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Review: Pertness |
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Album:
| | FROM THE BEGINNING TO THE END, 2010, Karthago |
Stil:
Wertung:
| |  4,5 von 7 Punkten | | V.R., 19.01.2011 |
Review:
| | Die Schweiz ist musikalisch gesehen, wenn man mal über die Grenzen der Popmusik und DJ Bobo oder Frau Stirnimaa hinausblickt, in erster Linie für erdige bodenständige Hardrockklänge bekannt. Mit Krokus fing alles an, später folgten Bands wie Gotthard, Shakra oder Crystal Ball. Doch auch europäisch geprägter melodischer Power Metal scheint für die Alpenbewohner längst kein Fremdwort mehr zu sein und mit Pertness gibt es einen durchaus interessanten Vertreter dieser Richtung. Auf das 2008 erschienene Debutalbum SEVEN TIMES ETERNITY folgte bereits Anfang 2010 die zweite Platte namens FROM THE BEGINNING TO THE END, um die es in dieser Rezension nun gehen soll.
Wenig überraschend trägt der Opener des Albums den Namen "From the Beginning". Musikalisch wird dem Hörer ebenfalls nichts Überraschendes geboten, sondern bodenständiger Power Metal in gepflegtem Midtempo. Doch das muss ja gar nichts Schlechtes bedeuten, und in der Tat lädt der Titel mit seinen ohrwurmlastigen Melodien durchaus zu entspanntem Headbangen ein. Die Vocals sind allerdings, wie auch bei den folgenden Songs, ziemlich gewöhnungsbedürftig und erinnern eher an etwas härtere Bands wie Rage oder Grave Digger.
Sehr stimmungsvoll, mit sanften Geigenklängen, die allerdings wohl eher der Konserve entstammen, beginnt der zweite Titel "Invisible Chains". Nach kurzer Zeit wird dann das Tempo ordentlich, bis in klassische Power Metal-Bereiche hinein, angezogen, nur um es wenig später wieder in den Midtempobereich runterzuschrauben. Und auch im weiteren Verlauf lebt der Titel von diesen Tempiwechseln ebenso wie von den schönen Melodien, so dass der Song insgesamt als gelungen zu bezeichnen ist.
Kurz und knackig geht es weiter mit dem weniger als drei Minuten langen "Foggy Dew". Vom ruhigen Intro mal abgesehen wird bei diesem Lied durchgehend Vollgas geboten. Irgendwo zwischen Blind Guardian und Skyclad ist der Titel stilistisch anzusiedeln, ohne dabei allerdings das hohe Niveau der Vorbilder zu erreichen. Gute Mittelklasse wird aber dennoch geboten.
Wer mehr auf atmosphärische Midtemposongs steht, den könnte "Blood Rain" durchaus ansprechen, denn hier können Pertness ihre Stärken voll ausspielen. Ein bisschen langsamere Grave Digger, eine Prise The Storyteller, fertig ist ein absolut gelungener und stellenweise fast schon epischer Ohrwurmtitel, der mit gut drei Minuten allerdings ein bisschen zu kurz ausgefallen ist.
Doch genug davon, denn bei "My Prophecy" werden dann härtemäßig einige Schippen draufgepackt, hier ist man von Bands wie Mystic Prophecy oder Rage wirklich nicht mehr weit entfernt. Zwischendurch werden aber immer mal wieder ruhigere Parts eingeschoben, die für Stimmung und Abwechslung sorgen und den Titel zu einem der besten Songs des Albums machen.
Von ihrer epischeren Seite zeigen sich Pertness dann wieder bei "Another innocent Victim". Zwischendurch werden zwar auch schnellere Parts eingeschoben, doch insgesamt überwiegen hier eindeutig verspielt-rhythmische Midtempoklänge. Qualitativ kommt der Song aber leider nicht ganz an das Niveau der letzten Titel heran.
