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Review: Nightwish
 
DARK PASSION PLAY

Trippelschlag:
 Drei Meinungen: S.O. (6,5/7) | M.H. (6/7) | V.B. (7/7)

Album:
 DARK PASSION PLAY, 2007, Nuclear Blast

Stil:
 Symphonic Power Metal


Wertung:
 6,5 von 7
6,5 von 7 Punkten
 S.O., 01.10.2007

Review:
 Wir erinnern uns alle: Am 21.Oktober gaben Nightwish ihr letztes Konzert seit 2 Jahren, damals noch mit Tarja Turunen als Sängerin. War dieses erst als Abschlusskonzert für die laufende "Once World" Tour gedacht, stellte sich danach für die bis dahin ahnungslose Tarja heraus, dass dieses Konzert auch den Rausschmiss aus der Band für sie bedeutete. Somit war es auch ein Abschied von der Gruppe für die Opernsängerin, welchen Tuomas und der Rest von Nightwish mit einem Brief nach dem Gig bekannt machte und diesen Brief dann auch kurz danach veröffentlichten.
Tarja zeigte sich bestürzt und kritisierte die Vorgehensweise ihrer ehemaligen Bandkollegen, dass diese die privaten Angelegenheiten öffentlich austrugen, ebenfalls in der Öffentlichkeit.
Danach wurde es allmählich ruhig um die Kapelle und Tuomas Holopainen begann mit der Suche nach einer neuen Frontfrau, die diesmal einen völlig anderen Gesangsstil besitzen sollte. Nach etlichen Castings und tausenden von Tapes hat Nightwish dann im Januar 2007 bekanntgegeben, dass eine Nachfolgerin gefunden wurde, die aber erst im Mai mit der Single "Eva" vorgestellt werden sollte (Die Aufnahmen für das neue Album begannen übrigens schon im Herbst 2006). Im Mai war es dann soweit und als neue Sängerin entpuppte sich als die Schwedin Anette Olzon, welche vorher u.a. in einer Abba-Coverband gesungen hatte.
Viele alteingesessene Nightwish-Anhänger waren von der neuen Stimme nicht sehr begeistert, da sich die von Anette doch deutlich von Tarja's Operngesang unterscheidet. Jedoch waren viele auch einfach nur froh, das Nightwish wieder in musikalischer Hinsicht von sich hören ließen, am 24. August mit der Single "Amaranth" nachlegten und nun am 28. September ihren langersehnten nächsten Longplayer "Dark Passion Play" auf den Markt brachten. Ob sich das lange Warten nun auch ausgezahlt hat und das Album mit Anette Olzon sogar noch besser ist als die Vorgänger, wird sich in den nächsten 75 Minuten zeigen.

