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Review: Not Fragile
 
SCRATCH THE SURFACE

Album:
 SCRATCH THE SURFACE, 2007, Hellion

Stil:
 Speed Metal

Wertung:
 6 von 7
6 von 7 Punkten
 S.M., 12.04.2008

Review:
 Gerade 13 Jahre alt waren die drei Gründungsmitglieder, als sie 1980 Not Fragile aus der Taufe hoben. 28 Jahre später ist vom damaligen Line-Up ist allerdings nur noch Sänger und Gitarrist Torsten Buczko übrig. Beim letzten Release SCRATCH THE SURFACE, dass mir heute zur Rezension vorliegt, stehen ihm Didy Mackel (Bass), Marc Trinkhaus (Gitarre) und Michael Link (Schlagzeug) zur Seite.
Obwohl mir die Formation vom Namen bisher unbekannt war, hatten sie in den langen Jahren doch schon einige Veröffentlichungen. SCRATCH THE SURFACE ist ihr achter Longplayer.

Not Fragile spielen Teutonic Speedmetal. Dieses "Teutonic" drückt dabei lediglich aus, dass es sich um eine etwas melodischere Variante des Speed Metal handelt. Als Anhaltspunkt bzw. Vergleich könnte man frühe Helloween-Werke heranziehen.
Man merkt auch durchaus, dass die Musiker einige Erfahrung mitbringen, denn vom instrumentellen Eindruck können sie voll überzeugen. Die Drums geben ordentlich Tempo vor, der Bass führt kein Schattendasein, sondern hat auch schöne Läufe im Vordergrund und das Gitarrenspiel ist ebenso druckvoll wie virtuos. Auch Torstens rauhe, aber durchaus variable Stimme passt sehr gut zum Gesamtsound.

Es fällt mir besonders auf, dass sich sämtliche Stücke auf einem recht hohen Level bewegen, ohne einen einzigen Ausfall zu haben. Wenn überhaupt wäre der einzige Kritikpunkt vielleicht, dass sich bei den schnelleren Stücken einzelne Parts doch ähneln. Aber dies ist natürlich auch eine Eigenart des Genres. Not Fragile versuchen trotzdem, möglichst viel Variationen in die Kompositionen einzubringen.

Beim Speed Metal regieren natürlich hauptsächlich Up-Tempo-Tracks. Von diesen gibt es auf SCRATCH THE SURFACE einige Glanzstücke zu bewundern. Schon der Opener "Speed Loader" macht seinem Namen alle Ehre und geht ab wie Nachbars Lumpi. Durch eine äußerst toughe Rhythmusarbeit wird der Song vorangetrieben, doch die Hookline mündet trotzdem in einen sehr eingängigen Refrain. Auch der schon erwähnte Basslauf fällt bei diesem Track äußerst positiv ins Gewicht.
Eine noch bessere Speed Metal-Granate ist nur der Titeltrack "Scratch the Surface", der schnell und kraftvoll aus den Boxen dröhnt und einen genialen Höhepunkt hat.
Etwas verhaltener und schwerer walzend ist dagegen "Master Machine". Auffällig ist auch der äußerst energetische Refrain.
Variabel zeigt sich "Tear into the Weekend", wo sich Up-Tempo-Phasen mit gemäßigteren Parts abwechseln. Ein paar Anleihen beim Thrash Metal wie aggressivere Shouts oder sogar Grunts gibt es dagegen bei "10000 black Demons".
Auch der traditionelle Metal hat seine Auftritte wie bei "Rocket to the Moon" und "Gods of Fire" ist gar eine epische True Metal-Nummer in bester Manowar-Manier.
Erwähnenswert sind darüberhinaus noch die emotionale Ballade "Holy Man", die man auf solch einem Album nicht unbedingt erwarten darf, und das richtig starke Instrumental mit dem passenden Namen "Keep your Mouth Shut".

Fazit: Wenn ich meine Eindrücke von SCRATCH THE SURFACE nochmal Revue passieren lasse, muss ich sagen, dass die Hamburger Jungs eine wirklich starke Scheibe abgeliefert haben. Auch erwartet den Hörer nicht nur Up-Tempo-Gebolze, sondern ein recht vielseitiges Metal-Album auf einem hohen Level. Das zeugt von ausgefeiltem und gut durchdatem Songwriting.
Meines Erachtens wäre es an der Zeit, dass Not Fragile ein bisschen mehr aus dem Schatten des Undergrounds ins Rampenlicht des Metal-Businesses treten. Denn dass sie das Zeug dazu haben, beweisen sie mit diesem Silberling.

Anspieltipps:
 "Speed Loader", "Scratch the Surface", das instrumentelle "Keep your Mouth shut" und "Gods of Fire".

Tipp:
 Wer auf schnellen, aber trotzdem variantenreichen Metal steht, sollte unbedingt eine ausführliche Hörprobe machen.

Titel-Liste:
 
  1. Speed Loader
  2. Master Machine
  3. Scratch the Surface
  4. Rocket to the Moon
  5. Power to the Universe
  6. Centurion
  7. Keep your Mouth shut
  8. Perfect Sledgehammer
  9. 10000 black Demons
  10. Holy Man
  11. Cathedral of Power
  12. Tear into the Weekend
  13. Gods of Fire

Laufzeit:
 54:39 Min.

Band-Infos:
 
  • www.not-fragile.de 


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