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Review: Nightmare
 
GENETIC DISORDER

Album:
 GENETIC DISORDER, 2007, Regain

Stil:
 Heavy Metal, Power Metal

Wertung:
 5 von 7
5 von 7 Punkten
 S.M., 25.12.2007

Review:
 Nightmare bestehen eigentlich schon seit 1979, einen gewissen Bekannheitsgrad bekamen sie aber erst 1983, als sie mit Def Leppard tourten. 1988 lösten sie sich nach nur zwei veröffentlichten Alben aufgrund persönlicher Differenzen auf.
1999 gab es dann eine Reunion und seitdem kämpfen die Franzosen sich im Metal-Business langsam wieder nach oben. Der frühere Drummer Jo Amore übernahm nach der Reunion den Job des Sängers. Das weitere Line-Up besteht aus Alex Hilbert (Gitarre), Franck Milleliri (Gitarre), Yves Campion (Bass) und David Amore (Drums).

Trommelwirbel und eine spanisch klingende Gitarre eröffnen "Nothing left behind" recht ungewöhnlich, erst nach einer guten Minute gibt es die volle musikalische Beschallung. Die Gitarren riffen kräftig und dominant los. Dagegen ist die Rhythmustruppe etwas weit in den Hintergrund gemischt. Auch der Gesang kann sich nur schwerlich gegen die Gitarrenarbeit behaupten. Ein weiterer Knackpunkt des Openers ist der fehlende Höhepunkt. Kurzum: Gitarren stark, Rest schwach.
Bei "Battleground for Suicide" wird dann direkt losgehämmert. Hier kommen diesmal auch Bass und Drums besser zur Geltung, das Hauptaugenmerk liegt aber weiterhin auf den Gitarren, die allerdings etliche markante Licks in die Runde streuen. Der Gesang ist immer noch etwas kraftlos, aber bringt wenigstens einen halbwegs gelungenen Refrain ins Spiel. Instrumentales Highlight ist das Lead-Solo.
Etwas schleppender und düsterer kommt "Queen of Love & Pain". Sänger Jo Amore bemüht sich um eine entsprechende rauhere Gesangsweise, was ihm ganz gut gelingt. Auch am instrumentellen Einsatz gibt es nichts zu mäkeln. Ein durchweg guter Song.
Nach einem Lead-Intro wird bei "Conspiracy" wieder etwas mehr Tempo vorgegeben. Die Gitarren führen gekonnt die Hook, gesanglich wird aber leider wieder abgebaut. Amore versucht sich teilweise an zu hohen Tönen und Death-Metal-artigem Gegrowle, was er nicht sehr gut beherrscht. Einzig und allein die Gitarristen Hilbert und Milleliri verhindern einen Totalausfall.
"Leader of the Masquerade" grooved von Beginn an. Durch eine gute Kombination aus Gitarrenspiel und Rhythmusbeat wird ein starker Aufbau erzeugt. Auch der gesangliche Höhepunkt passt gut und wird wieder durch gekonnte Licks begleitet. Das obligatorische Solo rundet den Song fachmäßig ab.
Schlagzeug- und Riffdominiert knallt "Final Procession" äußerst kraftvoll aus den Boxen und dieser Groove bestimmt auch den Track. Der Gesang kann die Hookline ganz gut auflesen und wird so zum eingängigen Refrain geführt. Das lange Solo unter starker Rhythmusbegleitung entwickelt sich zum bisher besten des Albums.
"The dominion Gate (Part II)" ist vom Gesamteindruck dann wieder schleppender und dunkler, was einerseits durch die tieferen Gitarrentöne, aber auch durch Amores teilweise röhrenden Gesang erzeugt wird. Geht nicht von Anfang an so gut ins Ohr, hat aber durchaus seinen Reiz. Nach einer ruhigen Zwischensequenz, können sich zum Schluss hin nochmal die Gitarristen auszeichnen.
Mit thrashigem Rhythmus beginnt "The Winds of Sin" und wird auf diese Weise auch fortgeführt. Die Gitarren riffen um die Wette und die Rhythmustruppe galoppiert gnadenlos. Trotzdem schaffen es die Franzosen, den Song mit einem gelungenen, fast hymnischen Refrain zu kredenzen. Im Solo packt die Lead-Gitarre die klassischen Einflüsse aus, während die Rhythmus-Gitarre weiterhin die Thrash-Akkorde einwirft. Eine Nummer, die aus dem Rahmen fällt und gerade deswegen bei mir Pluspunkte sammelt.
Auch "Forsaken Child" spielt sich im Up-Tempo ab. Dabei wird der Song aber dennoch stückweise aufgebaut, um auf einen gesanglichen Höhepunkt hinzusteuern. Es bisschen erinnert mich das an frühere Helloween-Stücke. Fast müßig ist es inzwischen zu erwähnen, dass die Gitarren einen Super-Job abliefern.
"A Thrill of Death" bringt von der ersten Sekunde einen Hauch Iron Maiden mit sich. Das fällt mir nicht nur in den Riffs auf, auch der Rhythmus und der hymnische Refrain passen sich diesem Eindruck an. Aber sich mal an Maiden zu orientieren ist ja nicht das Schlechteste.
Bei "Wicked white Demon" gewinnen dann wieder Einflüsse vom Thrash Metal die Oberhand. Die Riffs werden härter und das Rhythmustempo angezogen. Ansonsten hat der Track wenig neues zu bieten.
Das Schlusslicht "Dawn of Darkness" kommt schließlich nochmal kraftvoll im Stile von härteren Rage-Stücken. Bei all der Power wird aber der Aufbau nicht vergessen und auch der Refrain ist gelungen.

Fazit: Nightmare widerlegen das Vorurteil, dass aus Frankreich kein guter Heavy Metal kommt. Auf GENETIC DISORDER überzeugen sie uns vom Gegenteil und hinterlassen größtenteils einen positiven Gesamteindruck. Am Anfang des Albums dachte ich noch, mehr als 4 Punkte springen sicherlich nicht raus, doch Nightmare konnten sich von Song zu Song steigern und haben so manchen Schwachpunkt kontinuierlich ausgemerzt. Eine Klasseleistung liefern meines Erachtens die Gitarristen Alex Hilbert und Franck Millelire ab. Durchaus noch steigerungsfähig und - bedürfig scheinen mir dagegen die Vocals zu sein.
In Punkto Songwriting müsste ebenfalls noch etwas gefeilt werden, denn nach dem Durchhören des Albums bleiben kaum Eindrücke im Ohr haften. Es fehlt vielleicht noch ein wenig an Eingängigkeit und wirklichen Highlights. Also, die fünf Franzis befinden sich auf dem richtigen Wege, aber nach 28 Jahren im Metal-Geschäft sollte man das auch voraussetzen können.

Anspieltipps:
 "Leader of the Masquerade", "Final Procession", "The Winds of Sin" und "A Thrill of Death".

Titel-Liste:
 
  1. Nothing left behind
  2. Battleground for Suicide
  3. Queen of Love & Pain
  4. Conspiracy
  5. Leader of the Maquerade
  6. Final Procession
  7. The Dominion Gate (Part II)
  8. The Winds of Sin
  9. Forsaken Child
  10. A Thrill of Death
  11. Wicked white Demon
  12. Dawn of Darkness

Laufzeit:
 57:05 Min.

Band-Infos:
 
  • www.nightmare-metal.com 


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