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Enjoy it! |
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Review: Paragon |
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Album:
| | SCREENSLAVES, 2008, Massacre |
Stil:
Wertung:
| |  6,5 von 7 Punkten | | J.G., 06.12.2008 |
Review:
| | Es gibt Neues im Hause Paragon zu vermelden. Nein, ich meine nicht das neue Album an sich oder Dirk Seifert, den neuen Mann am Bass oder das Cover-Artwork, das mich an den ähnlichen Stilbruch bei Dragonforce erinnert, sondern vielmehr den, meiner Meinung nach, längst überfälligen Labelwechsel zu Massacre. Remedy hat sich schließlich nicht unbedingt mit Werbemaßnahmen überschlagen und so jahrelang den Jungs aus Hamburg die Chance vorenthalten oder gar verbaut in die Gewinn bringende Oberliga aufzusteigen. Aber lieber spät als gar nicht und so bin ich gespannt, ob sich der Wechsel auch auszahlt.
Und weil wir gerade bei den Neuigkeiten sind, hat sich zugegebenermaßen auch musikalisch etwas geändert. Im direkten Vergleich zu den Vorgängern, sind die Refrains weniger mit fetten Chören zugepflastert und soundmäßig hat man ein bisschen Live-Feeling auf die Studio-Scheibe gepackt. Besonders Babuschkins Gesang kommt dadurch viel direkter und mit deutlich weniger Hall aus den Boxen. Dafür hat man gnadenlos den Basisdruck nach oben gefahren und der Rhythmusfraktion eine XXL-Rahm(Ramm-)stufe verpasst.
Ansonsten blieb auch auf SCREENSLAVES alles beim Alten (naja, fast, aber dazu später). Paragon zelebrieren weiterhin unbeirrt ihren schnörkellosen Power Metal und legen qualitativ von Album zu Album ein wenig zu. Hier ist es diesmal jedoch nicht nur der Frontmann Andreas Babuschkin, der bei den Album-Aufnahmen zur Höchstform aufgelaufen ist. Die Instrumentalisten glänzen ebenfalls ausnahmslos. Bleibt nur zu hoffen, dass sie dies auch live durchhalten.
Keine zehn Sekunden sind nötig und dann hat man in dem Opener "Hellgore" einen der typischen melodischen Highspeed-Shredder von Paragon erkannt. Hier geht die Post tierisch nach vorne ab und lediglich ein geniales Break bringt nach zwei Minuten eine kurze Verschnaufpause, die mit allmählicher Temposteigerung in ein brachiales Gitarren-Solo/Duett übergeht, dass man meint, die guten alten Accept seien wieder auferstanden. Über allem herrscht Andreas mit beachtlicher Stimmleistung, die von Album zu Album an Klasse hinzu gewinnt.
Etwas weniger melodisch, aber dafür mit dauerhaftem Basisdruck folgt mit "Disconnected" gleich der nächste Nackenbrecher. Hier ist es besonders der knochentrockene Refrain mit massiver Chorunterstützung, der richtiges Live-Feeling aufkommen lässt. Vorbei sind die Zeiten, wo Babuschkins-Stimme mit Halleffekten unterfüttert wurde.
Etwas gebremster tönen bei "Entombed" die ersten Gitarren-Riffs aus den Boxen, bis mich einer der brachialsten Drums- und Basseinsätze, die ich je erlebt habe, fast aus den Drehstuhl blasen. Selten vorher ging eine Rhythmusfraktion so direkt zur Sache ohne dabei das Tempo anzuziehen. Aber noch nicht genug des Basses. Bevor die Gitarren zu ihrem ausgiebigen Solo ausholen, setzt der Langsaiter seinen Boxentest fort und markiert für mich das erste Highlight der Scheibe.
Gab beim Vorgänger der Bass den Ton an, so ist es beim Titelsong "Screenslaves" eindeutig der Dummer, der seinen Kollegen mächtig davon zieht. Stellenweise schon fast an der Thrashgrenze, wird eine Variante nach der anderen abgefeuert. Double-Bass-Attacken und Breaks bis zum Abwinken, können jedoch Andreas und Chor nicht aus der Ruhe bringen, die eine Ohrenschmeichel-Strophe an die nächste reihen.
