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Review: Pharaoh |
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Album:
| | BE GONE, 2008, Cruz Del Sur |
Stil:
Wertung:
| |  4,5 von 7 Punkten | | S.M., 08.08.2008 |
Review:
| | Pharaoh erhielten für ihr 2006er-Werk THE LONGEST NIGHT gute Kritiken, obwohl sie musikalisch in erster Linie Iron Maiden-Trademarks verwenden. Haben sie in ihrem neuen Album mehr eigene Ideen untergebracht oder ist BE GONE nur ein willkommener Überbrücker der Wartezeit auf neuen Stoff der eisernen Jungfrauen?
Zum Line-Up der amerikanischen Pharaonen gehören Tim Aymar (Vocals), Chris Black (Drums), Matt Johnsen (Guitar) und Chris Kerns (Bass).
Der Opener "Speak to me" kann mit gelungenen Riffs aufwarten. Dafür wird mir die Hookline zu oft unterbrochen und der Höhepunkt ist wenig mitreißend. Tim Aymar hat zwar ein interessantes Organ in mittlerer Tonlage mit sehr rauhem Unterton, aber es fehlt offenbar ein wenig an Lungenvolumen.
"Dark new Life" hat einen starken Aufbau, der mich sehr an Kompositionen von Iron Maiden erinnert. Die Melodie und der Refrain können sich sehen lassen. Aymars Stimme bleibt gewöhnungsbedürftig, da er die höheren Töne nicht perfekt trifft. Das Riffing und das Solo sind vom Feinsten. Die beiden Riot-Gitarristen Mark Reale und Mike Flyntz leisten ihren Landsmännern hier einen gelungenen Gastbeitrag.
Mit "No Remains" wird der Weg des traditionellen Heavy Metal verlassen und ein wenig dem Power Metal gefröhnt. Entfernte Vergleiche zu Running Wild kommen mir in den Sinn. Der Song kann mit einer eingängigen Hookline glänzen und auch der Höhepunkt ist gelungen. Der rauhe, fast aggressive Gesang passt sehr gut. Auch das Solo ist gekonnt, dafür führt der Bass ein arges Schattendasein, ist praktisch nur mit höchster Konzentration zu vernehmen.
Das Mainriff von "Red Honour" geht mit seinem melodischen Touch sofort ins Ohr. Der Aufbau ist verhalten und die Parallelen zu ähnlich geartete Maiden-Stücke sind sofort wieder vorhanden. Der Track lebt ein bisschen von seinem Gitarrenspiel. Der einigermaßen hymnische Refrain ist in Ordnung, die Stimme zeigt wieder leichte Schwächen.
"Buried at Seas" ist mit knapp über sieben Minuten der längste Track des Albums. Er ist deutlich progressiv arrangiert und wartet immer wieder mit Tempo- und Rhythmuswechseln auf. Trotz der Komplexität wird aber die Grundhookline nie aus den Augen gelassen, sondern konsequent weiterverfolgt. Aymar macht hier einen ganz guten Job und kann die unterschiedlich ausgeprägten Emotionen ganz gut ausdrücken. Beim Höhepunkt wird meines Erachtens Energie verschenkt, denn er hätte durchaus etwas intensiver ausfallen dürfen.
Bei "Rats and Ropes" wird wieder die rhythmische Keule ausgepackt und das Tempo ordentlich angezogen. Ansonsten wird hier gekonnt ein recht vertrackter Aufbau mit einer gewissen Eingängigkeit verbunden, was songwriterisch sicherlich hohe Ansprüche stellt. Merkwürdig mutet nur das sehr abrupte Ende an.
"Cover your Eyes and pray" zeigt instrumental und gesanglich die melodische Seite von Pharaoh. Das Stück liegt irgendwo zwischen einer Ballade und einem Melodic-Metal-Track. Der Aufbau ist schön harmonisch und der Refrain geht gut ins Ohr.
Die Maiden-Assoziationen kommen mir beim Einleitungs-Riff von "Telepath" sofort wieder in den Sinn und verlassen mich auch so schnell nicht wieder. Das Stück ist mit seinen melodischen Gitarrenleads und dem druckvollen, vorantreibenden Rhythmus durchaus gelungen, klingt aber doch insgesamt arg nach Kopie.
Der Titeltrack "Be gone" überrascht mich mit einem fast symphonisch-virtuosen Lead-Gitarren-Intro. Danach greift man auf einen typischen Iron-Maiden-Aufbau zurück und verschenkt die Möglichkeit, mal ein ganz eigenes, akzentuiertes Stück zu schaffen. Das Fehlen eines wirklichen Höhepunktes zieht den Song noch weiter nach unten. Er plätschert nur belanglos vor sich hin. Bleibt nur wieder das Gitarrenspiel lobend zu erwähnen.
Fazit: Pharaoh scheinen Iron Maiden zu verehren. Es ist ja auch in Ordnung, diese Einflüsse in die eigene Musik zu integrieren, doch da muss einfach ein gesundes Maß gefunden werden. BE GONE klingt mir zu oft nach einer billigen Kopie von Iron Maiden. Und ich muss sogar sagen, es habe schon bessere "Maiden-Kopierer" gehört (Steel Prophet, Exhibition).
Das Gitarrenspiel muss klar hervorgehoben werden, denn es ist wirklich gekonnt. Mal virtuos und verspielt, mal mit recht einfachem, aber trotzdem mitreißenden Riffing. Auf jeden Fall aber immer kompositorisch klug eingesetzt. Die Rhythmusarbeit ist bodenständig, wobei der Bass manchmal etwas untergeht. Sänger Tim Aymar kann mich nicht voll überzeugen. Er mag einen ungewöhnlichen Stimmklang haben, doch fehlt es bisweilen an Volumen und Power. Und mit höheren Tönen hat er durchaus seine Schwierigkeiten. Das Songwriting ist - abgesehen von den allgegenwärtigen Maiden-Ähnlichkeiten - ganz akzeptabel. An einigen Songs hätte noch ein wenig gefeilt werden müssen, insbesondere was Eingängigkeit und Höhepunkte angeht.
Alles in allem ist BE GONE nur ein Werk des vorderen Mittelfeldes, da es kaum eigene Ideen beinhaltet und einfach zu wenig wirkliche Akzente setzen kann. Pharaoh müssten meines Erachtens zusehen, dass sie mehr eigene musikalische Trademarks entwickeln. |
Tipp:
| | Wer alles haben muss, was irgendwie nach Iron Maiden klingt, kann hier bedenkenlos zugreifen. Alle anderen sollten sich vor einem Kauf eine auführliche Hörprobe gönnen. |
Titel-Liste:
| | - Speak to me
- Dark new Life
- No Remains
- Red Honor
- Buried at Sea
- Rats and Rope
- Cover your Eyes and pray
- Telepath
- Be gone
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Laufzeit:
Band-Infos:
| | www.solarflight.net  |
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