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Review: Orpheus |
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Album:
| | ORPHEUS, 2009, Eigenvertrieb |
Stil:
Wertung:
| |  3,5 von 7 Punkten | | S.M., 06.12.2009 |
Review:
| | Die Grundlegung der norwegischen Band Orpheus geht ins Jahr 2002 zurück, als Kristian Drivines (Gitarre) mit einigen Gleichgesinnten in einer der führenden norwegischen Musikschulen zusammentraf und schließlich die Band ins Leben rief. Nach etlichen Besetzungswechseln und vielen Live-Auftritten hat das Quintett jetzt den ersten Longplayer ORPHEUS am Start.
Zur Band gehören anno 2009 außer Drivines noch Ingrid Galadriel (Gesang), Sivert Skaaren (Gitarre), Rune Engesaeter (Bass) und Torgeir Nilsen (Schlagzeug).
Ein deutlicher Old-School-Touch liegt den Kompositionen von Orpheus zugrunde. Die Einflüsse sind reichlich und erstrecken sich von Iron Maiden über Warlock bis hin zu dem doomigen Sound von Black Sabbath. Letztendlich klingen diese Anleihen aber nur bedingt durch, was immerhin positiv zu verzeichnen ist.
Das Problem an ORPHEUS ist, dass zwar handwerklich gute Arbeit geleistet wird, aber die Songs keine wirklichen Akzente setzen können. Es gibt immer wieder Riffs, Melodien oder Abschnitte, die einem aufhorchen lassen und gut ins Ohr gehen. Doch der letzte Schneid, der die Spreu vom Weizen trennt, fehlt den Kompositionen noch.
Ich ziehe mal "Constructing" als Beispiel heran, dass in Punkto Riffs und Mainmelodie ganz gelungen ist, aber keinen gekonnten Höhepunkt aufweist. "Bygones" kommt dagegen mit einer starken Gesangsleistung von Ingrid und einem netten maidenesken Solo, hat aber ein ultra-langweiliges Konstrukt.
So ein Makel hängt praktisch jedem Song von ORPHEUS irgendwie an. "Mr. Manipulative" poltert anfangs fast thrashig los, doch ein Crossover-artiger Aufbau lässt die Energie schnell wieder verpuffen. Bei "Peepin' Tom" lässt ein intensiver, halbballadesker Einstieg ein vielschichtiges oder tiefgründiges Stück vermuten. Doch wird mit einem 08/15-Konstrukt die Atmosphäre etwas verheizt. Nur der Refrain ist noch gelungen.
Aber ich brauche jetzt gar nicht jeden einzelnen Song erwähnen, denn qualitativ zieht sich dieses Problem durch das gesamte Werk.
Fazit: Obgleich das technisch nicht schlecht ist, was Orpheus auf ihrem selbstbetitelten Debüt fabrizieren, ist das Songwriting von einem guten Level noch weit entfernt. Das Gitarrenspiel gefällt mir gut, und manches Riff ist inspiriert. Ingrids Gesang ist von der Stimmlage gar nicht schlecht, aber nicht variabel genug, um den Hörer auf Dauer zu begeistern. Die Rhythmusarbeit ist solide, aber unauffällig.
Was die Kompositionen angeht, sind die Norweger aber offenbar noch nicht bereit, an die Öffentlichkeit zu treten. Ich mutmaße, dass ORPHEUS in der Masse an mindestens gleichwertigen, aber zumeist sogar besseren Releases des Genres untergehen wird. Orpheus haben sicherlich Potential, doch das gilt es zukünftig noch zu festigen, und im kompositorischen Bereich muss es dringend gesteigert werden. |
Titel-Liste:
| | - Fuck me over
- Constructing
- Bygones
- Mr. Manipulative
- Peepin' Tom
- Repay
- Bloodflow
- The Plan
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Laufzeit:
Band-Infos:
| | www.myspace.com/orphmo  |
Probehören und Kaufen:
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