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Review: Philiae |
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Album:
| | PROPAGANDA, 2007, Abandon |
Stil:
Wertung:
| |  3 von 7 Punkten | | M.K., 14.09.2007 |
Review:
| | Philiae aus Hamburg veröffentlichen mit PROPAGANDA ihr zweites Album. Vorher gab es im Jahr 2003 SCAPEGOD auf die Ohren. Als Eckdaten werden stilprägende Gruppen wie Pink Floyd, Nine Inch Nails oder Katatonia angegeben. Klingt interessant.
Begonnen wird das Album mit "The Art of Entertainment". Neben etwas ruhigem Synthesizig im Hintergrund gibt es noch langsame, sich wiederholende Gitarrenmelodien sowie ein anfangs ruhiges und schäbig produziertes, später normal klingendes Schlagzeug auf die Ohren. Noch dazu darf sich der ein oder andere Riff unter die Mixtur mischen, während der Gesang von Guido Maria Kober flüsternd einsetzt. Aber es darf auch klar und laut gesungen werden. Hierbei wird die ruhige Melodie von Riffs ersetzt. Gesanglich fühlt man sich hier ab und zu an Mudvayne erinnert. Das Songwriting ist recht lineal und dementsprechend eingängig. Der Opener ist also gelungen.
Mit dem nur 01:26 Minuten langen ":" geht es weiter. Hier geht es direkt weiter mit dem Ende des Openers, flüsternde Vocals sind zu hören. Übrig bleibt maschinelles Gewusel sowie ein ruhig spielendes Klavier. Silent Hill-Soundtrack-mäßig geht die Band hier zu Werke. Spektakulär sieht anders aus, aber als Intermission zu gebrauchen.
Wieder direkt im Anschluss folgt ".Diorama". Hier dominiert ein schwerer Riff von Gitarrist John Keffer zu Beginn, während danach Kober mit gefühlvollem Gesang glänzen kann. Hört sich gut an. Die Band bleibt größtenteils relativ ruhig, das Schlagzeugspiel von Julien Schmidt dominiert in den Strophen. Im Refrain kommen wieder schwere Riffs hinzu, während sich das Klavier durch den ganzen Song zieht. Eine gute Mischung, die an die alten Balladen von Marilyn Manson erinnert. Sehr intelligentes, fehlerfreies Songwriting. Das Ende des Songs überrascht, der Player springt auf den vierten Track um...
...den zum wiederholten Male folgt keine Pause zwischen den Songs, das Ende von ".Diorama" stellt den Beginn von "The World" da. Auch dieser Song ist ruhig, es fällt kaum auf, dass es sich um zwei verschiedene Songs handelt. "The World" hat jedoch klar den stärkeren Refrain mit guten Lyrics sowie musikalisch, gerade vom Sounds- und Visuals-Mann Patrick Debus mehr zu bieten. In der Mitte des sechsminütigen Songs wird mit harten Riffs gearbeitet, die sich mit vertracktem Drumming und interessanten Geräuschen messen müssen. Danach folgt eine weitere Strophe sowie schnelleres Drumming und der bekannte Riff aus der Bridge. Der Song geht an dieser Stelle gut nach vorne, Tempo wird aufgebaut. Das Arrangement des Songs wird immer komplexer, mir gefällt sowas gut. Am Ende entsteht Chaos, gefolgt von Ruhe. Zum ersten Mal also eine Pause zwischen zwei Songs.
Der fünfte Song, "Ignore", folgt und startet mit Drumming und einer weiteren, etwas schnelleren Gitarrenmelodie sowie dem Flüstergesang von Kober. Im Refrain geht es zweistimmig zur Sache, das Lied bleibt weiterhin ruhig. Auch der Bass von Alex Frank ist in diesem Stück gut zu hören. Gesanglich gibt es in diesem Stück nicht viel zu meckern, jedoch fehlt mir für einen Song mit fünf Minuten Spielzeit die Abwechslung. Die Bridge wird zwar etwas brutaler gestaltet und kann einen Spannungsbogen aufbauen, der enttäuscht jedoch am Ende, denn es geht mit dem Refrain weiter. Kurz danach ist Schluß. Mit über fünf Minuten einfach zu lang.
Wieder einmal ruhig startet das nächste Stück, "Downwards". Langsames Drumming und die gewohnt verträumte Melodie mischt sich mit dem ruhigen Gesang. Danach folgt der vom Gesang her etwas brutalere Refrain, musikalisch ändert sich auch, nur bedingt durch einen härteren Riff, nicht viel. So geht das Spielchen weiter, man kann vorraussehen, was kommt. Und dies kann nicht gut sein.
Als siebter Song auf PROPAGANDA folgt "We are the Problem", welches schon ein bisschen schneller und mit einem interessanten Riff startet. Noch dazu mischen sich strange Sounds in die Anfangsphase. Guido Kober versucht es hier mit kratziger, ruhiger Sitmme, wird zwischenzeitlich von einer höher singender Stimme unterstützt. Im refrain wird dann brutaler gesungen, es wird interessanter. Das Ganze folgt nun noch einmal (sprich= Strophe, Refrain), bevor eine Bridge folgt, die musikalisch zu Beginn ruhiger als der Rest des Stücks ist. Der Refrain folgt danach. Dann ist nach gut viereinhalb Minuten Schluss. Gutes Stück.