Das Album beginnt mit dem epischen und mit Orchester gespicktem "The Poet and the Pendulum", welches gute 13 ½ Minuten dauert und mehrere Kapitel, auch in musikalischer Hinsicht, in sich vereint. Der Opener fängt zunächst sehr ruhig an und baut sich immer mehr auf - bis dann die Gitarren einsetzen und den Zuhörer in eine musikalische Geschichte entführen, die zwischen ruhigen und bombastischen Momenten hin und her wechselt. Die Streicher stellen jedoch meist nur den Übergang zum nächsten Kapitel dar. Was man hier schon nebenbei bemerkt ist die Tatsache, dass Bassist Marco verstärkt als zweite Stimme zum Einsatz kommt, dessen Teil im übrigen durch pompöse Bläserinstrumente und den Streicherinstrumenten nahezu in bedrohlicher Atmosphäre eingeleitet wird, um dann wieder schlagartig in ein heftiges Gitarren und Drumgewitter zu wechseln. Dass anschließend nach dem Chorus wieder in die ruhigen und melodiösen Momente übergeht. Mit dem gemeinsam gesungenen Chorus kann man auch schon heraushören, dass Marco und Anette sehr gut miteinander harmonieren und keiner von Beiden auch nur annähernd deplatziert wirkt. Somit stellt sich der Opener trotz seiner Überlänge als sehr kurzweilig heraus und man wundert sich doch irgendwie, warum das Stück so schnell vorbei ist.
Weiter geht es mit "Bye Bye Beautiful", welches vom Aufbau sehr "Wish I Had an Angel" vom Vorgänger ONCE ähnelt und wohl die dritte radiotaugliche Singleauskopplung darstellt. Die Zeilen lassen deutlich werden, dass dieses Lied allen Anschein nach Tarja gewidmet ist und Tuomas es sich nicht nehmen lassen konnte, die ganze Geschichte thematisch zu verarbeiten. Musikalisch wirkt das Lied sogar noch eine Ecke grooviger und heftiger als sein Vorgänger und hier ist endgültig klar, dass Marco und Anette als Duo funktionieren.
"Amaranth" ist dagegen eine recht poppige Nummer, im Sinne eines Metallers natürlich, und dürfte wohl den Mitsingfreudigen sehr gefallen.
"Cadence of her last Breath" wirkt dagegen schon wieder heftiger. Das Lied beginnt mit einer mühevoll stöhnenden Stimme und einem düsteren Aufbau, bis dann die Gitarren einsteigen. Das Lied hält sich im Midtempo bis zum zweiten Chorus hin (welches übrigens wieder von Marco unterstützt wird), bevor dann zum ersten Mal ein Solo von Emmpu einsetzt und ein harter, headbangwürdiger Gitarrenriff folgt, und dann wieder in den Mainriff übergeht.
"Master Passion Greed" ist der nächste Track und was man hier hört, mag man erst gar nicht glauben. Der Anfang ist ein wahrer Nackenbrecher und überhaupt wirkt der Song schon fast thrashig! Marco darf hier richtig die Sau rauslassen und sein Können zeigen. Eins ist klar, er sollte auf den nächsten Alben noch mehr als nur zwei eigens gesungene Tracks bekommen. Master Passion Greed ist eindeutig das härteste Stück auf dem Album, wenn nicht sogar das Härteste in der gesamten Nightwish-Diskographie. Emmpu überzeugt sowieso und die Snaredrum am Anfang ist sowieso für Nightwish-Verhältnisse ein wahrer Traum. Der beste Teil folgt zum Ende hin, wo noch mal ein fetter Break und Taktwechsel vollzogen wird. Für mich ist dieser Song eindeutig das Highlight auf dem Longplayer.
"Eva" hingegen stellt meiner Meinung nach den ersten Lückenfüller dar, der irgendwie nicht so Recht zum Rest des Albums passen mag. Während sich die restlichen Songs allmählich aufbauen, dümpelt dieser eher vor sich hin und bietet keine musikalischen Höhepunkte. Das Stück fängt langsam an, geht langsam weiter und hört auch wieder langsam auf, ist also im Gesamten recht langatmig.
Da freut man sich schon wieder, wenn "Sahara" als Nächstes folgt. Hier geht es mit zarten Keyboardgeklimper los, wechselt in ein stürmiges Riffgewitter und geht dann wieder kurz in die Ruhe über. Dann setzt aber ein sehr heftiger stampfender Mainriff und Anettes Gesang ein, was wirklich Laune macht. Hier singt Sie in ihrer gewohnten harmonischen Art, bevor auch Sie im Mittelteil mal die "Rockbitch" raushängen lässt, um dann für kurze Zeit den Gesang ins Melancholische gleiten zu lassen. Der Track endet recht pompös mit Orchester, heftigen Gitarren und Anette's Indianergesang.
"Whoever brings the Night" beginnt ebenfalls mit metallastigen Gitarren und Orchester, während Frau Olzon's Stimme hier teilweise verzerrt wird und sie auch sonst in einer recht düsteren Stimmlage singt. Auch in diesem Lied gibt es wieder einen sehr geilen Break, der erst mit dem Orchester eingeleitet wird, dann aber ein super Solo einsetzt, das zu einem groovenden Metalriff überleitet. Mit dem Refrain und Orchester wird der Song dann schließlich abgeschlossen.
Neben Eva stellt "For the Heart I once had" für mich den zweiten Lückenfüller dar, wobei Dieser nicht ganz so schlimm ist wie Eva. Im Gegenteil, durchaus hat der Song sogar seine interessanten Momente, doch kann mich der Refrain nicht so wirklich überzeugen und bremst für mich quasi den Songablauf, wenn z.B. ein starkes Riff gespielt wird.
Nach Master Passion Greed gibt es mit "The Islander" die zweite faustdicke Überraschung. Hier übernimmt wieder einmal Marco, bis auf den gemeinsamen Refrain, den Gesang und zwar - Achtung! - komplett clean. Doch nicht nur der cleane Gesang überrascht, nein auch das man hier eine harmonische Folklorenummer zu hören bekommt. Man möchte am liebsten mit einem Bier am Lagerfeuer sitzen und zusammen mit seinen Freunden den Song anstimmen.
Genauso folklorisch, aber etwas schneller und wieder mit Gitarren untersetzt, geht es mit dem Instrumental "Last of the Wilds" weiter. Ja, ihr lest hier schon richtig: Nightwish haben ein Instrumental aufgenommen und dieses kommt verdammt geil rüber. Die E-Gitarre und die Drums harmonieren perfekt mit den akustischen Folklore Elementen und bilden ein Instrumental, den so eine Metalband vorher noch nicht wirklich gebracht hat. Das gesamte Stück macht einfach verdammt Spaß und die Melodie besitzt sogar Ohrwurmcharakter, wobei das Ende mit einer Soloeinlage von Emmpu noch mal so richtig an Fahrt gewinnt. Gratulation an Tuomas und Co, dieses Experiment ist eindeutig gelungen.
Wieder etwas heftiger und vor allem episch geht es bei "7 Days to the Wolves" zu. Hier beginnt das Ganze mit den Drums, bis das Orchester und zuletzt die Gitarre einsetzt. Während dem Gesang steuert Emmpu immer wieder kleine Licks hinzu. Beim Refrain singen Anette und Marco im Duett. Mit einem Solo und erneuten heftigen Riffs wird der Song schön stark aufgebaut, bietet zum Teil wieder folklorische Streichermomente und Anette setzt hier viel Kraft in ihre Stimme. Insgesamt ist 7 Days to the Wolves ein sehr abwechslungsreiches 7-minütiges Stück, das einen richtig fesselt.
Mit "Meadows of Heaven" zum Abschluss gibt es noch mal etwas sehr Pompöses. Das Lied fängt ruhig an und baut sich immer weiter auf, bis das Ganze durch Orchester und sogar Gospelgesang im Hintergrund begleitet wird. Dieser Track könnte sich so auch gut auf einem Filmsoundtrack wiederfinden oder auch als Musicalstück dienen. Wenn man mal etwas Abwechslung von der harten Schiene braucht, kann man sich Meadows of Heaven durchaus anhören und durch die bereits erwähnten Elemente, hat dieses Teil durchaus Wiedererkennungswert. Definitiv ein gelungener Abschluss für ein Nightwish Album.

