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Review: Ozzy Osbourne |
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Doppelschlag:
Album:
Stil:
Wertung:
| |  6 von 7 Punkten | | S.J., 19.06.2010 |
Review:
| | Man kann am mittlerweile 61-jährigen John Michael Osbourne sicherlich einiges kritisieren: Zum Beispiel kann man seine einstige Reality-Show peinlich finden, die Neuauflage der Sabbath Ballade "Changes" mit seiner Tochter Kelly als "unnütz" bezeichnen, und auch manche seiner Alben sind sicher nicht gerade uneingeschränkte Glanzleistungen. Was man ihm aber definitiv zu Gute halten muss, ist mit Black Sabbath einen ganz grundlegenden Beitrag für das gesamte Metal Genre geschaffen zu haben und in seiner anschließenden Solokarriere stets ein Gespür für einzigartige Gitarristen bewiesen zu haben: Sei es der, noch heute von vielen Gitarristen als leider viel zu früh verstorbenes Genie betrachtete Randy Rhoads, der eher von Glam-Rock und Blues geprägte Jake E Lee, oder Zakk Wylde, welcher seit NO REST FOR THE WICKED im Jahre 1988 nicht mehr von Ozzys Seite weichen sollte, eine kurze Phase mit Joe Holmes mal außen vor gelassen.
Viele Fans waren irritiert, als Ozzy im letzten Jahr schließlich bekannt gab, nicht mehr mit Zakk Wylde zu arbeiten, da dessen Spielweise der dessen eigener Band Black Label Society immer mehr ähneln würde, und Ozzy sich davon abheben wolle. Eine Weile kursierten verschiedene Namen im Internet, bis gewiss wurde: Gus G. Ist neuer Gitarrist bei Ozzy Osbourne. Dieser, im Metal Bereich dank seiner eigenen Band Firewind nicht unbekannte Gitarrist, nennt seit Jahren ironischer Weise Zakk Wylde als großen Einfluss auf seine Spielweise. Umso spannender war es also das neue Album SCREAM endlich zu hören:
"Let it die" kracht als Opener ordentlich los. Groovende Bassline, ein kurzes Aufblitzen eines Gitarrensolos, dann der Breakdown. Ozzy singt sehr monoton zu einem simplen Beat. Zum Chorus hin steigert sich der Song und groovt auch dort mächtig. Eine sehr Bass-lastige Nummer zum Einstieg.
Es folgt "Let me hear you Scream", welcher auch die erste Single-Auskopplung des Albums darstellt. Ein gelungenes Up-Tempo Strophenriff zu simplem Schlagzeug-Beat bringt den Hörer direkt zum gröhligen, etwas nach einer rotzigen Version von Stadion-Rock klingenden Chorus. Ein kurzes, knackiges Solo von Gus G. krönt den Titeltrack des Albums.
Ursprünglich sollte das ganze Album so heißen: "Soul Sucker". Letzteres Wort sogar noch mit "a" am Ende geschrieben, fanden viele Ozzy Fans so schrecklich, dass der Madman sich glücklicherweise entschloss, den Titel doch noch mal zu ändern. Der Song selbst ist sehr düster und doomig und legt nur zum Solo etwas an Tempo zu.
Der folgende, mit Akustik Gitarren eingeleitete, und zunächst etwas nach einer Ballade klingende Song "Life won't wait" stellt für mich einen der Höhepunkte des Albums dar: Vielseitig, melodisch und mitsingtauglich.
Gar noch ruhiger ist "Diggin' me down". Gus lässt seine Einflüsse aus dem Bereich der klassischen Gitarre durchschimmern, bis nach anderthalb Minuten die fett produzierten Riffs die Führung übernehmen. Die abgehackten Stakkato Riffs klingen für Ozzy Verhältnisse überraschend modern, der Chorus ist dann wieder in typischer Ozzy-Manier gestaltet.
