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Review: Nuclear
 
JEHOVIRUS

Album:
 JEHOVIRUS, 2010, Australis

Stil:
 Thrash Metal

Wertung:
 5,5 von 7
5,5 von 7 Punkten
 J.G., 04.11.2010

Review:
 Wenn man in letzter Zeit von Chile gesprochen hat, dann vergaß man fast schon die Altlasten des Pinochet-Regimes, und feierte zu Recht lieber euphorisch die glücklich verlaufene Rettungsaktion von 33 in einer Goldmine verschütteten Bergleute, die nach mehr als zwei Monaten mithilfe einer Bohrung und einer Rettungskapsel wieder das Tageslicht erblicken durften.
Das einst reichste Land Südamerikas (Salpeter, Kupfer, Gold), für seine Deutschfreundlichkeit bekannt, hat jedoch mehr zu bieten, vor allem musikalisch.
Die Thrash Metaller Nuclear gehören dabei zu einer der aktivsten Bands des Landes und konnten in den letzten Jahren schon Hunderte an Live-Auftritten für sich verbuchen. Seit 2005 hat man auch ein Line-Up gefunden, das prima zusammen passt. Sänger Matias Leonicio, die beiden Gitarristen Francisco Haussmann und Sebastián Puente, Bassist Raimundo Correa und Drummer Eugenio Sudy bilden dabei ein quirlliges Quintett mit dem Hang zu alten Thrash-Klassikern, wie Metallica in ihren Anfangstagen oder auch Slayer. Mit JEHOVIROS legten sie bereits ihr drittes Langeisen auf und beweisen, dass man auch in Südamerika wert auf Qualität legt. So wurde das Album wohl in Santiago de Chile aufgenommen und abgemischt, das Mastering übernahm jedoch der Brite Russ Russell, der bereits Napalm Death, Dimmu Borgir oder Evile verarztete, also genau weiß, wie man diesem Genre die nötige Geltung verschafft.

Und so geht es beim über sechs Minuten dauernden Opener "Belligerance" nach gefälligem Intro gleich in die Vollen, wie man es auch von Slayer und Co. gewohnt ist. Hohes Tempo, typisches Stakkato und einprägsames, überwiegend melodisches Riffing, lädt sofort zum Mähneschütteln ein. Bei der Spieldauer ist natürlich jede Menge Abwechslung geboten, wenn auch wenig überraschendes.
Den großen Dreschflegel packen Nuclear dann bei "Criminal Solicitation" aus und lassen ihn in hohem Tempo gnadenlos über den Köpfen der Zuhörer kreisen. Auch das spätere "Brutal yet Precise" steht hier in nichts nach.
Es folgt mit "Asphyxia" ein weiterer High-Speed-Galopper, der kaum Zeit zum Durchschnaufen lässt und stellenweise ein richtiges Mosh-Pit aufreißen sollte.
Bei "Acts of Depravity" wird zähe schon fast doomige Langsamkeit zelebriert und zeigt, dass auch Thrash durchaus vielfältige Gesichter besitzen. Noch eine Spur langsamer und damit wirklich schon in doomigen Gefilden bewegt sich zu Beginn das spätere "World Depletion". Daraus entschlüpft jedoch schnell eine waschechten Thrash-Granate, die den Prügel gnadenlos kreisen lässt.
Das ändert sich auch nicht bis zum Schlussakt "Defleshed" einer richtigen Abrissbirne, wo noch einmal der blanken Wut freier Lauf gelassen wird, die Gitarren loslegen und das Album so beendet, wie es begann, kompromisslos, straight, wütend aber auch mit melodischen Momenten.

Fazit: Nuclear liefern mit ihrem dritten Album JEHOVIRUS ein blitzsauberes Trash Metal-Album ab, das vor allem die Classic-Fans überzeugen sollte. Insgesamt sind die neun Songs ausgewogen gestaltet und bieten von treibenen Mitnickern über brachiale Abrissbirnen bis hin zu melancholisch angehauchten Mid-Tempo-Goovern die ganze Palette.
Obwohl manchmal die Nähe zu den genannten Genregrößen durchaus spürbar ist, so bleibt doch genügend Eigenständigkeit, um nicht das Copy-is-my-hobby-Label verpasst zu bekommen.
Lediglich die Spieldauer ist recht knapp gehalten. Da hätte ich mich für ein oder zwei Songs mehr nicht gleich schlagen lassen.

Titel-Liste:
 
  1. Belligerance
  2. Criminal Solicitation
  3. Asphyxia
  4. Brutal yet Precise
  5. Acts of Depravity
  6. The One we must kill
  7. World Depletion
  8. On Killing
  9. Defleshed

Laufzeit:
 37:55 Min.

Band-Infos:
 
  • www.nuclear.cl 

  • Probehören und Kaufen:
    Nuclear: JEHOVIRUS

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