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Review: Poison Sun
 
VIRTUAL SIN

Album:
 VIRTUAL SIN, 2010, Metal Heaven

Stil:
 Heavy Metal, Hard Rock

Wertung:
 5,5 von 7
5,5 von 7 Punkten
 J.G., 05.11.2010

Review:
 Obwohl es schon längst nicht mehr so exotisch wie vor 30 Jahren anmutet, gehören gestandene Rock- und Metal-Bands mit Frontfrauen mit Ausnahme von Gothic- oder Melodic-Combos immer noch zu den Seltenheiten. Das mag wohl auch an der dazu passenden Stimme liegen, die oftmals einfach zu sanft und "weiblich" erscheinen mag, um richtige Rock- und Metal-Fans aus der Reserve zu locken. Abgesehen davon sind auch die Ansprüche gestiegen. Ein Eyecatcher am Bühnenrand alleine ist längst nicht mehr ausreichend.
Das ruft einmal mehr den Workaholic-Guitar-Hero Hermann Frank auf den Plan, der nicht nur durch sein 2009er Solo-Album LOYAL TO NONE für Aufregung sorgte, selbstverständlich zum Gelingen von Accepts brandaktuellen Reunion-Werk BLOOD OF THE NATIONS tatkräftig mithalf und nun auch noch eine neue Band namens Poison Sun aus dem Boden stampft mit einer Vollblut-Rockerbraut als Frontröhre namens Martina Frank. Unterstützung finden die beiden durch die Rhytmusfraktion Bassist Stefan Hammer und Drummer Florian Schönweitz von der aufgelösten Münchner Modern Metal-Band Silent Decay.
Bisher war Martina Frank für mich ein völlig unbeschriebnes Blatt, obwohl sie bereits Erfahrungen als Background-Sängerin bei Studioaufnahmen der Bands UFO, Jane und Weinhold sammeln konnte. Schon nach wenigen Höreindrücken sollte jedoch jedem klar sein, dass diese Röhre nach mehr schreit, als nur im Background mitzumischen. Nur in der ersten Reihe kann sich Martinas Stimme voll entfalten und beweist mit ihrem tiefen, dunklen, leicht rauen Timbre, dass man auch als Frau locker seinen Mann stehen kann.

Das Album startet den Metal-Reign mit "Voodoo", einem waschechten Mid-Tempo-Groover, der besonders durch seinen eingängigen Refrain sofort punkten kann. Martinas Stimme fügt sich dabei prima ins Gesamtbild. Angenehm tief mit der nötigen Rauheit und Reudigkeit wird hier die Rockin' Bitch an der langen Leine ausgeführt, ohne überdreht zu wirken. Angemessen passt wohl am besten.
Mit gehöig Druck im Kessel werden bei "Red Necks" und dem späteren "Rider in the Storm" die Riffs mit hoher Schlagzahl aus den Boxen gefeuert und dem Headbangen steht wohl nichts im Wege. Diesmal agiert die Frontfrau in etwas höheren Gefilden, scheint sich aber auch dort pudelwohl zu fühlen.
Geradlinig, ab durch die Mitte lautet das Motto des druckvollen Stapfers "Hitman", der jedes Riff mit dem nötigen Nachdruck in die Gehörgänge stanzt. Hart und kompromisslos beißt auch die Frontfrau ins Mikro und kann Hermann Franks Gitarre locker Paroli bieten.
Es regiert jedoch nicht immer nur der Bleifuß auf dem Gaspedal. Für "Princess" und das abschließende "Forever" werden auch mal ein paar Gänge herunter geschalten und mit leicht hymnischen Anstrich die bluesigen Vorzüge von Martinas Gesangsstimme betont. Auf die Gefahr hin, mich zu wiederholen, kann mich auch diese Seite voll überzeugen.
Neben den neun klasse Eigenkompositionen hat sich auch noch eine Cover-Version eingeschlichen. Man hat sich dabei des Pointer Sister-Songs "Excited" angenommen und noch mal kräftig an der Rockhärteschraube gedreht, sodass sich der Song prima ins Gesamtbild fügt.

Fazit: Ich bin gespannt, was dieses Debüt VIRTUAL SIN nach sich ziehen wird, denn mit dieser überzeugenden Performance des Quartetts und vor allem der vielfältigen und variablen Gesangsleisung von Martina, sollte Erfolg eigentlich nur eine Frage der Zeit und Live-Präsenz sein. Wenn dann auch zukünftig die Songideen in die gleiche Kerbe schlagen, könnte hier ein neuer Stern am Rockhimmel aufgegangen sein, der nur nach etwas neuem Brennstoff lechzt, um über Jahre hin herrlich hell weiter zu strahlen.

Titel-Liste:
 
  1. Voodoo
  2. Red Necks
  3. Hitman
  4. Rider in the Storm
  5. Killer
  6. Virtual Sin
  7. Princess
  8. Phobia
  9. Excited
  10. Forever

Laufzeit:
 44:00 Min.

Band-Infos:
 
  • www.poisonsun.de 

  • Probehören und Kaufen:
    Poison Sun: VIRTUAL SIN

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