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Review: Paradise Lost |
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Album:
| | FAITH DIVIDES US DEATH UNITES US, 2009, Century Media |
Stil:
Wertung:
| |  6,5 von 7 Punkten | | V.R., 17.07.2010 |
Review:
| | Paradise Lost - angefangen als doom-lastige Death Metal-Band - galten spätestens seit ihrem 1993er Album ICON als DIE Gothic Metal-Band schlechthin. Ende der 90er veränderte sich ihr Stil dann plötzlich. Sie wollten mehr wie eine moderne Variante von Depeche Mode klingen. Aber diese Phase sollte nicht von Dauer sein. Von Album zu Album bewegte sich die Band immer weiter zu ihren Wurzeln zurück. Das 2007er-Werk IN REQUIEM klang dann immerhin schon wie eine Mischung aus der DRACONIAN TIMES-Episode und dem darauf folgenden, gemäßigteren ONE SECOND-Album. Doch der Nachfolger geht noch eine ganze Ecke weiter zurück in die Vergangenheit.
Mit "As Horizons end" geht es jedenfalls schon mal unerwartet düster los. Endlich zaubert Gregor Mackintosh aus seiner Gitarre wieder diese verstörend-wehmütigen Melodien, die die Fans mindestens 12 Jahre lang missen mussten. Auch Nick Holmes setzt sein Organ ein wie zu seligen ICON-Zeiten. Der schleppende Rhythmus und die tieftraurige Melodie tun ihr Übriges dazu, dass dieser Start ins Album mehr als gelungen ist. Das sind wieder die Paradise Lost, die von den Fans für ihre Meisterwerke aus den frühen 90ern geliebt werden.
Düster geht es auch bei "I remain" weiter. Wäre der etwas entspanntere Refrain nicht, könnte dieser Titel sogar vom 92er-Album SHADES OF GOD stammen. Klasse, wer hätte sich so etwas zu träumen gewagt?
Aber die Band hat auch ihre neueren Fans nicht vergessen. "First Light" klingt wie das Beste aus 2 Welten, was schon daran zu bemerken ist, dass Nick Holmes seine Stimme sehr variabel einsetzt. Sowohl das tiefergelegte Krächzen der frühen Werke als auch die melodischeren Töne der Spätwerke gibt es hier zu hören, was eine wirklich interessante Mischung ergibt.
"Frailty" ist dann wieder fast komplett Back to the Roots, wenn man es denn unbedingt mit einem Anglizismus ausdrücken will. Außerdem wird hier endlich mal wieder ordentlich das Gaspedal durchgetreten. Genau wie bei den bisherigen Liedern handelt es sich auch hierbei um einen Volltreffer.
Auch eine Halbballade ist auf dem Album vertreten. Der Titeltrack "Faith divides us - Death unites usquot; erinnert ein bisschen an die HOST-Phase, legt dann im Refrain aber richtig kraftvoll los. Ein genialer Song, der sich auch gut als Single-Auskopplung geeignet hätte.
Nach dieser Entspannung geht es bei "The Rise of Denial" umso wilder weiter. Hier wird Gas gegeben und Gregor Mackintosh darf seine Gitarre wieder zum Heulen bringen. Stellenweise schreit Nick Holmes hier sogar wie zu seligen SHADES OF GOD-Zeiten.
Der ungewöhnlichste Song auf der Platte dürfte "Living With Scars" sein, da er sogar dezent an die Death Metal-Anfangszeiten der Band erinnert. Leider kann die Melodie nicht richtig zünden, doch trotzdem ist der Song eine wirklich positive Überraschung.
Als nächstes kommt mit "Last Regret" ein schleppender, leicht doomiger Titel, der sich wieder wie eine Mischung aus alten und neueren Paradise Lost anhört. Zwar klingen die Strophen etwas langweilig, aber die traumhafte Melodie des Refrains kann den Song doch noch retten.
Dann wird es wieder härter. "Universal Dream" erinnert wieder an das SHADES OF GOD-Album und ist ein weiteres hochklassiges Lied. Spätestens jetzt sollte klar sein, dass Paradise Lost wirklich zu alter Klasse zurückgefunden haben.
Leider neigt sich das Album dann auch schon dem Ende entgegen. Der Name des letzten Songs lautet "In Truth". Und um ganz bei der Wahrheit zu bleiben, hierbei handelt es sich leider um den schwächsten Song der Platte. Das Lied gehört wieder zur Sorte "alt trifft neu", aber dieses Mal ist das Experiment nicht so richtig gelungen. Schlecht ist der Titel zwar nicht, aber doch arg mittelmäßig und mit dem extrem starken Rest des Albums kann er überhaupt nicht mithalten. Gegen Ende wird das Lied dann aber doch noch besser, was in erster Linie daran liegen dürfte, dass wir noch einmal diese herrlich weinenden Gitarren zu hören bekommen.
Fazit: Das war wirklich eine Überraschung, denn so ein starkes Album hatte ich Paradise Lost gar nicht mehr zugetraut. IN REQUIEM ging zwar auch schon zurück zu den Wurzeln, aber längst nicht so weit wie FAITH DIVIDES US DEATH UNITES US. Zudem kann dieses Album die eindeutig besseren Songs mit den zündenderen Melodien aufweisen. Bis auf den letzten Titel ist jedes Lied auf dem Album ein Volltreffer. Damit gehört die Platte zu den besten Paradise Lost-Alben überhaupt. Insgesamt ergibt das 6,5 Punkte. Die Höchstwertung wird nur verfehlt, weil ein kleiner Sicherheitsabstand zum noch stärkeren ICON-Album gewahrt bleiben muss. |
Anspieltipps:
| | "As Horizons end", "First Light", "Faith divides us - Death unites us" und "The Rise of Denial". |
Titel-Liste:
| | - As Horizons end
- I remain
- First Light
- Frailty
- Faith divides us - Death unites us
- The Rise of Denial
- Living with Scars
- Last Regret
- Universal Dream
- In Truth
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Laufzeit:
Band-Infos:
| | www.paradiselost.co.uk  |
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Bandinfos |
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