Fazit: DARK PASSION PLAY ist durch und durch eine perfektes "Comeback"-Album geworden und könnte sogar als bester Longplayer in Nightwish's Karriere eingehen. Anette Olzon ist zwar stimmlich nicht so stark wie Tarja Turunen aber das tut hier auch gar nichts zur Sache, da das Album mit Tarja auch ganz anders geworden wäre. So wie es jetzt dasteht, passt die Stimme von Frau Olzon eindeutig besser dazu und bietet eine sehr willkommene Abwechslung. Generell hat sich die Band um Tuomas Holopainen stark weiterentwickelt. Man nehme die epischen Songs ala "The Poet and the Pendulum", "7 Days to the Wolves " oder "Meadows of Heaven". Die zwei Folklore-Hymnen "The Islander" & das Instrumental "Last of the Wilds". Und dann natürlich die harten Tracks wie "Master Passion Greed" und "7 Days to the Wolves". Hier wird eine Abwechslung geboten, wie man sie auf den vorherigen Alben nicht immer vorfand und die Produktion ist sowieso wieder mal perfekt. Nightwish sind voll zurück und wirken frischer denn je. DARK PASSION PLAY dürfte wohl maßgebend für die nachfolgenden Alben sein und sowieso hat sich die Gruppe hier endgültig aus der Gothic Ecke herauskatapultiert. Da es mit "Eva" einen Song gibt, der nicht ganz so stark ist, gibt es jedoch einen halben Punkt Abzug.
Aber dennoch: DARK PASSION PLAY gehört eindeutig zu den besten Alben des Jahres!

Anspieltipps:
 "Master Passion Greed", "Bye Bye Beautiful", "The Islander", "Last of the Wilds", "The Poet and the Pendulum", "Sahara" und "7 Days to the Wolves"




Wertung:
 6 von 7
6 von 7 Punkten
 M.H., 01.10.2007

Review:
 Nightwish, die netten Finnen von nebenan, legen also mit DARK PASSION PLAY ihr neustes Werk vor. Schon die Singleauskopplung "Amaranth" machte auf mich einen guten Eindruck und dementsprechend ging ich mit einer gewissen Erwartung und Vorfreude an die neue CD.

