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Review: Nikki Puppet
 
POWER SEEKER

Album:
 POWER SEEKER, 2008, Artist Station

Stil:
 Modern Metal

Wertung:
 4,5 von 7
4,5 von 7 Punkten
 J.G., 02.10.2008

Review:
 Sie wollen sich stilistisch nicht festlegen, so zumindest lässt es die Frontfrau Nicky Gronewold verlauten. Das muss ja nicht unbedingt ein Nachteil sein, denn Vielfalt kann auch belebend wirken. Bisher lag das gemischte Doppel mit seinem energiegeladenen Rock auch nicht schlecht im Rennen. Und so richtig ab ging es dann, wenn Nikki Puppet den Metal-Worker herausgekehrt hatte. So richtige Ohrwürmer lassen jedoch bisher auf sich warten aber vielleicht ist nun bei dem dritten Studioalbum POWER SEEKER der Knoten geplatzt.

Der Opener "Destroy this Toy" lässt sich gut an und Nikki Puppet beweisen, dass sie sich im Geschwindigkeitsrausch richtig wohl fühlen. Mit forciertem Tempo werden die Riffs meterhoch aufgeschichtet und der griffige Refrain passt wie angegossen. So darf es weiter gehen.
Und das tut es auch, denn "I can dream" steht seinem Vorgänger in nichts nach. Etwas weniger heavy und luftiger arrangiert, aber trotzdem mit genial treibendem Rhythmus ausgestattet, fällt es einem schwer hier ruhig zu bleiben.
Warum man dann aber mit dem Titel-Song "Power Seeker" gleich wieder den gerade gewonnenen Schwung raus nimmt, ist mir unverständlich. Nicht, dass es sich hier um eine Ballade handelt, jedoch bremst das Drumming gefühlsmäßig viel zu stark.
Noch größer ist der Dämpfer dann beim alternativ angehauchten Mid-Tempo-Rocker "Pricks", der vielleicht mit der schmachtend singenden Nicky Akzente setzen kann, jedoch kaum noch mit den beiden ersten Songs mithalten kann. Da hilft dann auch ein etwas ausführlicheres und härteres Gitarren-Solo nichts mehr.
Noch mehr Alternativ-Standard-Rock wird mit "Falling in 2 Pieces" geboten und die gute Laune vom genialen Einstieg ist schon wieder fast verflogen - schade.
Glücklicherweise haben Nikki Puppet ein Einsehen und tischen mit "300 Warriors" (der Kinofilm lässt grüßen) einen klassischen Hard Rocker auf, der an die guten alten 80er mit Bands wie Rainbow erinnern mag. Es geht also auch im gemäßigten Tempo, aber leider zu selten.
Nach kurzem griechisch angehauchten Gitarren-Intermezzo folgt der nächste Kracher vor dem Herrn. "I Spy" zündet sofort und lässt den vorangegangenen Durchhänger wieder etwas vergessen.
Der Rock-Funk-Mix bei "Come back" passt hier eigentlich überhaupt nicht ins Konzept und verleitet True-Rock-Fans höchstens dazu, die Skip-Taste zu drücken. "Daddy Yells" schlägt in die gleiche kerbe und macht die Sache dadurch nicht besser.
"Blind Race of Ice" macht anschließend ebenfalls noch eine recht gute Figur und kann mit eine guten Portion metallischer Härte.
Den Rest wollen wir dann mal höflich überspringen inklusive der Ballade "Turn back Time", die die Welt nicht unbedingt braucht. Auch wenn man mit "Scream" nochmals ein hohes Tempo fährt, fehlt irgendwie der richtige Pepp.

Fazit: Insgesamt eine durchaus passable Leistung mit mehr als 50% überzeugenden Songs, aber es ist mir unverständlich, dass man bei diesem Album nicht mehr rausgeholt hat. Andere Bands würden sich alle zehn Finger abschlecken, wenn sie solch eine Frontfrau und solch einen Gitarristen in ihren Reihen hätten. Auch beim Songwriting gibt es schließlich einige Highlights zu vermelden. Selbst der Produzent Herman Frank steht ansonsten für Qualität. Warum dann diese Füller, Durchhänger, stilistischen Ausflüge oder wie man en sonst nennen will? Ich kann es mir nur damit erklären, dass die Band noch nicht genug auf ihre Stärken vertraut und lieber mit Try and Error experimentiert.

Anspieltipps:
 "Destroy this Toy", "I can dream", "300 Warriors" und "I Spy".

Titel-Liste:
 
  1. Destroy this Toy
  2. I can dream
  3. Power Seeker
  4. Pricks
  5. Falling in 2 Pieces
  6. Yia Sou Saliniki
  7. 300 Warriors
  8. I Spy
  9. Come back
  10. Blind Race of Ice
  11. Daddy Yells
  12. Scream
  13. Turn back Time

Laufzeit:
 45:55 Min.

Band-Infos:
 
  • www.nikkipuppet.de 


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