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Review: Overland
 
BREAK AWAY

Album:
 BREAK AWAY, 2008, Escape

Stil:
 Melodic Rock, AOR, Progressive Rock

Wertung:
 5,5 von 7
5,5 von 7 Punkten
 U.B., 28.04.2008

Review:
 Steve Overland Sänger und Gitarrist blickt auf eine Kariere zurück die schon mehr als 25 Jahre dauert. Alles begann mit der Band Wildlife. Später war er mit der Gruppe FM, in der auch sein Bruder Chris Gitarre spielte, erfolgreich. Die Ballade "Frozen Heart" ist der bekannteste Song aus FM Zeiten. Die Band verstand es sehr eingängige Melodien zu schreiben, darunter eine ganze Menge von Ohrwürmern die fast schon zu sehr auf Radiotauglichkeit getrimmt waren und die Musikfans in zwei Lager spaltete. Auf der einen Seite die Leute, die Foreigner und Journey liebten und auch FM zu ihren bevorzugten Bands zählten, auf der anderen Seite die Kritiker die den Sound zu weich und als zu wenig im Rockbereich angesiedelt empfanden. Das traf besonders für die frühen Alben von FM zu, später zeigte man auch eine etwas härtere Seite.
Man ging mit Meat Loaf, Foreigner und Magnum auf Tour. Nach der FM Ära fanden sich neben Steve Overland zwei weitere Ex- FM Musiker zu der Band The Ladder zusammen. Man wollte keine Reunion der alten Band sondern auch mit dem Namen einen Neuanfang machen. Nachdem The Ladder in der Vergangenheit zwei Alben veröffentlicht hat, geht Steve nun noch einen Schritt weiter und überrascht mit einer Solo CD. Steve übernimmt hier nur die Vocals und hat sich mit Ex- Grand Illusion Klampfer Anders Rydholm, der auch den Bass spielt, die meisten Songs schrieb und das Album produzierte, sehr kompetente Verstärkung geholt. Wahrscheinlich liegt es auch an Rydholm, dass BREAK AWAY doch anders ausgefallen ist als die musikalische Kost die man von FM oder The Ladder gewöhnt war.

"This Time" ist ein Midtempo Song im Progressive Rock Stil. Steve überzeugt mit seiner bekannt guten Stimme die durch einen Background Chor unterstützt wird.
"Alive and kicking" ist anfangs etwas härter, Gitarren betont aber doch melodisch. In der zweiten Hälfte gibt es ein schönes Gitarrensolo und einige elektronische Verfremdungen.
Mit schneidenden Gitarrenriffs wird "Break away" seinem Titel musikalisch gerecht. Die Nummer hat viel Drive und einen guten Groove und das Gitarrensolo fehlt auch nicht.
Nachdem die ersten drei Songs mit einem Schuss Prog daher kamen ist "Like a River" eine Ballade im Foreigner Stil. Sanfte Piano Passagen und zurückhaltende Drums die nur Akzente setzen und nicht alles erschlagen, dazu eine tolle Melodie mit Ohrwurm Qualität, die teils wehmütigen Vocals im Wechsel mit dem Chor, all das sorgt für einen gelungen AOR Song.
Anschließend folgt mit "Look into your Eyes" ein Love Song den die dazwischen gestreuten druckvollen Gitarrenakkorde gerade so davor bewahren zu soft und kitschig zu wirken.
"After the Fire" startet mit Streichern und kurzen Keyboard Anschlägen, dann gewinnt die Nummer an Fahrt. Sehr gut ist die Einbindung aller Instrumente die hier gleichberechtigt spielen. Die Vocals lassen an Intensität nichts vermissen. Guter Melodic Rock.
Höchste Zeit für etwas mehr Tempo nach soviel Schmuse Balladen. "Evangeline" erfüllt diesen Wunsch. Flott und verspielt mit einem starken Bass und gelungener Gitarreneinlage geht es endlich schneller zu Werke.
"Heartache calling" signalisiert vom Titel eine Herz- Schmerz Nummer die sich dann aber als recht munterer Song entpuppt mit einer besonders schönen Sologitarre, ansonsten stehen Keyboards und Rhythmusinstrumente im Vordergrund.
"Mad mad World" ist nur durchschnittlich. Die Gitarren sind mit viel Hall unterlegt und man lässt sich viel Zeit bis der Chorus angesteuert wird. Die Melodie ist zwar gefällig aber nichts besonderes.
"Lost in Paradise" ist ein sanfter Schmeichelsong. Zu Anfang erklingen nur akustische Gitarre und die Vocals bevor die anderen Instrumente in die betont melodische Arbeit einfallen.
Auf "Rescue me" klingen die Gitarren und Drums heftiger als gewohnt, sogar eine Spur bedrohlich. Die Vocals sind, den Titel vehement fordernd, vorgetragen. Und wieder muss ich Rydholms Gitarrenspiel loben, der Mann hat viel Gespür für die Songs.
"Until Forever comes" macht das Dutzend voll. Und noch eine verträumte Nummer, die Melodie ist mir fast zu süßlich. Frauenherzen dürften aber dahin schmelzen wie Butter unter dem Schneidbrenner. Steve Overlands Gesang ist routiniert und gekonnt wie immer und besonders bei den hohen Tönen zeigt er hier seine Klasse.

Fazit: Der Name des Albums ist Programm. Steve Overland bricht musikalisch teilweise aus den früher eingeschlagenen Wegen aus. Es handelt sich nicht um eine radikale Wandlung, die Musik ist immer noch Melodic Rock / AOR aber einige der Songs sind mit Prog durchsetzt und gestalten BREAK AWAY vom Stilmix her abwechslungsreich was für die Melodien aber nur begrenzt zutrifft. Der Weg von der ganz soften Schiene zu etwas komplexeren Tönen ist gelungen und zeigt, welch ein vielseitiger Sänger Steve ist. Er macht auch hier eine ausgesprochen gute Figur. Die Musik ist nach wie vor sehr gefällig und geht gut ins Ohr, wirkt aber insgesamt gereifter und nicht mehr so weichgespült wie gerade zu frühen FM Zeiten. Manche Songs klingen allerdings zu ähnlich, es bleibt nicht viel hängen, ich hätte mir mindestens eine Ballade weniger und dafür schnellere Tracks gewünscht. Da Rydholm das Songwriting nahezu im Alleingang besorgt hat, ist wohl der Grund für wenig musikalische Abwechslung was allerdings durch die oben angesprochene Stilmischung nicht so stark auffällt.

Anspieltipps:
 "Break away ", "Like a River", "Lost in Paradise" und "Rescue me "

Tipp:
 Wer bisher hauptsächlich Melodic Rock von REO Speedwaggon, Toto oder Night Ranger gehört hat und es einmal mit ein klein wenig vertrackteren Songs versuchen möchte, hat mit diesem Album einen idealen Einstieg in den Prog Rock. Und weil nur etwa die Hälfte der Songs als Prog Rock daher kommen, ist auch für die, die FM jahrelang die Treue hielten und auf betont eingängige Nummern stehen, genügend dabei.
Ideales Album für besinnliche Stunden.

Titel-Liste:
 
  1. This Time
  2. Alive and kicking
  3. Break Away
  4. Like a River
  5. Look into your Eyes
  6. After the Fire
  7. Evangeline
  8. Heartache calling
  9. Mad mad World
  10. Lost in Paradise
  11. Rescue me
  12. Until Forever comes

Laufzeit:
 53:43 Min.

Band-Infos:
 
  • www.frozenheart.co.uk 


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