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Review: Perzonal War
 
BLOODLINE

Album:
 BLOODLINE, 2008, AFM

Stil:
 Thrash Metal

Wertung:
 5 von 7
5 von 7 Punkten
 J.G., 02.06.2008

Review:
 Von Bloodrayne 'sehen' zu BLOODLINE 'hören', gestaltet sich mein heutiger Abend recht blutig.
Seit dem letzten Album der Bonner Thrash Metaller WHEN TIMES TURN RED von 2005 sollten ein paar Millionen Hektoliterchen Wasser den Rhein hinunter geflossen sein. Und seit dem ordentlichen Album ohne wirkliche Höhen und Tiefen, bin ich gespannt, wieviele Schippchen man seitdem drauf gepackt hat. Was mir sofort auffällt, ist die Liste der Gäste, die bei der Veredelung des Neulings BLOODLINE ihren Beitrag leisten durften. Da wären zunächst die beiden Gitarristen Victor Smolski (Rage) und Manni Schmidt (Grave Digger), die einige Parts eingespielt haben. Als Gesangs-Unterstützung konnte man noch Wiley Arnett (Sacred Reich), Gus Chambers (ex-Grip Inc.) und **augenreib** Schmier (Destruction) verpflichten. Ja wo ist denn diesr Kerl Schmier zur Zeit eigentlich nicht dabei? Destruction hat ein neues Album in den Startlöchern, Headhunter kam gerade auf den Markt und wenn er gar nicht mehr weiß, was er tun kann, besucht er einfach das Thrash-Assault #2 in Würzburg um der Konkurrenz beim Spielen zuzuhören - und dabei noch über unseren Redakteur Michael S. zu stolpern. Aber das ist wieder eine andere Geschichte...

"Evolution" bringt es schon mit dem Titel auf den Punkt. Perzonal War sind reifer geworden und haben sich weiter entwickelt. Die raue Thrash-Schale hat einen melodischen Refrain verpasst bekommen ohne dass dabei auf Härte und Tempo verzichtet wurde. Die ultratiefen Drumeffekte sorgen zusätzlich für Gänsehaut-Feeling.
Etwas schneller und härter, jedoch mit ähnlichen ultratiefen Drums kann auch "Utopia" überzeugen. Der Refrain ist wieder etwas gefälliger als früher, jedoch kaum als Ohrenschmeichler zu bezeichnen.
Irgendwie zwischen Kreator und Ektomorf, also zwischen Klassik und Moderne bewegt sich das bisher härteste Teil "All Sides black". Interessanterweise hat man hier die neu verordnete Melodik in das Solo von Victor Smolski gepackt.
Fast hymnisch jedoch mit deutlichem Thrash-Unterbau versucht "This Dead Meaning" mit verzerrtem Gesang, mehrstimmigem Chor im Refrain und ein paar elektronischen Spielereien neue Akzente zu setzen, die durchaus Gefallen finden.
Tierisch nach vorne ab geht "Two Borders" und kann spielend mit Kampfpanzern konkurieren, wenn es um das Abfeuern von Riff-Salven geht. In Deckung, Leute!
Wer bis jetzt noch keine Nackenschmerzen verspürt hat, der sollte bei "Infected Choice" Vorsicht walten lassen, denn Bangen ist hier fast Pflicht.
Nachdem man bei dem groovenden "Dying Face" etwas verschnaufen konnte, wird für "New Confidence" bereits wieder voller Einsatz abverlangt. Lediglich beim ansatzweise melodischen Refrain ist kurzes Schnappen nach Sauerstoff möglich.
Für die Schlussrunde haben Perzonal War doch tatsächlich eine Ballade zusammengebastelt. Akustik-Gitarren zu Beginn von "The same Blood" sollen jedoch nicht darüber hinweg täuschen, dass wir hier ein Thrash-Album im Player haben. Ergo, für Härte und Volumen wird gesorgt und die Akustik-Klampfe schnell ad acta gelegt. Dies tut jedoch der Ballade keinen Abbruch und so endet ein respektables Album mit, für Thrash-Verhältnisse, besinnlichen Tönen.

Fazit: Was beim Vorgänger noch irgendwie nach 'Schema F' heruntergedroschen wurde, hat hier deutlich mehr Leben und vor allem Melodik verpasst bekommen. Angenehm dabei ist, dass dafür nur selten Ecken und Kanten geopfert wurden. Die überwiegende Beschränkung auf einen melodischen Refrain und eine etwas harmonischere Gesangslinie kommt den aggressiven Drum-Parts und kompromisslosen Gitarren-Riffs niemals in die Quere. In jedem Fall ein Schritt nach vorne und das will heutzutage schon was heißen.
Lediglich die Produktion könnte zukünftig noch etwas sauberer ausfallen. Da zischen mir doch zu oft die mittleren und hohen Lagen bei den Gitarren, was nicht sein müsste. Ok, ab einem bestimmten Lautstärkepegel sind es die Lauscher selbst, die pfeifen und zischen, aber man muss ja nicht immer volle Pulle...

Tipp:
 Perzonal War-Fans bekommen die erwartete Kost mit ein paar runderneuerten Stellen, zusätzlichen Seitenschwellern und einem schicken Spoiler. Metal-Fans, die sich bisher schon vom Begriff 'Thrash' abschrecken ließen, sollen hier ruhig ein Ohr riskieren.

Titel-Liste:
 
  1. Evolution
  2. Utopia
  3. All Sides black
  4. This Dead Meaning
  5. Two Borders
  6. Shred
  7. Infected Choice
  8. Dying Face
  9. New Confidence
  10. More than a Day
  11. The same Blood

Laufzeit:
 55:14 Min.

Band-Infos:
 
  • www.perzonalwar.de 


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