"Crucify", nicht zu verwechseln mit dem Song, welchen Ozzy letztlich für das Soloalbum von Slash einsang, ist eine stampfige, typische modernere Ozzy Nummer
Wie der Name schon vermuten lässt, macht "Fearless" mächtig Druck. Der mehr gebrüllte als gesungene Refrain ist etwas, was man so von Ozzy noch nicht kennt. Die kurzen Gitarrensoli setzen gute Akzente, wodurch der Song brachial rüber kommt, aber keineswegs langweilig wird.
Die erste wirkliche Ballade des Albums ist "Time". Traurig, und melancholisch, ein Song zu der Ozzys Stimme einfach nur zu gut passt.
"I want it more" ist eine weitere, stampfige Nummer mit melodiösem Refrain und: Keyboard Interlude.
"Latimer's Mercy" ist der einzige Song des Albums, der bei mir nicht sofort zündet. Irgendwie etwas ideenlos, stampfig, monotoner Gesang, ein schickes Solo, und das war's.
Das abschließende "I love you all" ist wohl mehr als Statement denn als Song zu verstehen. Genau eine Minute lang, ist es ein schöner Abschluss eines gelungenen Ozzy Albums.
Fazit: Der Madman veröffentlicht mit seinem ersten Album seit 12 Jahren ohne Zakk Wylde eine Scheibe die dem Fan durchaus gefallen kann. Gus G. gibt sich alle Mühe, spielt mit bisweilen starken Zakk Anleihen, und passt sehr gut zu Ozzys aktuellem Sound. Klar, nicht jeder Song auf "Scream" hat für sich absoluten Hitcharakter, aber das Gesamtergebnis kann sich durchaus sehen lassen und sollte jedem, der die letzten Ozzy Alben mochte, ebenfalls zusagen. |
Wertung:
| |  6 von 7 Punkten | | J.G., 18.06.2010 |
Review:
| | Mit wehenden Fahnen untergehen, Ozzy denkt mit seinen 61 Jahren jedoch noch lange nicht daran die Segel zu streichen. Ganz im Gegenteil lässt er demnächst seine DNA untersuchen, um endlich schlauer zu sein, warum ihn seine bisherige exzessive Rock'n'Roll-Lebensweise nicht schon längst ins Grab gebracht hat. Wenn Schon mit einer Flagge am Gipfel stehen, dann nur mit Engelsflügel, wie uns schon das Cover-Artwork zeigt.
Kaum wieder zuerkennen ist diesmal der Härtegrad des neuen Rundlings SCREAM der noch einmal deutlich zugelegt hat und schon fast an die guten alten Zeiten in den frühen 80ern erinnert. Wie schon beim Vorgänger war auch diesmal Kevin Churko nicht nur Instrumentalist und Produzent, sondern vor allem Co-Songwriter und hat es meisterhaft geschafft auch diese Songs dem Alt-Shock-Rocker auf den Leib zu schneidern.
Das Ozzy dabei mit sichtlichem Spaß bei der Sache ist, zeigt nicht nur der recht tough strukturierte Opener "Let it die" mit seinem verzerrten und cleanem Gesang, sondern auch der stampfende Titelsong "Let me hear you Scream", bei dem sich Ozzy richtig mit Schmackes ins Zeug legt. Hier gibt er erstmal am Mikro alles und kommt dem Anspruch 'Scream' schon recht nahe. Ob das Ganze für ihn ohne Folgen blieb oder ob es anschließend ein paar tiefer Atemzüge aus der Sauerstoffflasche bedurfte, hört man dem Song zumindest nicht an.
Klar, Ozzy ist auch der Meister der Doom-Walzen und so werden bei dem recht wuchtig arrangierten "Soul Sucker" mit seinen ultra-tief gestimmten Gitarren genau diese Vorlieben ausgelebt. schon jetzt hat man fast vergessen, dass kein Zakk Wylde mehr an der Gitarre steht, sondern sein griechischer Kollege Gus G. von Firewind, der besonders nach dem Break mit anschließender Tempoverschärfung mächtig los marschiert. Gerade das macht den Song zu einem meiner Favoriten.
