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Review: Paddy and the Rats |
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Album:
| | RATS ON BOARD, 2010, Nordic Records |
Stil:
| | Celtic Folk Rock, Punk'n'Roll |
Wertung:
| |  6,5 von 7 Punkten | | S.M., 27.02.2010 |
Review:
| | Wer die hier besprochene Platte auflegt, denke sofort: "Ah, eine irische Band! Oder vielleicht Schotten? Irgendwo von den britischen Inseln halt." Fehlanzeige! Die andere Ecke Europas ist richtig. Paddy and the Rats stammen aus Ungarn, was man ihrem Sound aber nur bei wenigen Kleinigkeiten anhört. Die sechs Leutchen aus Miskolc bringen über Nordic Records gerade ihr Debüt-Album RATS ON BOARD heraus, das viele westeuropäische Folk-Einflüsse auffasst.
Die Band besteht aus Paddy O'Reilly (Gesang, Akustik-Gitarre), Joey MacOnkay (E-Gitarre, Mandoline), Mr. Sonny Sullivan (Akkordeon), Sam "Father" McKenzie (Fiddle, Tin Whistle, Banjo, Mandoline, Sackpfeifen), Vince Murphy (Bass) und Seamus Connelly (Drums, Bodhran). Von den Künstlernamen sollte man sich nicht täuschen lassen. Die gehören nur zum ganzen Show-Auftritt der Truppe. Dahinter stecken waschechte Ungarn.
So, und nun schauen wir mal, was uns auf RATS ON BOARD musikalich so anlacht.
Ein Wahnsinns-Mix ist es jedenfalls, was uns Paddy and the Rats auf ihrem Erstwerk präsentieren. Irisch-keltische Folklore meets Punk'n'Roll meets Pub-Shanties. Das ganze angereichert mit leichten osteuropäischen Elementen, einem Hauch Country und etwas Humppa/Polka. Die nicht alltäglichen Instrumente wie Flöten, Akkordeon, Banjo, Sackpfeifen und Mandolinen heben den außergewöhnlichen Touch der Musik noch einmal hervor.
Die Kompositionen sind flott, rockig, geradlinig und eingängig, und sie machen jede Menge Stimmung. Der Jig-Rhythmus geht zielstrebig ins Blut über, ebenso wie die Melodien sich ruckzuck in den Gehörgängen breit machen. Man kann beim Hören der Scheibe kaum seine Glieder stillhalten, während sich vor dem innerlichen Auge die Bilder von ausgelassen tanzenden Seeleuten und Barmädchen abspielen.
Es ist eine dieser Scheiben, bei denen man quasi auf die Tracklist als Anspieltipps verweisen kann, da es keine wirklichen Ausfälle und Schwächen gibt. Alle Stücke vermitteln diese Frische und Spielfreude. Die beschwingte Atmosphäre führt wie ein roter Faden durch das Werk. Es gibt keine Melodie, die nicht ins Ohr ginge. Aufgrund der Seemann-Themen erinnert mich das Ganze so ein wenig an Alestorm, nur dass man deren Metal-Elemente gegen punkrockige austauschen muss.
RATS ON BOARD ist eine Anschaffung, die man kaum bereuen kann. Ich bin wahrlich nicht der große Punk-Fan, aber dieser ureigene Musik-Mix von Paddy and the Rats sprengt ohnehin jegliche Genre-Grenzen. Was aber außer dieser unheimlich guten Stimmung auch in jeder Note dieses Albums rüberkommt ist die songwriterische Perfektion. Ich kann mir vorstellen, dass gerade hinter solch locker-flockigen und einprägsamen Nummern wohlüberlegte Ideen und Arrangements stehen müssen. Und man bedenke: Paddy & Co. servieren uns gleich 15 Stück davon. Und diese klingen keineswegs alle gleich oder ähnlich, sondern es wird auch ordentliche Vielfalt geliefert. Das einzige, was sich gleicht, ist diese fröhliche Leichtigkeit der unterschiedlichen Stücke.
Gut, letztendlich muss ich mit "Song of a Leprechaun", "We will fight", "Sailor Sally", "Clock strikes Midnight" sowie der energievollen Variante des wohlbekannten "Drunken Sailor" doch noch einige Tracks heraus fischen, die ich als noch besser einschätze als die übrigen ohnehin schon sehr guten Kompositionen.
Fazit: Hier kommt die musikalische Stimmungskanone des noch jungen Jahres. Paddy and the Rats vervollkommnen auf RATS ON BOARD stilistisch, was Bands wie The Shanes bisher schon vorgelegt haben und hauchen dem ganzen noch viel mehr Energie ein. Ich bin völlig baff, was diese Neulinge hier zustande bringen. Neben dem klasse Songwriting ist auch die technische Seite einwandfrei. Und Sänger Paddy hat genau das richtige ausdrucksstarke Organ, um die stimmungsvollen Songs mal ganz klar oder auch mit angerauter Röhre zu performen. Ein absolut astreiner Auftritt von Paddy and the Rats.
Leute, kauft euch dieses Album, tanzt, trinkt und feiert ab, während ihr es hört. Es gibt keine bessere Soundberieselung dafür als RATS ON BOARD. Ihr fragt euch, warum ich ob meiner Begeisterung und meines Enthusiasmus nicht gleich die Höchstnote gebe? Nun, dies ist das Debüt-Album der Ungarn. Ich muss ihnen doch eine winzige Möglichkeit geben, sich zukünftig sogar noch zu steigern.
RATS ON BOARD ist meine musikalische Überraschung des Frühjahrs 2010! |
Tipp:
| | Die gute-Stimmung-Mucke schlechthin. Sollte in keiner Plattensammlung fehlen! |
Titel-Liste:
| | - The Six Rat Rovers
- Song of a Leprechaun
- Pub'n Roll
- Freedom
- We will fight
- Fuck you, I'm drunk
- Poor ol' Jimmy Biscuit
- Hurry Home
- Sailor Sally
- Bang!
- Ugly drunken Woman
- Clock strikes Midnight
- William
- Drunken Sailor
- Bully in the Alley
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Laufzeit:
Band-Infos:
| | www.paddyrats.com  |
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