Die verträumten Melodien zu Beginn von "The Legacy" lassen einen echten Volltreffer erwarten, doch leider ist der Titel eher im Mittelmass anzusiedeln. Zu gewöhnlich, zu harmlos, ja vielleicht auch einfach zu langweilig kommt dieser Midtempo-Song daher. Die Stärken im melodischen Bereich, die Pertness bei vielen anderen Liedern des Albums ausspielen, scheinen sie hier über Bord geworfen zu haben.
Bei "Decline" kriegen Pertness glücklicherweise wieder die Kurve. Der Titel ist gespickt mit feinen Ohrwurmmelodien und auch der Headbangfaktor liegt hier wieder um einiges höher als bei den letzten beiden eher schwächeren Nummern.
Ähnliches lässt sich auch über den neunten Titel namens "Walk alone", wobei dieser sogar noch mehr überzeugen kann als die vorige Nummer. Hier sind alle Stärken der Band in einem Song vereint. Epische Melodien sind genauso vorhanden wie harte Mitgehparts. Schade, dass nicht alle Titel des Albums auf diesem Niveau sind, denn sonst wäre die Platte ein echter Volltreffer geworden.
Ballade gefällig? Der Beginn von "Remember their Faces" lässt eine solche vermuten, doch falsch gedacht, denn die Platte kommt völlig ohne Quotenballade aus. So wird hier dann nach kurzer Zeit das Tempo auch etwas angezogen und in den Midtempobereich verlegt, nur um dann wenig später noch mal zuzulegen. Was lässt sich sonst noch über den Titel sagen? Leider nicht viel gutes, denn irgendwie wirkt der ganze Song ziemlich ideenlos, und auch die knüppelharten Vollgasparts im weiteren Verlauf können daran wenig ändern.
Weil alles, was beginnt, auch einmal enden muss, trägt das letzte Stück der Platte den simplen Namen "The End". Wem der Gesang bisher zu aggressiv war, der wird mit diesem Titel mit Sicherheit gar nichts anfangen können, denn hier gibt es sogar melodische Grunts zu hören. Ansonsten hat der Song leider nicht viel zu bieten und stellt einen eher enttäuschenden Abschluss eines ansonsten gutklassigen Albums dar.
Fazit: FROM THE BEGINNING TO THE END lässt mich ein wenig zwiegespalten vor den Boxen zurück. Einerseits können Pertness durchaus starke Songs komponieren und haben für griffige Melodien ein gutes Händchen. Bei einigen Songs hat man nur leider das Gefühl, dass sie ihr Talent nicht voll ausnutzen und stellenweise sogar völlig über Bord werfen. Besonders der letzte Song des Albums ist dermaßen schwach und belanglos ausgefallen, dass einige Hörer den CD-Spieler sicher schon vor dem Ende der Platte ausschalten werden. Hätte man die starken Songs noch weiter ausgebaut und die schwächeren Titel weggelassen, dann hätten wir es hier mit einer absoluten Top-Scheibe zu tun. So reicht es aber letzten Endes nur zu einem guten Alben – und gute Alben gibt es wie Sand am Meer, so dass die Gefahr groß ist, dass die Platte in der Masse der Veröffentlichungen untergehen könnte. Doch das haben Pertness letzten Endes nicht verdient, denn das Potential zu etwas Größerem ist ja durchaus vorhanden und schimmert an allen Ecken und Enden durch. Hoffen wir also, dass Pertness sich beim nächsten Album ganz auf ihre Stärken besinnen und es dann für mehr als 4,5 Punkte reichen wird. |
Anspieltipps:
| | "Invisible Chains", "Blood Rain", "My Prophecy", "Decline", "Walk alone" |
Tipp:
| | Fans des klassischen Power Metals mit kleineren Ausflügen in den epischen Bereich dürfen gerne ein Ohr riskieren, sofern sie mit etwas heftigerem Gesang keine Probleme haben. |
Titel-Liste:
| | - From the Beginning
- Invisible Chains
- Foggy Dew
- Blood Rain
- My Prophecy
- Another innocent Victim
- The Legacy
- Decline
- Walk alone
- Remember their Faces
- The End
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Laufzeit:
Band-Infos:
| | www.pertness.ch  |
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