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Review: Nox Aurea
 
VIA GNOSIS

Album:
 VIA GNOSIS, 2009, Solitude Productions

Stil:
 Gothic Metal, Doom Metal

Wertung:
 5 von 7
5 von 7 Punkten
 V.R., 19.07.2010

Review:
 NOX AUREA, zu deutsch die goldene Nacht, ist eine noch relativ neue schwedische Band. Musikalisch geht es bei ihnen sehr düster zur Sache. Am ehesten lässt sich der Stil als Gothic Doom Metal bezeichnen, mit gelegentlichen Ausflügen in den Funeral Doom-Bereich. Man nehme als Grundzutat Draconian, mische das ganze mit My Dying Bride und alten Funeral und gebe eine großzügige Portion düstere Keyboardkänge dazu, was dem Ganzen einen deutlichen Gothic-Touch verleiht, dann hat man den Stil von NOX AUREA ganz gut beschrieben. Auch Funereal Doom-Bands wie Shape of Despair oder Ahab bieten sich wegen der düsteren Stimmung als Vergleich an, wobei NOX AUREA im Gegensatz zu diesen Gruppen ein höheres Grundtempo aufweisen und ihre Melodien auch mehr variieren.

Los geht das Album mit einem düsteren Keyboard-Intro namens "Opus Draconus", das schon einmal gut auf den finsteren Stil der Band einstimmt.
Bei "The Funeral of All" kommen dann auch zum ersten Mal die tiefergestimmten Gitarren zum Einsatz. Hier wird man auch schnell feststellen, dass in Sachen Gesang durchaus Abwechslung geboten wird. Von Patrick Kullbergs tiefem Grunzen über dezent eingestreuten männlichen Klargesang bis hin zu Frauenstimmen wird alles geboten. Das Tempo ist sehr variabel. Denkt man anfangs noch an einen reinen Funeral Doom-Song, wird es im weiteren Verlauf doch eine Ecke schneller. Die Stimmung ist dagegen durchgehend finster.
Düster geht es auch bei "Suffer"weiter. Schwere Gitarrenriffs treffen auf gequältes Grunzen, bis plötzlich Stille eintritt und die Ohren mit einem kurzen Akustikgitarrenspiel verwöhnt werden, nur um den harten Riffs danach noch mehr Freiraum zu geben.
Darauf folgt mit 11:11 der zweitlängste Song des Albums namens "Odium Divinium". Dieser Song ist wegen des Wechselspiels zwischen tiefem Grunzen und zerbrechlicher weiblicher Stimme der wohl Gothic Metal-lastigste Titel des Albums.
Mit "Nights in Solitude" wird dem Hörer dann eine kurze akustische Verschnaufpause gegönnt. Ein paar Akustikgitarrenklänge, männliche Flüsterstimme, viel mehr gibt es hier nicht zu hören.
Dafür geht es bei "Distant Stars" umso düsterer weiter. Nach dem einem stimmungsvollen Intro mit Wolfsgeheul und Windrauschen setzen erst die Keyboards ein, um sich kurze Zeit später mit den Gitarren und dem Grunzen zu einer finsteren Melange verbinden.
"Last Amongst Earth and Sky" kommt dann wieder Gothic Metal-lastiger daher und klingt stellenweise ein bisschen wie eine dunklere Version von alten Theatre of Tragedy.
Dann kommt "Mother Aletheia". Zeit für eine weitere Verschnaufpause? Die zarten Gitarrenklänge zu Beginn lassen selbiges vermuten, doch noch kurzer Zeit wird es wieder heftiger und der Grunzer darf sein Organ bis zum Äußersten quälen. Und das über 12 Minuten lang, denn hierbei handelt es sich um den längsten Song das Albums.
Zum Abschluss gibt es den Titelsong des Albums. "Via Gnosis" ist allerdings nicht mehr als ein über 6 Minuten langes Outro mit Keyboardklängen und Female Vocals. Dementsprechend ruhig ist der Song dann auch gehalten. Leider kann man den Titel nur als enttäuschenden Abschluss eines sonst sehr gelungenen Albums bezeichnen.

Fazit: Nox Aurea bieten auf ihrem ersten Album VIA GNOSIS den perfekten Sound für einen düsteren Herbsttag. Geschickt mischen sie Elemente aus klassischem Doom Metal, verspielten Gothic Metal und finsterem Funeral Doom und erschaffen so den perfekten Soundtrack für die nächste Depression. Dabei gehen Nox Aurea wesentlich variabler vor als die typische Funeral Doom-Band, erzeugen aber trotzdem eine ähnlich dunkle Atmosphäre. Das Albumcover fängt die Stimmung der Songs perfekt ein. Doom Metal-typisch sind die meisten Stücke natürlich recht lang, hier und da wird auch die 10 Minuten-Grenze überschritten. Dadurch bedingt wünscht man sich hier und da dann doch auch mal ein bisschen mehr Abwechslung. Zudem ist der letzte Song einfach nur als überflüssig zu bezeichnen. Es gibt also noch ein paar Punkte, an denen Nox Aurea arbeiten können und müssen. Dennoch ein sehr positiver Ersteindruck. Wer schon immer mal wissen wollte, wie es klingen könnte, wenn My Dying Bride, Draconian und Shape of Despair gemeinsam ein Album aufnehmen, der höre sich VIA GNOSIS an und er hat die Antwort.

Anspieltipps:
 Man sollte das gesamte Album am Stück hören, dann baut sich die Stimmung am besten auf.

Tipp:
 Am ehesten sollten hier Draconian-Fans zufrieden sein. Aber auch Fans von My Dying Bride, Shape of Despair oder Deinonychus könnten Gefallen an VIA GNOSIS finden.

Titel-Liste:
 
  1. Opus Draconus
  2. The Funeral of All
  3. Suffer
  4. Odium Divinium
  5. Nights in Solitude
  6. Distant Stars
  7. Last Amongst Earth and Sky
  8. Mother Aletheia
  9. Via Gnosis

Laufzeit:
 71:36 Min.

Band-Infos:
 
  • www.myspace.com/noxaurea 

  • Probehören und Kaufen:
    Nox Aurea: VIA GNOSIS

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