Gestartet wird diese mit einem knapp 14minütigen Werk namens "The Poet and the Pendulum", dass nicht aufgrund seiner imposanten Spielzeit wie eine kleine Arie aus einer Oper daher kommt. Nein, auch die vielen Breaks und Tempowechsel machen diesen progressiven Song zu einem verdammt starken Opener.
Es muss aber nicht immer so episch sein, wie z.B. das nachfolgende "Bye bye Beautiful" beweist. Es setzt nämlich als Kontrast zum Opener sicherlich bewußt auf mehr Eingängigkeit und charttaugliches Arrangement.
Das gleiche gilt natürlich auch für das bereits erwähnte "Amaranth", das einfach nur ein verdammt starker Ohrwurm ist und sich schon seit einigen Tagen in den Gehörgängen festgesetzt hat.
In die gleiche Richtung wie diese beiden Songs gehen unter anderem auch das kernige "Cadence of her last Breath" oder das melodische "For the Heart i once had".
Zum Glück also hören sich nicht alle Nummern auf der CD der Finnen gleich an. Da ist zum einen das mit einem fetten Doublebassrun eingespielten "Master Passion Greed", das sofort zum Headbangen einlädt - und durch seinen episch eingesungen Refrain besticht.
Interessant klingt auch "Whoever brings the Night", dass durch die verzerrte Stimme von Frontfrau Anette Olzen und seine leicht schräge Instrumentierung einen sehr modernen Sound hat.
Es gibt auch noch das vor sich hin stampfende "Sahara", das nicht nur dadurch etwas düsterer klingt als die restlichen Songs auf der CD.
Natürlich gibt es auch etwas ruhigere Töne, was die wunderschöne Ballade "Eva" gekonnt beweißt.
Sehr schön klingt auch das abschließende "Meadows of Heaven", das bewußt auf Einflüsse der irischen Folkore setzt und nicht zuletzt durch den Chor im Refrain eine Gänsehaut erzeugen kann.
Apropos irische Folkore - "The Islander" setzt auch auf diese Einflüsse und diese Nummer setzt sich sehr gekonnt durch sein akustisches Arrangement von den anderen Songs ab, auf jeden Fall sehr hörenswert.
Hörenswert ist sogar das Instrumentalstück "Last of the Wilds", dass durch die Geige erneut an ein irisches Folkorestück erinnert.

Fazit: Was soll ich groß sagen - die CD von Nightwish ist mehr als gelungen. Da gibt es nicht viel zu meckern. Die Höchstpunktzahl von 7 Punkten gibt es trotzdem nicht von mir, da mir noch das gewisse Extra fehlt, quasi der letzte Kick. Es gibt übrigens noch eine Limited Edition, die Bonus-CD hat dort alle Songs der normalen CD - aber alles "nur" Instrumentalversionen.

Tipp:
 Alle Fans vom Power Metal, der auf eingängige Melodien setzt und voll auf die Stimme einer Frontfrau, können bei dem neusten Werk von Nightwish nicht viel falsche machen. Also genau das richtige für Fans von Within Temptation, Xandria und ähnlichen Acts.




Wertung:
 7 von 7
7 von 7 Punkten
 V.B., 17.10.2007

Review:
 Wow! Was für ein Album! Ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll, so mächtig ist der Höreindruck und so vielseitig ist es. Natürlich war im Vorfeld klar, dass das Album ein wenig anders werden würde als seine Vorgänger, da eine neue Frontsängerin einen nicht ganz unwesentlichen Teil an einer neuen Scheibe einnimmt. Von Stilwechsel kann man jedoch nicht reden, da DARK PASSION PLAY an den Vorgänger ONCE anknüpft. Nur ist alles noch einmal um einiges größer, epischer, mächtiger, brutaler, aber auch zerbrechlicher. Die "Neue", Anette Olzon, nimmt gar nicht mal so eine gewichtige Rolle ein, die Musik steht ihr in nichts nach und nimmt eine ebenso vordergründige Position ein. Und schließlich hat man entschieden, die schon vertraute Stimme von Marco Hietala ebenfalls mehr in den Vordergrund zu rücken. Kosten hat man ebenfalls keine gescheut: rund 500.000 Euro Produktionskosten inklusive Videos und weitere 300.000 Euro Marketingkosten hat man in das Werk investiert. Und es hat sich gelohnt.

