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Review: Palace |
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Album:
| | DREAMEVILIZER, 2011, Firefield |
Stil:
Wertung:
| |  4,5 von 7 Punkten | | V.R., 13.01.2012 |
Review:
| | Welche Band klingt stärker nach Accept als es Accept phasenweise selbst getan haben? Wer sich auf die Suche nach der Antwort begeben möchte, den wird der Weg zwangsläufig nach Speyer führen, denn in jener Rheinland-Pfälzischen Mittelstadt wandeln seit den 80er Jahren vier inzwischen gestandene Herren auf urdeutschen Heavy Metal-Pfaden. Anfangs war man noch als Saints Anger aktiv, 1990 nannte man sich dann schließlich in Palace um. War das Debüt-Album TOYS OF RAGE noch eher als mäßig zu bewerten, ist der kürzlich wiederveröffentlichte Nachfolger UNSOLVED MYSTERIES schon auf deutlich höherem Niveau anzusiedeln und bietet erstklassigen melodischen Hard Rock mit leichter Heavy Metal-Schlagseite. Auf den nachfolgenden Scheiben wurde der musikalische Schwerpunkt nach und nach immer mehr in Richtung Heavy Metal verlegt, bis der Band 2008 mit dem Album DIVINE INTERVENTION schließlich ihr bisher größter Wurf gelang. Darauf präsentiert die Band astreinen typisch deutsch geprägten Heavy Metal, der stellenweise nur allzu deutlich an die genannten großen Vorbilder erinnert. Sänger H.P. Piller klingt dabei allerdings nicht wie eine Udo Dirkschneider-Kopie, sondern setzt mit seiner markanten, etwas kreischigen, aber nie unangenehmen Stimme ganz eigene Akzente. Damit genug der Hintergrundinformationen, denn viel interessanter dürfte doch sein, ob Palace mit ihrer 2011er-Scheibe DREAMEVILIZER ihr letztes geniales Werk noch übertreffen können.
Schon der Opener "Between Heaven and Hell" lässt daran leichte Zweifel aufkommen, da er zwar durchaus routinierten Heavy Metal mit ordentlich Druck im oberen Geschwindigkeitsbereich bietet, dabei aber nicht mal annähernd das Level der meisten Songs der Vorgängerscheibe erreicht. Von einem Totalausfall kann man zwar auch nicht sprechen, Palace können es einfach so viel besser.
"Sons of War" fällt nicht ganz so schnell, aber ähnlich hart aus wie der Opener. Auch dieser Titel besitzt wegen seiner uninspirierten Melodien ein großes Manko und ist weit von der sonstigen Qualität dieser Band entfernt.
Dem Titeltrack "Dreamevilizer" gelingt es dann endlich, das von den Vorgängerscheiben gewohnte Qualitätsniveau zumindest anzukratzen, da er routinierten melodischen Heavy Metal ohne unnötige Schnörkel bietet. Zwar erinnert der Song stellenweise etwas an eigene Klassiker wie "Machine Evolution", was jedoch nichts an der Tatsache ändert, dass die Band hier endlich den Beweis liefert, dass sie ihr Handwerk nicht verlernt hat.
Wirklich außergewöhnlich fällt die schleppende Hymne "Dark Prophecies" aus. Palace hatten zwar auch auf den bisherigen Alben schon ruhigere Lieder untergebracht, doch derart mystisch und düster konnte man die Band bisher nicht erleben. Damit kristallisiert sich der Song nur allzu deutlich als erstes Highlight heraus.
So langsam scheinen Palace den Bogen nun wieder raus zu haben, denn auf diesen Volltreffer folgt mit "Angelblood" sogleich ein weiterer. Der düster angehauchte Heavy-Kracher pendelt zwischen Midtempo- und Highspeed-Passagen hin und her und ist mit einem coolen Ohrwurmrefrain gesegnet, der zum Mitsingen (oder wahlweise auch -schreien) animiert. Als eigentliches Highlight stellt sich aber die hochmelodische keyboardunterstützte Bridge und das anschließende fetzige Gitarrensolo heraus.
