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Review: Nine Pound Hammer
 
SEX, DRUGS & BILL MONROE

Album:
 SEX, DRUGS & BILL MONROE, 2008, Buzzville

Stil:
 Garage Rock, Country Punk

Wertung:
 5 von 7
5 von 7 Punkten
 J.G., 04.07.2008

Review:
 Schnell, frech, laut, direkt und in jedem Fall pure Energie bis zum Abwinken. Genau so oder zumindest ähnlich könnte man die Musik der Amerikaner beschreiben. Wie gut sie es dabei geschafft haben, ihre hervorragende Live-Präsentation auch im ihre neue Studioversion SEX, DRUGS & BILL MONROE hinüber zu retten, davon konnte man sich vor ein paar Wochen selbst überzeugen, nachdem Nine Pound Hammer auf ihrer Europa-Tournee auch ihr neues Album zum Besten gaben. Man sollte schon mal das Bier kalt stellen, bevor sich der Silberling für die erste Runde warm läuft, denn der Sänger Scott Luallen und der Grammy-nominierte Sänger/Gitarrist Blaine Cartwright, der üblicherweise für Nashville Pussy tätig ist, haben ein richtig knackiges Songpaket geschnürt. Irgendwo zwischen ungefiltertem Garage Rock und mitreißendem Country Punk zündet jeder Song fast schlagartig von selbst.

Schon nach wenigen Sekunden beschleunigt der Opener "I'm Yer Huckleberry" von 0 auf 100 und produziert mit seinem leicht Countrymäßig angehauchten Punk die ersten Schweißperlen auf der Stirn.
Auch "Hookers & hot Sauce" schenkt sich mit seinem schnörkellosen Garage Rock nichts. Kein Vorspiel, kein Geklimper, sondern Gitarrenverstärker auf Anschlag und es wird losgerockt.
Nahtlos reiht sich hier die Coverversion "Black Sheep" von John Anderson in die Trackliste. Vielleicht einen Tick langsamer als die beiden Vorgänger tropft auch hier pure Spielfreude aus jeder Hookline.
Alle durchgeschnauft? Das muss man schon fragen, denn "Everybody's Drunk" drückt wieder gnadenlos das Gaspedal bis zum Bodenblech und lässt das Herz eines jeden Punkrockers höher schlagen.
Darf's auch etwas Folk sein? "Fightin' Words", so einfach wie ein Kinderlied gestrickt, sollte auch mit 2 Promille mühelos im Chor gegrölt werden können. Lediglich das hohe Tempo ist eine Herausforderung für Ethanol-Junkies.
"Mama's doin' meth again" ist dann die erste echte Verschnaufpause und ein fast waschechter Countrysong mit stilechten Gitarrenklängen und Duettgesang. Wird nicht jedem Lederjackenträger zusagen... ...aber der darf schließlich mit "I got the right" wieder aus den Vollen schöpfen. Irgendwann verschwimmen auch die Grenzen und ob nun Punk oder Rock, ist doch Jacke wie Hose. Was zählt ist der Fun und der wird geboten.
Noch eine Spur mehr Street Rock gibt's dann mit "Rode hard" auf die Mütze. Wer bis jetzt zur Halbzeit der Scheibe noch immer stocksteif auf seinem Bierbänkchen sitzt, der muss taub sein oder seinen kürzlich überstandenen Bandscheibenvorfall auskurieren.
Nach dem nächsten flotten Abstauber "Too sorry" wird wieder eine kleine Verschnaufpause spendiert, wenn "Hell in my Hand" entlang der Country Rock-Schiene balanciert.
So wild wie der Titel, wird bei "Wheels flew off last Night" gerockt bis zum abwinken, bevor es dann mit Aint worth killin' so richtig "dirty rockig" wird und man für Cookin' the Corn tatsächlich in der sprichwörtichen Garage gelandet ist. Verzerrter Gesang, treibender simpler Rhythmus und eine handvoll eingängiger Riffs, das alles gewürzt mit einem knackigen Solo und fertig ist die Mucke.
Für den Abschluss "The Way it is" hat man erneut einen punkigen Countrysong aufgelegt, der das Album genau dort beendet, wo es mit "I'm Yer Huckleberry" durchgestartet war.

Fazit: Mit ihrem zweiten Album beweisen sie erneut, dass auch die ältesten Zöpfe noch genügend Feuer besitzen, um einer partyfeiernden Meute so richtig einzuheizen. Da bedarf es nicht Fässer voll Bier um in Laune und Fahrt zu kommen, sondern höchstens um den abgerockten Schweiß wieder zu ersetzen. Klar, innovative Meisterleistungen und brillante Produktion braucht man hier nicht gerade erwarten, aber für diese Art Songs ist das auch gar nicht nötig.
Leider ist die Freude schon nach etwas mehr als einer halben Stunde wieder vorbei, aber für was gibt es die Repeat-Funktion.

Tipp:
 Hier ist Party und Tempo angesagt. Wem es also egal ist, ob Rock oder Punk, sondern Hauptsache gute Laune, der kann hier bedenkenlos zugreifen.

Titel-Liste:
 
  1. I'm Yer Huckleberry
  2. Hookers & Hot Sauce
  3. Black Sheep
  4. Everybody's Drunk
  5. Fightin' Words
  6. Mama's doin' meth again
  7. I got the right
  8. Rode hard
  9. Too sorry
  10. Hell in my Hand
  11. Wheels flew off last Night
  12. Aint worth killin'
  13. Cookin' the Corn
  14. The Way it is

Laufzeit:
 33:38 Min.


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