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Review: Nsane
 
CATHARSIS

Album:
 CATHARSIS, 2008, Rape of Harmonies

Stil:
 Metalcore

Wertung:
 4,5 von 7
4,5 von 7 Punkten
 J.G., 31.01.2009

Review:
 Der Schritt vom Produzenten zum eigenen Label ist nur sehr kurz. Das dachten sich offensichtlich auch Müller, Engel und Dietz, als sie beschlossen hatten, Rape of Harmonies aus der Taufe zu heben. Vorher konnten sie reichlich Erfahrungen bei der Produktion für Bands wie Heaven Shall Burn, Neaera, Fall of Serenity, Maroon, Misery Index oder Narziss sammeln.
Als erstes Werk des neuen Label kamen Nsane mit ihrem Debüt-Album CATHARSIS in den Genuss und sorgten damit gleich für ein quasi Doppel-Debüt. Stilistisch muss man nicht lange überlegen, wohin man Nsane wohl stecken sollte, angesichts der bisherigen Produktionen des Trios. Klar, beim Thüringer Quintett um Sänger Marcus Schmidt, den Gitarristen Holger Mende und Thomas Hartmann, dem Bassist Michael Kammholz und Drummer Marcel Lange ist vorherrschend Metalcore angesagt.

Nach dem ersten Durchlauf ist mir auch klar geworden, dass der Bandname nicht zufällig gewählt wurde, denn Abwechslung durch unterschiedlichste Elemente, Riffs und Stils ist oberstes Ziel. Dass man dabei manchmal etwas zu viel Konfusion in die Songs gebracht hatte anstatt auf flüssige Hooklines wert zu legen, ist schwer zu vermeiden.

Elektronische Grillen und sanfte E-Gitarren lassen das Album mit "Sleepless Dream" sanfter starten, als man vermutet hätte, jedoch setzen ziemlich schnell die aggressiven Parts ein, allen voran der Frontman mit seinem Gesang, der fast mehr an Death Metal Growls als an Core-Shouting erinnern mag.
Recht melodisch und luftig, steigert sich "Body Impact" mit den später einsetzendenen gewitterartig, brachialen Double-Bass Drums zu einem beeindruckenden Hassbrocken, der vielleicht als einziger Song eine Nasenspitze über dem Niveau der übrigen Kost liegen mag. Darüber hinaus sorgen donnerhafte Blast-Beats für kurzweiliges Entzücken.
"Once a new Day" glänzt mit seinen sanften Sprechgesang-Passagen und sorgt für kurzes Durchschnaufen, bevor die harte metallische Gitarrenfront mit massiver Shout-Unterstützung wieder die Oberhand gewinnt. Die Radio-Effekte am Ende werden gleich zur Überleitung in den nächsten Song "Newstime" genutzt, der zu Beginn mehr an britischen Indie Rock erinnern mag, jedoch mit dieser Fehlannahme schnell klar Schiff macht.
Ohne Vorspiel geht der Titelsong "Catharsis" mit hohem Tempo sofort in die Vollen. Hier wird ein Hassbrocken nach dem anderen in die Menge geschleudert und die tief gestimmten Gitarren sorgen mit schlagkräftiger Rhythmusabteilung für tiefe Eindrücke, aber leider nicht für erhoffte Dauerwirkung. Zu flüssig ist der Übergang zur Schlussrunde mit "Reflection" gestaltet, so dass man kaum zwei unterschiedlich Songs erkennen mag. Verstärkt wird dieses Defizit durch die vielfältigen Stil- und Element-Mix-Erfahrungen in den zehn Vorgängern. So gut es mit dem Outro auch gemeint sein mag, gerade auf die Knack-Geräusche beim Abspielen einer "verlebten Vinyl" hätte ich gerne verzichten mögen. ;-)

Fazit: Für ein Debüt, liefern die Thüringer eine durchaus akzeptable Leistung ab. Vor allem handwerklich gibt es kaum etwas zu meckern. Da werden schon mal progressive Interludes präsentiert oder mit Synthie-Effekten nachgeholfen. Auch beim Gesang hält man nicht hinter dem Berg, von Core-Shouting über Clean-Voice-Sprechgesang bis hin zu Death Metal-Growls ist der Tisch reichhaltig gedeckt. Aber egal, was man als Würze verwendet und seien es nur Melodic Death Passagen, der Weg zurück zum traditionellen Metalcore ergibt sich fast immer von selbst.
Schade nur, dass es der Band nicht gelungen ist ein paar markante eingängigere Songs abzuliefern. Das Dutzend unterscheidet sich nur unwesentlich voneinander und manchmal hat man auch das Gefühl, etwas weniger (Ideen und Effekte) wäre besser und mehr gewesen. Allzu oft regiert Chaos im Gehörgang. Für das nächste Werk sollte man deshalb vor allem bei Songwriting beginnen, denn Potenzial ist unzweifelhaft vorhanden.

Tipp:
 Freunde des Metalcore und angrenzender Genres, die nie genug bekommen, sollten unbedingt auch hier genauer hinhören.

Titel-Liste:
 
  1. Sleepless Dream
  2. Follow me
  3. Body Impact
  4. Ceremony
  5. Static World
  6. Once a new Day
  7. Newstime
  8. A Million Walls
  9. One Way Street
  10. Storm of Harm
  11. Catharsis
  12. Reflection

Laufzeit:
 37:04 Min.

Band-Infos:
 
  • www.nsane-metal.com 


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