ein atmosphärisches, düsteres Intro eröffnet den nächsten Titel, welcher, passend zur Stimmung, "Upon black Wings", betitelt wurde. Im weiteren Verlauf entwickelt sich der Song dann aber zu einem typischen, recht melodischen Thrash Metal-Song in Reinkultur, der recht eingängig und abwechslungsreich gestaltet ist und durchaus zu den besseren Liedern des Albums gehört.
Durch und durch düster mutet dagegen "Face to the Wall", an, wo Necronomicon zur Abwechslung mal weitgehend im Midtempo agieren und sich nur in kurzen Zwischenpassagen zu Speedattacken hinreißen lassen. Nachdem das Album zuletzt qualitativ zwar durchaus überzeugen wusste, hier und da aber auch – bedingt durch das durchgängig hohe Tempo - etwas gleichförmig wirkte, bringt dieser Song nun die nötige Abwechslung ins Spiel.
"Pandora’s Box" steht dann wieder für Uptempo-Thrash in Reinkultur und so langsam zeigen sich leider die ersten Ermüdungserscheinungen. Dies soll nicht bedeuten, dass der Titel schlecht wäre, doch setzt er sich zu wenig von den meisten anderen Songs des Albums ab.
Glücklicherweise geht "Before the Curtain falls" dann aber mal in eine ganz andere Richtung. Dieser Song ist extrem melodisch ausgefallen und weist im geigenunterstützten Intro sogar balladeske Züge auf. Im weiteren Verlauf entwickelt sich der Titel zu einem hochmelodischen, leicht rockigen Midtempokracher, bei dem Necronomicon dann doch noch eine andere musikalische Facette zeigen. Neben dem Opener ist dies eindeutig der stärkste Song der Platte.
Gleich im Anschluss haben Necronomicon mit der Neuaufnahme des schon auf dem Debutalbum der Band enthaltenen Thrash-Krachers "Possessed by Evil (2011)" noch einen weiteren starken Titel in Petto, bei dem die Band noch einmal alle Register ihres Könnens zieht und der Scheibe damit einen würdevollen Abschluss bietet.
Der reguläre Teil der Platte wäre damit besprochen, doch die limitierte Digipak-Edition hat mit der balladesken, sehr atmosphärischen Unplugged-Nummer "Possessed again..." sowie dreier Liveaufnahmen der Bandklassiker "Magic Forest", "Nightstalker" und "Hills of Death" noch vier durchaus ansprechende Bonus-Tracks zu bieten, welche die Gesamtspielzeit des Albums damit auf über 70 Minuten bringen.
Fazit: Mit INVICTUS lassen Necronomicon das Jahr überaus furios beginnen. Das Album bietet ein ganzes Füllhorn an gutklassigen, knüppelharten Thrash-Nummern deutscher Prägung. Das Level der beiden Vorgängerscheiben kann die Band damit auf jeden Fall übertreffen und fast ist man schon dazu geneigt, das Album als eines der ersten Top-Highlights des Jahres anzupreisen. Ein wichtiger Kritikpunkt spricht jedoch leider dagegen, da das Album streckenweise, bedingt durch das fast durchgängig hohe Tempo, etwas zu gleichförmig klingt. Erst gegen Ende bringen Necronomicon mit einigen Midtempo-Nummern dann doch noch die dringend benötigte Abwechslung ins Spiel. Damit wären die Negativpunkte aber auch schon abgehakt und prinzipiell sollte dieser kleine Schönheitsfehler keinen Thrash-Fan davon abhalten, sich INVICTUS ins Regal zu stellen, da das Album durchgängig routinierten, sehr ansprechenden Thrash Metal in Reinkultur zu bieten hat. Wenn Necronomicon beim nächsten Mal noch stärker auf Abwechslung setzen, dann wird auch eine Note im absoluten Top-Bereich möglich sein, für dieses Mal gibt es jedenfalls erst mal bombenfeste fünfeinhalb Punkte. |
Anspieltipps:
| | "Invictus", "Unleashed", "Unconquered", "Upon black Wings", "Face to the Wall", "Before the Curtains falls", "Possessed by Evil (2011)" |
Tipp:
| | Fans des deutschen Thrash Metals sollten der Scheibe unbedingt eine Chance geben, da Necronomicon ihr Handwerk beherrschen und einige starke Songs auf INVICTUS untergebracht haben. |
Titel-Liste:
| | - Invictus
- Unleashed
- Bloody Bastards
- Thoughts running free
- Unconquered
- Upon black Wings
- Face to the Wall
- Pandora’s Box
- Before the Curtain falls
- Possessed by Evil (2011)
- - - Bonus Tracks - - - - Possessed again… (unplugged)
- Magic Forest (live)
- Nightstalker (live)
- Hills of Death (live)
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Laufzeit:
Band-Infos:
| | www.necronomicon-online.de  |
Probehören und Kaufen:
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