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Review: Ozzy Osbourne
 
BLIZZARD OF OZZ

Album:
 BLIZZARD OF OZZ, 1980, Jet Records

Stil:
 Heavy Metal, Hard Rock

Wertung:
 6,5 von 7
6,5 von 7 Punkten
 S.M., 27.08.2009

Review:
 Es gibt Klassiker, für die es einfach mal angebracht ist, ein Review zu schreiben. Auch wenn die Platte wie in diesem Fall schon 1980 herauskam. Es handelt sich um Ozzy Osbournes erstes Solo-Werk BLIZZARD OF OZZ, das er nach seinem Ausstieg bei Black Sabbath veröffentlichte. Der Titel ist natürlich eine Art Verballhornung des Märchens The Wizard Of Oz (Der Zauberer von Oz). Was die wenigsten wissen, ist, dass der Bandname ursprünglich auch Blizzard Of Ozz lauten sollte. Letztendlich entschied man sich doch, das Ganze unter dem bekannten Namen von Ozzy Osbourne zu releasen.
Bei der Zusammenstellung des Line-Ups gelangen Ozzy und der Managerin Sharon Arden (die heutige Mrs. Osbourne) mit der Verpflichtung des jungen Gitarristen Randy Rhoads ein besonderer Coup. Durch seinen markanten Stil beeinflusste er unzählige Rock- und Metal-Gitarristen und prägte vor allen Dingen den Sound von Ozzy Osbourne in den frühen 80ern. So, und jetzt wird es Zeit, in das Album einzusteigen.

Ein Riff, dem man sofort die Handschrift von Randy Rhoads anhört, eröffnet BLIZZARD OF OZ. Der Aufbau von "I don't know" ist recht simpel und zielgerichtet und ist einzig geprägt von Randys Gitarre und Ozzys kauzigem Organ, das damals noch charakteristischer und "krächziger" war als heute. Der Höhepunkt thront schön über dem Song. Ein langsamerer, emotionaler Part und ein fingerfertiges Soli runden den gelungenen Opener ab.
Ozzys Schrei und eine dominante Bassline führen in "Crazy Train" ein. Danach übernimmt wieder eines von Rhoads Markenzeichen-Riffs (das wohl jeder werdende Metal-Gitarrist schon nachgespielt hat) und führt die Hookline weiter. Der Aufbau ist kurz und braucht keine Schnörkel, um bald in den wohl besten Refrains des Albums zu münden. Auch das Lead-Solo toppt fast noch die Klasse des Vorgängers.
Unerwartet besinnlich ist "Goodbye to Romance", doch angesichts des Titels ist es nicht verwunderlich. Ozzy beweist, dass seine Stimme auch für gefühlvolle Performances taugt, und Randy tauscht diesmal die E-Gitarre gegen die Akustische aus. Die Melodie gehört mit zum Besten, was jemals von einer Metal-Band in romantischeren Gefilden komponiert wurde. Dass Ozzy & Co. plötzlich solch eine geniale Ballade aus dem Ärmel zaubern, spricht für das hochklassige Songwriting der Truppe.
Das kurze Instrumental "Dee" dient als Überleitung auf den nächsten Song mit Killerriff. Randy Rhoads hatte ein unerschöpfliches Repertoire an starken Riffs und drückte mit seinem Spiel auch "Suicide Solution" seinen unvergleichlichen Gitarrenstempel auf. Zum Ende hin geht der Song in doomiges Tempo über, während leicht disharmonische Töne die Atmosphäre etwas aufrütteln.
Zur Abwechslung ist es mal der gute Don Airey, der mit seinem Keyboard eine geniale Songeinleitung initiiert. Danach nimmt das Instrument wieder mehr die Hintergrunduntermalung auf, während die Gitarre und ein wirklich emotional-intensiver Gesang von Ozzy aus "Mr. Crowley" den nächsten Osbourne-Alltime-Hit zurechtschmieden. Es ist eine virtuose und variantenreiche Leistung am Sechsaiter, die aus dem Song eine starke Vereinigung aus Metal-Track und Ballade macht.
"No Bone Movies" ist dagegen ein recht einfacher und knackiger Rocker, der den Hörer wieder auf härtere Wege zurückführt.
"Revelation (Mother Earth)" ist durch die unterschiedlichen Intensitäten wohl das kompositorische Highlight des Albums. Das Stück beginnt balladesk und akustisch, behält auch diese emotionale, melodische Seite bei. Dennoch wird der Song mit Dauer energetischer und die Intensität - besonders beim Gitarrenspiel - steigt ständig an, um sich beim Höhepunkt zu entladen. Auch das besinnliche Keyboardsolo im Mittelteil sucht Seinesgleichen. Das ist Songwriting auf höchstem Niveau. Und zum krönenden Abschluss nimmt die Intensität noch mal einen neuen Anlauf und fadet in einem heavy Lead-Solo aus.
So startet dann auch fast übergangslos der straighte Groover " Steal Away (The Night)", der wieder ein paar tolle Riffs vom einzigartigen Randy Rhoads präsentiert und eines der besten Alben der frühen Heavy-Metal-Ära angemessen beendet.

Fazit: Wir wissen alle, dass Randy Rhoads Karriere 1982 durch diesen dummen Flugzeugunfall abrupt beendet wurde. Um so mehr sollte man sich bei BLIZZARD OF OZZ zurücklehnen, um den variantenreichen Virtuositäten des Ausnahmekünstlers zu lauschen. BLIZZARD OF OZZ ist - vielleicht noch neben DIARY OF A MADMAN - die Krönung in Ozzys Schaffen.
Auf welch hohem Niveau sich das Songwriting abspielte, bemerkt man erst, wenn man die Songs so ein wenig analysiert. Zum Teil waren Ozzy & Co. kompositorisch den meisten Mitstreitern der NWoBHM ein Stück voraus. Ein Grund mehr, warum BLIZZARD OF OZZ in keiner Heavy-Metal- und Hardrocksammlung fehlen sollte. Es ist ein Klassiker, der zweifelsohne in die Hall Of Fame der Alben gehört.

Anspieltipps:
 "I don't know", "Crazy Train", "Suicide Solution", "Mr. Crowley" und "Revelation (Mother Earth) sind auf diesem Klassiker die Créme de la Créme.

Tipp:
 BLIZZARD OF OZZ ist eigentlich eine Pflichtanschaffung für jeden Hardrock- und Metal-Fan.

Titel-Liste:
 
  1. I don't know
  2. Crazy Train
  3. Goodbye to Romance
  4. Dee (Instrumental)
  5. Suicide Solution
  6. Mr. Crowley
  7. No Bone Movies
  8. Revelation (Mother Earth)
  9. Steal away (the Night)

Laufzeit:
 39:33 Min.


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