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Review: Polution |
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Album:
Stil:
Wertung:
| |  6,5 von 7 Punkten | | J.G., 11.07.2008 |
Review:
| | Unsere südlichen Nachbaren können seit langer Zeit nicht nur mit qualitativ hochwertigen Uhren und schmackhaftem Käse überzeugen. Auch wenn sie sich den Vorwurf gefallen lassen müssen oftmals zu sehr auf Nummer Sicher zu gehen und lieber traditionelle Pfade beschreiten, so muss das gerade bei der Musik kein Nachteil sein. Innovation um jeden Preis - nein. Entwicklung in Maßen - ja. Das ist sicherlich auch die Zielsetzung des Schweizer Quintetts Polution, die sich voll und ganz dem Heavy Rock verschrieben haben. Überraschend sicherlich auch das Line-Up, denn abgesehen von Sänger Pascal Gwerder, der übrigens mit seiner rauen, dreckigen Stimme prima zur Musik passt, handelt es sich bei den restlichen Mitgliedern ausschließlich um "Betscharts". Da wäre Marcel an der Lead- und Matthias an der Rhythmus-Gitarre, Andreas übernimmt den Bass und Armin das Schlagzeug. Hat man auch nicht alle Tage.
Schon nach wenigen Sekunden ist klar, Polution haben offensichtlich den Hard Rock schon mit der Muttermilch verabreicht bekommen. Was soll man zum Opener "Reality" schon sagen? Da lass ich mich doch glatt hinreißen zu einem: "Das rockt wie die Sau". Besser kann man es einfach nicht beschreiben.
"Hard Work" startet relativ unspektakulär als typischer Mid-Tempo-Hard Rocker und plätschert gemächlich vor sich hin, bis zu einem interessanten Break, denn wer schon meint, das wär's gewesen, der wird brutal eines Besseren belehrt, wenn die Truppe den Nachbrenner zündet und im Highspeed-Tempo ein Riff nach dem anderen aus den Boxen feuert.
Ebenfalls als melodischen Up-Tempo-Rocker arrangiert hat man sich für den Titelsong "Overheated" einen richtigen Ohrwurm überlegt, der bei aller Härte durchaus sogar radiotauglich ist. Vielleicht eine Spur zu viel Schmalz haben die Jungs dabei aufgelegt, aber wer hier die Nackenwirbel beim Headbangen knirschen lässt, ist über jede Schmierung sicherlich dankbar.
Flotter Blues Rock zu Beginn von "Same S*** Different Day", täuscht kaum darüber hinweg, dass sich nach kurzer "des Pudels wahrer Kern" entpuppt und der Song zu einem mitreißenden Hardrocker mutiert. Wer jetzt noch still sitzt, hat vermutlich das Schild "Frisch gestrichen" an seinem Stuhl übersehen, bevor er sich hingesetzt hat.
Mid-Tempo-Groove mit brutalem Bass und Riffs mit dezenten Nu Metal-Anleihen, lassen "Love it or hate it" frisch und modern erscheinen, ohne dabei seine traditionellen Wurzeln zu verleugnen.
"I know", auch wenn der Titel Don't know heißen mag, dass es sich hier um eine klassische Ballade mit Akustik-Gitarre und gefühlvollem Gesang lauert. Obwohl die Instrumente nur spärlich eingesetzt werden, klingt der Song voll und rund, mit einem Schuss mediterranem Flair.
"Paid Soul", ganz auf den klassischen Spuren von Hells Bells, der australischen Altmeister AC/DC, ist ein treibender Hard Rocker, der sofort im Ohr hängen bleibt.
Up-Tempo-Riffs und eine brachiale Basslinie, sorgen bei "Obsessed" für gehörig Druck an der Basis. Hier kann man so richtig abrocken und sollte immer für genügend Flüssigkeitsnachschub sorgen, bevor man dehydriert und den Rest der Scheibe nur noch im Koma erlebt. Das wäre echt zu schade.
"Going Down" lässt sich am besten in einem hölzernen Schaukelstuhl auf der Veranda mit einem Strohhut auf dem Kopf und Whiskey in der Hand genießen. Der Groove ist allerdings recht heftig, sodass man zumindest bei trinken den Kopf still halten sollte. Ach, ich vergaß, dass man spätestens nach zwei Minuten sowieso aus dem Stuhl springt um besser abtanzen zu können. Wer ganz genau hinhört, wird in der Up-Tempo-Passage auch Ähnlichkeiten zu "Skandal im Sperrbezirk" von der Spider Murphy Gang erkennen.
Für "Sweet little Girl" dreht man wieder kräftig die Geschwindigkeitsschraube nach oben. Up-Tempo-Heavy Rock, der ziemlich schnörkellos, abgesehen von einem Gitarren-Solo, zur Sache geht und bisher den unspektakulärsten Song darstellt.
Auch wenn ein musikalisches Break namens "Wicked Moment" mit seinen Akustik-Gitarren für Auflockerung und kurzweilige Beruhigung sorgt, so wird spätestens für "Creation of Hate" mit seinen etwas tiefer gestimmten Gitarren wieder der brettharte Kurs gefahren. Der Refrain geht sofort ins Ohr und animiert zum mitsingen. Der bestimmende Groove und dominante Bass eignet sich erneut hervorragend um selbst aktiv zu werden. Da kann auch das kurze Akustik-Gitarren-Zwischenspiel nichts ändern.
Als Abschluss haben sich Polution für eine melodische Halbballade entschlossen. "Five Years" glänzt einmal mehr mit abwechslungsreicher Gitarrenarbeit und eingängigen Hooklines. Ein Ausklang nach Maß, der einen sofort dazu verleitet, wieder die Play-Taste zu drücken.
Fazit: Auch Polution schaffen es nicht, sich von den Schweizer Vorzeige-Athleten Krokus, Gotthard, Shakra und wie sie alle heißen mögen, stilistisch deutlich abzusetzen. Wenn ich mir aber diese Scheibe anhöre, dann ist das auch überhaupt nicht nötig. Die Band hat wahrlich den Hard Rock nicht neu erfunden, aber trotz bekannter Muster ihr ganz eigenes Ding durchgezogen. Dazu gehört die überragende Gitarrenarbeit ebenso, wie die Leistung Rhythmusfraktion der Gesangsstil von Frontmann Pascal oder die ultrafette Produktion.
Es erstaunt mich immer wieder, auch wenn ich schon tausende Hard Rock-Songs gehört habe, wie neu und unverbraucht manches klingt. Für mich eindeutig ein Hard Rock Highlight des Jahres 2008 und hoffentlich nicht das letzte von Polution. Wenn das Debüt schon so stark ausfällt, bin ich gespannt, wie man dieses Niveau zukünftig halten kann. |
Anspieltipps:
Tipp:
| | Alle Fans von gepflegtem Heavy Rock, wie ihn Gun Barrel, Pure Inc. und viele andere Bands zum besten geben, werden hier bestens bedient. |
Titel-Liste:
| | - Reality
- Hard Work
- Overheated
- Same S*** Different Day
- Love it or hate it
- I know
- Paid Soul
- Obsessed
- Going Down
- Sweet little Girl
- Wicked Moment
- Creation of Hate
- Five Years
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Laufzeit:
Band-Infos:
| | www.polution.ch  |
Empfehlen:
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