"Bloodfeast" gönnt den Zuhörern eine kurze Verschnaufpause. Niedriges doomartig düsteres Tempo mit fetten Chören bestimmt den ersten Teil des Songs, bis zum großen Break. Danach wird kräftig Zunder gegeben und das erste Gitarrensolo dröhnt schon aus den Lautsprechern. Nach kurzem Gesangs-Intermezzo geht es weiter mit den Gitarrensoli, die man in dem Umfang vielleicht eher von Axel Rudi Pell erwartet hätte. Was sich anfänglich noch so harmlos begann entpuppte sich schließlich als zweites fast sieben Minuten dauerndes Highlight des Silberlings.
Abgesehen vom deutlich abwechslungsreicheren Gesang von Andreas, steht "The Blade in the Dark" eindeutig für die alte und vertraute Linie der Hanseaten. Hier braucht man keine Überraschungen erwarten, sondern kann bis zur letzten Sekunde bedenkenlos abfeiern.
Von Anfang an tritt die Band bei "Death next Door" kräfig aufs Gas. Wer als Headbanger auf Beschleunigung steht, kann sich hier herrlich die womöglich letzten verbliebenen Gehirnzellen shreddern.
Tierisch groovender Galopp gibt "The killing Hand" so richtig die Sporen, dass es nur so staubt und sich auch der geschickteste Jockey mächtig in der Mähne des Gauls festkrallen muss. Einmal mehr zeigt sich, dass Killer-Riffs nicht kompliziert sein müssen. Den Rest erledigen dann noch die Drum-Attacken und Gitarren-Soli.
Wir nähern uns dem Ende des Silberlings, was jedoch noch lange kein Grund ist, "Waxworks" mit einer gehörigen Dosis Double-Bass auf die Sprünge zu helfen. Spätestens jetzt werden auch die eingefleischtesten Headbanger das Handtuch werfen, denn "Death next Door" hatte ihnen bereits schon vorher den Garaus gemacht.
Nach dem bisher Gehörten klingt die prima in Szene gesetzte Coverversion "Larger than Life" fast harmlos, fügt sich jedoch nahtlos in das bisherige Strickmuster. Anfangs stand ich ganz schön auf dem Schlauch, bis es mir wie Schuppen von den Augen fiel, Paragon covern The Backstreet Boys. Tja den umgekehrten Weg ist man einfach mehr gewohnt denn üblicherweise covern Pop-Artisten alles, was nur irgendwie Profit bringen könnte.
Zum Abschluss zollen die Hanseaten ihren italienischen Fans Tribut und geben den Titelsong "The Legacy" ihres 2003er Albums THE DARK LEGACY in einer italienischen Version "L'Eredita'" zum Besten. Ich bevorzuge da schon lieber die englische Version, aber unsere Metal-Nachbarn im Süden wird es sicherlich erfreuen.
Fazit: Was soll ich sagen? Spätestens nach dem dritten Durchlauf ist der Silberling kaum noch aus dem Player herauszubringen. Nie zuvor gaben sich Paragon so abwechslungsreich, wobei gar keine großen Sprünge getätigt wurden. Es sind vielmehr jede Menge Kleinigkeiten, die dem neuen Power Metal-Scheibchen die richtige Würze geben. Lediglich das Cover-Artwork will mir so überhaupt nicht munden, denn man muss schon genau hinsehen, um alle bekannten Trademarks wiederzufinden.
Auf alle Fälle ist es ein Kinderspiel mit diesem Album und einem satten Bassreflex-System bei genügend Verstärker-Power auch den größten Holzkohle-Grill in Rekordzeit zur Weißglut zu bringen.
Bisher war STEELBOUND, wenn auch hauchdünn, mein aktueller Album-Favorit. Zukünftig wird es wohl SCREENSLAVES sein. |
Anspieltipps:
| | "Entombed", "Screenslaves" und "Bloodfeast" sollten genügend Überzeugungsarbeit leisten. |
Tipp:
| | Das Fazit sagte es eigentlich schon: Paragon- und Power Metal-Fans, diesen Silberling solltet ihr nicht unbeachtet im Laden stehen lassen. |
Titel-Liste:
| | - Hellgore
- Disconnected
- Entombed
- Screenslaves
- Bloodfeast
- The Blade in the Dark
- Death next Door
- The killing Hand
- Waxworks
- Larger than Life
- L'Eredita' (The Legacy - italienisch)
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Laufzeit:
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