Zunächst wird man von dem Opener "The Poet And The Pendulum", einem bombastischen 14-minütigen Epos an das Werk herangeführt und ist auch sofort mittendrin. Gleich beim ersten Teil (insgesamt ist das Stück in 5 Parts eingeteilt) jagt mir das Orchester eine Gänsehaut nach der anderen über den Körper. Ich würde behaupten einer der besten Songs, die man von Nightwish je gehört hat.
"Bye Bye Beautiful" dreht sich thematisch eindeutig um die Zeit mit und den Rausschmiss von Ex-Sängerin Tarja Turunen. Sehr treibende, für diese Band sehr elektronisch angehauchte Beats sowie die Stimme von Marco Hietala sorgen für die richtige Dosis Wut und Aggression. Ebenso kann man bei "Master Passion Greed" ganz klar die angestauten Aggressionen erkennen, die erneut gegen vergangene Ereignisse gerichtet sind. Ein sehr harter Song, der auf manche auch überraschend klingen mag. Schade, dass der Gesang von Marco Hietala hier sehr eintönig gehalten ist. Dennoch sind die instrumentalen Parts durchaus gelungen.
"Amaranth" ist eine gute Mischung aus harten Riffs, einer schönen Melodie, etwas Orchesterbombast und wohlklingenden Lyrics. Sehr eingängig und deshalb wahrscheinlich auch als Single ausgewählt. Einigen vielleicht zu langweilig, mir gefällt's dennoch. Auch "For The Heart I Once Had" ist sehr melodielastig und eingängig, ebenso wie "Sahara". Hier stimmt die Mischung aus Klangwand, Orchester, Atmosphäre und Stimme. Man hat das Gefühl, dass alles sehr gut zusammenpasst. Wird mit jedem Hören besser.
Bei "Cadence Of Her Last Breath" kann Anette Olzon zeigen, was sie kann, da hier ihre Stimme hier auch höhere Register ziehen muss. Und in der Tat ist ihre Stimme durchaus in der Lage ihre Vielseitigkeit zu beweisen. Außerdem schmückt dieser Song ein schönes Gitarrensolo, kommt insgesamt recht eingängig aber trotzdem heavy daher. "Whoever Brings The Night" ist etwas gitarrenlastiger gehalten und insgesamt etwas rockiger als andere Songs.
Das melancholische Highlight bildet "Eva". Eine wunderschöne Ballade, zu der die Stimme von Anette Olzon hervorragend passt. Am Ende denkt man zwar kurz man würde vom Orchester erschlagen, aber ansonsten sehr stimmig und perfekt. Die andere Ballade dieses Albums ist das Schlusslicht "Meadows Of Heaven". Der Einsatz eines Gospelchors hier mag überraschend sein, fügt sich aber dann doch erstaunlich gut ein.
Als sehr experimentierfreudig erweist sich auch der Akustiksong "The Islander". Einmal mehr übernimmt Marco Hietala den Hauptpart, der diesen Song auch beisteuern durfte. Man hört keltische Einflüsse und viele Instrumente, die ich gar nicht benennen kann. Man würde hier nicht wirklich auf einen Nightwish Song tippen. Ebenso überraschend ist der Instrumentalsong "Last Of The Wilds" und steht dem Vorgänger auch in Sachen exotische Instrumente in nichts nach. Lädt zum Tanzen ein.
Fehlt noch "7 Days To The Wolves", ein wirklich hervorragendes Stück. Vielseitig, tiefgründig, alle Elemente passen sehr gut zusammen. Auch das Gesangsduell von Anette und Marco ist spitze. Steigert sich im Verlauf immer weiter und man will gar nicht, dass es aufhört.

Fazit: Sehr experimentierfreudig zeigt sich DARK PASSION PLAY was die Elemente und Stile angeht. Man beschreitet insgesamt weiter die Pfade, die ONCE vorgelegt hat, auch wenn ich dieses Album vielseitiger finde als den Vorgänger. Allerdings hätte ich mir an einigen Stellen mehr Gitarren gewünscht, die auf diesem Album manchmal eher unspektakulär sind. Hin und weg bin ich hingegen vom Einsatz des Orchesters, das mir durchweg besser gefällt, als noch auf ONCE. Überzeugend finde ich auch den Einstand von Sängerin Anette. Hier hat man eine gute Wahl getroffen.

Tipp:
 Auf jeden Fall sollte man dieses Album mehr als einmal hören bevor man sein Urteil fällt. Es braucht einige Zeit bis man alles aufgenommen hat, was DARK PASSION PLAY zu bieten hat. Für alle, die ONCE toll fanden und alle, denen Tarja Turunens Stimme zu nervig war. Wer allerdings hofft Nightwish würden wenigstens musikalisch wieder zu alten WISHMASTER oder OCEANBORN Zeiten zurückkehren sollte die Finger von DARK PASSION PLAY lassen.

Titel-Liste:
 
  1. The Poet and the Pendulum
  2. Bye Bye Beautiful
  3. Amaranth
  4. Cadence of her last Breath
  5. Master Passion Greed
  6. Eva
  7. Sahara
  8. Whoever brings the Night
  9. For the Heart I once had
  10. The Islander
  11. Last of the Wilds
  12. 7 Days to the Wolves
  13. Meadows of Heaven

Laufzeit:
 75:40 Min.


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