Was wäre Ozzy ohne seine Herz-Schmerz-Balladen. "Live won't wait" beginnt zumindest wie eine solche und mithilfe der nölenden Stimme des Altmeisters ist dieses auch gleich als ein Song von ihm zu erkennen. So ruhig wie zu Beginn wird es jedoch nicht bleiben, denn immer wieder wird kurzfristig das Volumen und die Geschwindigkeit erhöht.
"Diggin' me" down lässt sich gehörig zeit, bis es in Fahrt kommt, dann aber ohne Kompromisse. Hier lehnt sich der Frontmann mächtig aus dem Fenster und markiert die dicke Beule in der Lederhose. Solche Songs sind sogar auf Alben wie BLIZZARD OF OZZ, DIARY OF A MADMAN oder BARK AT THE MOON kaum vertreten. Tja, Alter schützt vor Härte nicht.
"Crucify" lässt es etwas gemächlicher angehen, dient aber nur als kurze Verschnaufpause, bevor es mit extrem hartem Gitarreneinsatz bei "Fearless" wieder mit Volldampf nach vorne geht. Treibender Rhythmus, leichte Nu Metal-Einflüsse und dominante Gitarren halten den Herren am Mikro jedoch nicht davon ab, den Chef zu markieren.
Endlich kommen die Kuschelfans bei "Time" zumindest teilweise auf ihre Kosten. Mit Streichern unterstützt lässt es die Halb-Ballade etwas ruhiger angehen, besitzt jedoch durchaus angenehme rockige Ecken und Kanten, die den Song aus dem Pott herkömmlicher Balladen heraus hebt und sei es nur Gus G.'s Gitarren-Solo.
Auch "I want it more" und "Latimer's Mercy" lassen nicht locker und halten bis zuletzt an dem eingeschlagenen Konzept gesunder Härte fest. Mal etwas mehr Doom, mal ein Schuss mehr Moderne und trotzdem immer 100% Ozzy.
Wer jetzt bis hier noch auf eine butterweiche Ballade gehofft hatte, der wird auch von "I love you all" enttäuscht sein, handelt es sich doch nur um ein etwas längeres Outro.
Fazit: Ganz ehrlich, würde man Ozzy nicht kennen, so käme man nicht sofort darauf, dass der Frontmann hier bereits 61 Lenze zählt und einen unvergleichlichen Lebenswandel hinter sich hat. Auf diesem Album hat sich Ozzy einer richtigen Frischzellenkur unterzogen. Damit wirkt er nicht gleich wie ein Jungspunt, aber auch noch lange nicht wie ein älterer Herr in gesetztem Alter. Mit jeder Menge Parallelen und Trademarks zu seinen ersten Werken, aber auch einigen modernen Einflüssen, schafft er einmal mehr ein Stück zeitlose Rockmusik zu kreieren, welche die Zeiten wohl noch länger überdauern wird. Das keine ausgesprochenen Balladen vertreten waren, kann ich verschmerzen. Lediglich an ein paar Stellen hätte ich mir mehr Ozzy-typische Eingängigkeit gewünscht, aber lieber Härte wie hier, als Schnulze, wie in der Vergangenheit. |
Anspieltipps:
| | "Let it die", "Let me hear your Scream", "Soul Sucker", "Diggin' me", "Fearless" und "Time". |
Tipp:
| | Für Ozzy-Fans der ersten Stunden ein Pflichtkauf. |
Titel-Liste:
| | - Let it die
- Let me hear you Scream
- Soul Sucker
- Live won't wait
- Diggin' me down
- Crucify
- Fearless
- Time
- I want it more
- Latimer's Mercy
- I love you all
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Probehören und Kaufen:
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