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Review: Parkway Drive
 
DEEP BLUE

Album:
 DEEP BLUE, 2010, Epitaph

Stil:
 Metalcore

Wertung:
 5,5 von 7
5,5 von 7 Punkten
 M.U., 06.07.2010

Review:
 Parkway Drive sind eine Band aus Byron Bay, Australien, die 2003 gegründet wurde. Im gleiche Jahr erscheint schon eine Split-CD mit dem Titel I KILLED THE PROM QUEEN und die Band ist auch auf der Byron-Bay-Hardcore-Compilation WHAT WE´VE BUILT vertreten. Im darauffolgenden Jahr bringt man die EP DON’T CLOSE YOUR EYES (erinnert an CLOSE YOUR EYES von den Beatles) beim Label Resist Records in Sydney (erscheint 2006 als Re-Release). 2005 spielen sie ihr Debütalbum KILLING WITH A SMILE ein unter Mithilfe des Killswitch Engage-Gitarristen Adam Dutkiewicz. Seit 2006 wird das Album unter dem Label Epitaph Records vertrieben. Es wird weiter gearbeitet. 2007 erscheint das dritte Album und zwei Jahre später kommt noch eine DVD namens PARKWAY DRIVE auf dem Markt. Im April 2010 werden die Aufnahmen zum aktuellen Album DEEP BLUE abgeschlossen, produziert von keinen Geringeren als Joe Barresi (Queens of the Stone Age, Bad Religion, Tool). Endgültig auf dem Markt kommt das Album am 25.06.2010. Auf dem Album geben Brett Gurewitz (Bad Religion) und Marshall Lichtenwaldt (The Warriors) einen Gastauftritt.

Man lässt sich schon ein bisschen Zeit, bis der Song "Samsara" anfängt. 30 Sekunden Stille bei einer Spielzeit von 1:38 Minuten. Und dann kann man den Song nicht wirklich richtig zuordnen, auch wenn es dann doch noch ein etwas Gesang gibt. Der ist allerdings schon sehr tief und düster.
Und dann schlägt der eigentlich erste richtig Song "Unrest" knallhart zu. Also wie Metalcore klingt das nicht. Das ist schon eher Black oder Death Metal. Wenigstens stimmlich bewegt man sich diesen Gefilden. Allerdings sind die Instrumente auch nicht gerade von der leisen Art.
Und weil es so schön war, geht es mit "Sleepwalker" im gleichen Takt weiter. Eine gewisse Härte und Brutalität lassen sich definitiv nicht leugnen.
"Wreckage" lässt einen nicht alleine im Regen stehen. Denn der Regen ist eher ein Gewitter aus harten, genialen Gitarrenriffs, unterstützt von einem sehr deutlich hörbaren Schlagzeug und der Grundstimmung, dargebracht durch den Sänger. Ab und zu verfällt man dann doch irgendwie in ein paar sehr melodiöse Gitarrensoli, die eher an die alten Rockbands erinnern.
Mit ein paar gelungenen Gitarrenriffs beginnt "Deadweight". Und diese Riffs haben in sich. Die sind wirklich klasse. Der Schlagzeuger holt mal wieder aus dem Instrument heraus, was die Trommelfelle hergeben.
Ups, was ist das? Ganz neue Töne. Sehr ruhig, sehr melancholisch, sehr balladenhaft. Das sind die Attribute zum Song "Alone". Zwar gibt es auch ein bisschen harten Stoff, dennoch bleibt er eher einer der gelassenen Art. Soll man wohl an dieser Stelle eine Verschnaufpause einlegen?
"Pressures" und "Deliver me" bringen uns wieder auf den Boden der Tatsachen zurück. Knallhart und gnadenlos brüllt der Sänger seinen Text ins Mikrofon. Dazu ein tierisches wildes Schlagzeug und eine Gitarre, die ebenso kein Erbarmen kennt. Aber auch die eingestreuten Soli sind nicht von schlechten Eltern. Ein toller Groove. Wenn der Drummer sein Instrument bisher noch nicht in die ewigen Jagdgründe befördert hat, dann dürfte dies wohl hier spätestens der Fall sein. Bewundernswert, besonders für mich, da ich früher auch mal Schlagzeug gespielt habe. Aber das ist lange lange her.
Bei Song "Home is for the Heartless" gibt Brett Gurewitz von Bad Religion ein Gastspiel. Der Anfang ähnelt dem ersten Song. Es dauert etwas, bis man etwas auf die Ohren kommt. Und dann schleicht er sich wie ein Raubtier von hinten an. Erst ganz leise, dann immer lauter werdend. Im Vergleich zu den anderen Songs ist dieser etwas ruhiger und melodischer. Nicht ganz so brutal. Liegt wohl mit Sicherheit auch am Gastmusiker.
Und weil wir schon bei Gastmusikern sind. Einen hab' ich noch: Im Song "Hollo" gibt sich Marshall Lichtenwaldt (The Warriors) die Ehre.. Auch dieser Song ist nicht ganz so hart wie die anderen. Die Spielweise ist der Grund. Zwar geht nicht so melodisch zu, aber auch nicht so gnadenlos brutal. Eher eine gelungen Mischung aus beiden Stilrichtungen. Der Song ist eher was für Metalcore.
Beim Song "Leviathan I" musste ich sofort an die Bonner Death Metal Band Leviathan denken. Gut, mit Death Metal haben wir es hier weniger zu tun, aber dennoch mit einem sehr hart gespielten Song, der sich nahtlos in die Reihe seiner Vorgänger einordnen lässt.
Und zu allerletzt zerstören wir noch einmal alles. "Set to Destroy" zerstört aber nicht die Meinung über dieses Album. Denn das kann dieser Song gar nicht. Der bildet einen perfekten Abschluss für dieses Album und schließt musikalisch den Kreis.

Fazit: Puh! Das war ein Stück Arbeit. 13 Songs mit voller Power. Voll eines harten Gesangs, voll einer harten und aggressiven Stimme. Voll eines unbarmherzigen Schlagzeugers, voll eines genialen Gitarristen. Das Album kann sich wirklich sehen lassen und braucht sich keineswegs verstecken. Auch wenn man die eigene Stilrichtung als Metalcore bezeichnet, so tendieren die Songs doch eher in Richtung Death oder Black Metal. Was keineswegs ein Manko darstellt. Eher eine weitere Empfehlung für Anhänger dieser Stilrichtungen.

Anspieltipps:
 "Unrest", "Sleepwalker", "Wreckage", "Pressures", "Home is for the Heartless" und "Hollo".

Titel-Liste:
 
  1. Samsara
  2. Unrest
  3. Sleepwalker
  4. Wreckage
  5. Deadweight
  6. Alone
  7. Pressures
  8. Deliver me
  9. Karma
  10. Home is for the Heartless (ft. Brett Gurewitz, Bad Religion)
  11. Hollo (ft. Marshall Lichtenwaldt, The Warriors)
  12. Leviathan I
  13. Set to Destroy

Laufzeit:
 45:05 Min.

Band-Infos:
 
  • www.parkwaydriverock.com 

  • Probehören und Kaufen:
    Parkway Drive: DEEP BLUE

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