Nun kommt mit "Worse" das achte Stück, welches in ähnlichem Tempo wie der Song zuvor beginnt, jedoch Dank der helleren Melodie nicht so bedrückend klingt. Dafür gibt es düstere Lyrics, die wieder leicht geflüstert, aber auch wütend klingend vorgetragen werden. Der Refrain verfügt über eine gute Gesangslinie, die sich im Kopf festsetzt. Eine weitere Strophe, gefolgt vom Refrain, schließt sich an, bis die Bridge dazukommt und musikalische Variabilität darbietet. Kurz danach, es kommt nämlich noch einmal zum Refrain, ist Schluß.
Mit einem schnell gespielten Riff und einem Sampling beginnt "This is the Dawn of a new Error". Der Kopf wippt mit, während Kober mit schon fast gesprochenen Lyrics einsetzt. Zwischenzeitlich gibt es, ähnlich wie bei Ministry, immer wieder Samplings von Nachrichtensprechern, Reportern oder Politikern. Musikalisch ist das ganze jedoch viel langsamer als die aktuellen Werke von Al Jourgensen und Konsorten. Dafür klingt Kober im Refrain jedoch wieder nach Chad Gray von Mudvayne. In der Bridge wird wieder gesungen, während der zackige Riff sich durch den gesamten Song zieht. Zum Ende hin baut sich alles wieder etwas mehr auf, ähnlich wie in "The World". Nach 04:49 Minuten ist das gute Stück dann vorbei und stellt für mich eines der besten Stücke auf PROPAGANDA dar.
Das vorletzte "Reminder" folgt nun und verfügt zu Beginn über recht simples Drumming und langsame, sich in den Song einfügende Gitarren- und Samplingmelodien. Der einsetzende Gesang wurde verzerrt und klingt ganz passabel. Im schnelleren Refrain, in dem sogar eine schnell gespielte Bass Drum verwendet wird, gibt es unverzerrten Gesang zu hören. Die Band drückt jedoch nur kurzzeitig aufs Gaspedal. Nach dem zweiten Refrain können sich geschriene, schnellere und geflüsterte, dementsprechend langsamere Parts abwechseln, während die Bridge dann rein musikalisch fortgeführt wird, bis der Refrain wieder einsetzt. Gut 50 Sekunden vor Schluss kommt man wieder zum Beginn des Songs zurück, das lineare Drumming bestimmt die Szenerie wieder und die Snare bleibt als letztes übrig.
Als letztes folgt nun "The aquired Taste of Freedom", welches mit einer Spieldauer von über elf Minuten angegeben wird. Zu Beginn gibt es jedoch nicht mehr als die gewohnt ruhig gespielte Melodie sowie sehr ruhigen und leisen Flüstergesang. Nach gut achtzig Sekunden finden sich die Drums in den Song ein, kurz danach darf auch die Gitarre (sehr langsam) gespielt werden, während der Gesang nun kurzzeitig durch ein Megaphon dargeboten wird. Das Megaphon kommt jedoch nur im Refrain zur Verwendung, dieser wird in der zweiten Runde von weiblichem Gesang unterstützt. Man sieht also, das Songwriting baut sich immer weiter auf. Mittlerweile sind wir bei ca. 4 Minuten angekommen, ein Riff kristallisiert sich heraus, während die gute Frau vor sich hin trällert. Der augenscheinliche Chorus wird noch einmal zelebriert, bevor nach gut fünf Minuten nur noch sehr ruhiges und sich wiederholendes Sampling zu hören ist. Zieht die Band das nun die folgenden sechs Minuten durch? Was ist das? Nach gut siebeneinhalb Minuten Spieldauer folgt schnelles Drumming und anderes Sampling, gefolgt von einer akustischen Gitarre und klarem, ruhigen Gesang. Mit eben jener Gitarre endet dann auch das Album.
Fazit: Von den im Promozetteln genannten Vorbildern wie Nine Inch Nails hört man meiner Meinung nach auf PROPAGANDA nicht viel. NIN wissen, was Rock ist und können auch druckvoll nach vorne gehen.
Bei Philiae jedoch herrscht größtenteils ruhiges Material mit vorraussehbarem Songwriting, nur wenige Songs werden mal etwas schneller angegangen. Richtige Rockstücke sucht man jedoch vergebens. Das Ganze ist eher experimentell angelegt.
Die Fähigkeiten der fünf Musiker sind gut, keine Frage. Jedoch wird das vorhandene Potential meiner Meinung nach nicht umgesetzt. Bei Songs wie "Ignore" schläft man fast ein, viele Stücke sind einfach zu lang. Wenn so die Musik nach (also post) Industrial klingt, na dann gute Nacht. |
Tipp:
| | "This is the Dawn of a new Error" sowie "We are the Problem" sind in meinen Augen gut, können das Album jedoch nicht retten. |
Titel-Liste:
| | - The Art of Entertainment
- :
- .Diorama
- The World
- Ignore
- Downwards
- We are the Problem
- Worse
- This is the Dawn of a new Error
- Reminder
- The aquired Taste of Freedom
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Laufzeit:
Band-Infos:
| | www.philiae.com  |
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