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Review: Perfect View |
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Album:
| | HOLD YOUR DREAMS, 2010, Avenue of Allies |
Stil:
Wertung:
| |  5 von 7 Punkten | | J.G., 03.11.2010 |
Review:
| | Nicht zuletzt mit tatkräftiger Unterstützung heimischer Label wie Frontiers und Avenue of Allies springen immer mehr rockorientierte italienische Bands auf den AOR- bzw. Melodic-Zug auf, um es den amerikanischen und anderen europäischen Vorbildern gleich zu tun.
Einerseits ist es erfreulich, dass Rock und Metal, wenn auch in Abstrichen bei den Härtegraden überhaupt neben dem kommerziell übersteigerten Popgedöns noch Entfaltungsräume gibt, denn was wären die großen Label-Multis ohne ihre Moneymaker von Metallica und Co.? Richtig, mit Pop alleine schon längst in den roten Zahlen. Will aber keiner hören und gehört auch nicht hier her.
Andererseits wird es zunehmend schwieriger sich auf diesem AOR-Gebiet mit einer gewissen Eigenständigkeit vom geballten Rest abzusetzen. Und so standen die Italiener von Perfect View mit Sänger Massimiliano Ordine, Gitarrist Francesco Cataldo und Drummer Luca Ferraresi 2008 vor einer großen Aufgabe, als sie ihre Band gründeten. Die Marschrichtung war klar, AOR mit Wurzeln bei Toto, Journey und Co. sollte es sein, angereichert mit einigen progressiven Elementen. Mit Cristian Guerzoni am Bass und Pier MAzzini an den Keyboards war einige Monate später auch das Line-Up komplett, sodass der Schaffung des Debüts HOLD YOUR DREAMS unter Beteiligung aller nichts mehr im Wege stand.
Bereits beim Opener "A better Place" zeigt sich schnell, dass die Rechnung aufgegangen zu sein scheint. Mit dem glücklichen Händchen für Melodien stehen sie den internationalen AOR-Größen in nichts nach. Ausgewogene Arrangements mit gefälliger Gesangslinie, dezenten Keyboard-Teppichen und rockigen Gitarren sorgen für die AOR-typische Balance von Härte und melodischer Eingängigkeit.
Das Radio im Visier, bekommt man mit "Closer" sicherlich die nötige Sendezeit, jedoch fällt es schwer, sich musikalisch gegen die Armada gleichagierender Bands durchzusetzen. Alles schon hundertmal gehört und auch gleich wieder vergessen.
Die Keyboards verraten bei "Believe" sofort die Wurzeln, denn dieser Song könnte ebenso aus der Feder von Toto stammen. Selbst der mehrstimmige Gesang ist den US-Rockern nachempfunden. Handwerklich solide, aber auch irgendwie zu nah am Original.
Freunde von Balladen werden bei "A Reason to fight" und dem Schlussakt "Where's the Love" sicherlich ins Träumen geraten, denn vor allem letzterer schwelgt in symphonischen Gefilden und macht Seelebaumeln kinderleicht.
Leider sind die tougheren Rocker wie "Run" oder "Don't run away" und ansatzweise "Speed Demon" zu spärlich gestreut. Klar ist die Idee eines startenden Bikes Bei "Run" so ausgelutscht wie der Pfirsichkern in einenm Bud Spencer Film, aber der frische Schwung zwischendurch und der kraftvolle Gesangseinsatz tut meinem Ohr einfach gut und vertreibt die manchmal zu gut gemeinte Gefälligkeit.
Auch die stelleweise progressiven Untertöne ändern am Gesamtbild wenig. Melodischer Rock von der Stange, musikalisch perfekt in Szene gesetzt, jedoch ohne große markante Höhen, die das Album deutlich sichtbar über die köchelnde Oberfläche des AOR-Suppentopfs mit allen Konkurrenten heben würde. Wäre das Album insgesamt druckvoller und hätte überwiegend Songs, wie die drei letztgenannten zu bieten, sähe die Sache meiner Meinung nach anders aus.
Fazit: Dank der üppigen Arrangements, sicheren Instrumentenführung und Spieldauer kann sich Perfect View gerade noch an der 5 Punktegrenze festklammern. Ansonsten klingt auch nach mehrmaligem Hören vieles einfach zu ähnlich (auch gegenüber Genre-Kollegen) und trotz großer Gefälligkeit bleibt erschreckend wenig hängen. Da fragt man sich nach dem Durchlauf schon: "Brauch' ich noch 'ne Runde oder ist's gut?" Einzige Lichtblicke sind Songs der zweiten Hälfte mit deutlich rockigerem Anstrich und variablerer Gesangslinie, egal ob bei "Run" oder "Speed Demon", der sogar noch mehr Erwartungen schürt, als er erfüllt. Es bleibt ein solide gemachter AOR, den man bereits zur Hochzeit der Altmeister Toto, Journey oder Winger zur Genüge gehört hat. Der groß angekündigte "Van Halen"- oder "Lynch Mob"-Anstrich wurde jedenfalls so gut versteckt oder mit Keyboards überpinselt, dass ich ihn noch nicht gefunden habe. |
Anspieltipps:
| | "A better Place", "Run", "Don't run away" und "Speed Demon". |
Tipp:
| | AOR-Nimmersatts können auch hier wieder einmal bedenkenlos zugreifen, denn musikalisch gesehen ist es ein grundsolides Album. |
Titel-Liste:
| | - A better Place
- Closer
- One more Time
- Believe
- A Reason to fight
- I need your Love
- Run
- Don't turn away
- Hold your Dreams
- Showtime
- Speed Demon
- Where's the Love
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Laufzeit:
Band-Infos:
| | www.perfectviewtheband.com  |
Probehören und Kaufen:
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