Leider lässt die Band anschließend wieder deutlich, da auf diese beiden Highlights ein bestenfalls mäßiger Midtemporocker namens "Civilization of Rock" folgt, der sich in erster Linie durch langweilige Melodien und uninspirierte Gitarrenriffs auszeichnet.
Aber Palace können auch anders und anders heißt im Falle von "Killing Drones" schnell, hart und einfach geil. Besonders im fiesen Intro lotet die Band beinahe schon neue eigene Härterekorde aus und agiert auch danach weiter im oberen Härtebereich. Zwar hätte der Refrain noch eine Spur interessanter ausfallen können, doch das ist Meckern auf hohem Niveau.
"Planet of Slaves" steht mit seinem hochmelodischen, chorunterstütztem Refrain für eine andere Seite der Band, die es in dieser Form eher selten zu hören gibt. Doch nicht nur der Chorus, nein, auch die Bridge ist extrem melodisch ausgefallen und hat mit ihrer mystischen Atmosphäre einiges zu bieten. Damit können Palace beweisen, dass sie durchaus variabel musizieren können und anno 2011 bei Weitem nicht mehr als reiner Accept-Klon abgetan werden können.
Leider müssen Palace-Fans danach eine weitere Enttäuschung hinnehmen, denn dem arg gewöhnlichen Heavy Metal-Song "Lightfighter" gelingt es zu keiner Zeit, den Hörer für sich zu gewinnen.
Der Abschluss-Song "Destroyer of my World" bietet dann noch einmal gewohnte Palace-Kost auf hohem Niveau. So hätte dieser Titel auch problemlos auf einer der letzten Scheiben stehen können und wäre dort sogar positiv aufgefallen. Somit bieten Palace damit immerhin einen versöhnlichen Ausklang einer insgesamt etwas zwiespältigen Scheibe.
Fazit: Nun ist es raus: Das Palace-Album DREAMEVILIZER stellt eine Enttäuschung dar. Das bedeutet allerdings nicht, dass die Scheibe schlecht wäre, denn das ist sie ganz sicher nicht. Einige Songs des Albums sind sogar so gut, dass man sie glatt als neue Karrierehöhepunkte bezeichnen könnte, doch auf der anderen Seite befinden sich auf der Scheibe auch richtige Ausfälle, die man auf den vergangenen Scheiben noch mit der Lupe suchen musste. Leider sind auf DREAMEVILIZER gleich vier solcher mäßigen bis schwachen Titel zu finden, was bei einer Anzahl von zehn Songs leider unverzeihlich ist. Und die beiden schlechtesten Lieder hat die Band auch noch ausgerechnet an den Anfang des Albums gestellt, was den Hörer leicht zu falschen Annahmen verleiten könnte. Doch DREAMEVILIZER ist dank einiger sehr starker Songs im hinteren Teil des Albums glücklicherweise kein Totalausfall, man kann die Platte nur eben leider nicht bedingungslos jedem Heavy Metal-Fan empfehlen. Palace-Fans können allerdings unbesorgt zugreifen, da sie von ihrer Band über weite Strecken gewohnt gute Kost geboten bekommen und darüber hinaus auch neue Facetten ihrer Lieblingsband entdecken werden. Alle anderen hören halt vor dem Kauf mal rein und entscheiden dann, ob sechs Volltreffer vier Ausfälle ausgleichen können. Damit ist DREAMEVILIZER insgesamt eine Enttäuschung auf hohem Niveau, was insbesondere deswegen schade ist, weil angesichts der stärkeren Songs des Albums doch so viel mehr drin gewesen wäre. |
Anspieltipps:
| | "Dreamevilizer", "Dark Prophecies", "Angelblood", "Killing Drones", "Planet of Slaves", "Destroyer of my World". |
Tipp:
| | Fans von Accept, U.D.O. oder auch Judas Priest können gerne zugreifen, sollten aber sicherheitshalber aber doch mal vorher rein hören, da nicht jeder der zehn Songs überzeugen kann. |
Titel-Liste:
| | - Between Heaven and Hell
- Sons of War
- Dreamevilizer
- Dark Prophecies
- Angelblood
- Civilization of Rock
- Killing Drones
- Planet of Slaves
- Lightfighter
- Destroyer Of my World
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Laufzeit:
Band-Infos:
| | www.palace-music.de  |
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Bandinfos |
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